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Operationsfeld wird vorbereitet © StudioLaMagica
Operationsfeld wird vorbereitet © StudioLaMagica

Eileiterschwangerschaft: Therapie

Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter kann nicht erhalten werden, eine Behandlung ist in jedem Fall notwendig. Welche Therapiemaßnahme zum Einsatz kommt, ist von mehreren Faktoren abhängig: neben dem Ort der Einnistung und dem Schwangerschaftsstadium müssen auch der körperliche und psychische Gesundheitszustand sowie der Wunsch der Frau berücksichtigt werden.

Die Behandlung einer Eileiterschwangerschaft kann unter Umständen mit Medikamenten erfolgen, oftmals ist aber eine Operation unumgänglich.

Wie erfolgt die operative Behandlung einer Eileiterschwangerschaft?

Das operative Entfernen der Fehleinnistung zählt zu den Standardverfahren bei einer Eileiterschwangerschaft. Die Operation erfolgt in den meisten Fällen mittels Laparoskopie (Bauchspiegelung). Dabei sind nur kleine Hautschnitte notwendig, durch die die Operationsinstrumente eingeführt werden. Mehr zum Thema: Endoskopie

Hinweis Bei ausgedehnten Verwachsungen oder in Notfallsituationen (Eileiterruptur, starke Blutungen) kann eine offene Operation (Laparotomie) erforderlich sein.

Das operative Vorgehen hängt insbesondere von der Schädigung des betroffenen Eileiters ab. Liegt nur ein geringer Eileiterschaden vor, wird über eine Eröffnung des Eileiters (Salpingotomie) bloß das Schwangerschaftsgewebe entfernt, der Eileiter kann erhalten bleiben. Bei starker Schädigung des Eileiters oder bei Komplikationen muss der gesamte Eileiter entfernt werden (Salpingektomie). Wenn der zweite Eileiter gesund ist, kann er im Normalfall die Funktion des entfernten Eileiters vollständig übernehmen, und die Fähigkeit, schwanger zu werden, bleibt erhalten.

Eine mögliche Komplikation der Operation (Salpingotomie) ist, dass minimale Reste des Schwangerschaftsgewebes zurückbleiben und weiter wachsen. Eine Verlaufskontrolle des Schwangerschaftshormons Beta-hCG nach dem Eingriff ist daher unbedingt erforderlich. Ist kein hCG mehr im Blut nachweisbar, kann von einer vollständigen Entfernung des Schwangerschaftsgewebes ausgegangen werden.

Wie erfolgt die medikamentöse Behandlung einer Eileiterschwangerschaft?

Eine medikamentöse Therapie kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn die Eileiterschwangerschaft sehr früh diagnostiziert wird. Sie sollte nur dann durchgeführt werden, wenn keine Beschwerden vorliegen, der Embryo und das umgebende Gewebe kleiner als vier Zentimeter sind und die ß-hCG-Konzentration unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts liegt.

In der Regel wird der Wirkstoff Methotrexat (MTX) verabreicht. Es handelt sich um ein Zellgift, das wachstumshemmend wirkt und die Eileiterschwangerschaft beendet. MTX wird entweder intravenös oder intramuskulär verabreicht; unter Umständen kann es auch direkt in das Schwangerschaftsgewebe gespritzt werden.

Bei der medikamentösen Therapie sind engmaschige Verlaufskontrollen des Schwangerschaftshormons hCG erforderlich, um zu überprüfen, ob noch ein Wachstum besteht.

Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass dadurch keine Vernarbungen innerhalb des Eileiters entstehen, die das Risiko für weitere Eileiterschwangerschaften erhöhen würden. Zudem kann sie nach einer Operation eingesetzt werden, wenn z.B. Reste des Schwangerschaftsgewebes zurückgeblieben sind.

Hinweis Methotrexat (MTX) ist ein Zellgift, das auch zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt wird. Nebenwirkungen, wie sie bei einer Chemotherapie auftreten (z.B. Übelkeit und Erbrechen, Schleimhautentzündungen, Haarausfall), sind jedoch aufgrund der niedrigen Dosierung und dem kurzen Zeitraum der Behandlung sehr selten.

Methotrexat und Schwangerschaft

Durch den Einsatz von Methotrexat besteht bei darauf folgenden Schwangerschaften kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten; diese ursprünglich verbreitete Annahme konnte durch eine Vielzahl an Studien widerlegt werden. Dennoch wird aus Sicherheitsgründen empfohlen, ein halbes bis ein Jahr nach einer Methotrextat-Behandlung zu warten, bevor ein erneuter Schwangerschaftsversuch unternommen wird.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Abklärung sowie die Behandlung einer Eileiterschwangerschaft erfolgt durch eine Gynäkologin/einen Gynäkologen. In akuten Fällen (z.B. starke Unterbauchschmerzen) können Sie sich auch an eine Spitalsambulanz für Gynäkologie oder in medizinischen Notfällen an die Rettung unter der Nummer 144 wenden.

Für die chirurgische Behandlung ist – je nach Umfang des Eingriffes und gesundheitlichem Zustand der Frau – ein kurzer Krankenhausaufenthalt (ein bis mehrere Tage) notwendig. Die medikamentöse Behandlung erfolgt ambulant.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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