Eileiterschwangerschaft: Diagnose
Inhaltsverzeichnis
Zu Beginn macht eine Eileiterschwangerschaft meist keine Beschwerden, bzw. die Frau bemerkt unter Umständen klassische Schwangerschaftsanzeichen und geht von einer „normalen“ Schwangerschaft aus. Erst wenn der Embryo eine Größe erreicht, die zu Wandspannungen im Eileiter führt, treten charakteristische Hinweise wie einseitige, ziehende Unterbauchschmerzen oder vaginale Blutungen auf.
Mehr zum Thema: Eileiterschwangerschaft: Was ist das?
Wie wird die Diagnose gestellt?
Für eine sichere Diagnose einer Eileiterschwangerschaft müssen verschiedene Schritte durchgeführt werden.
Anamnese
Liegen Symptome vor, die auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten, informiert sich die Gynäkologin/der Gynäkologe zunächst über mögliche Vorerkrankungen und Risikofaktoren (z.B. vorangegangene operative Eingriffe, Infektionen, vorhergehende Fehleinnistungen, Endometriose etc.).
Gynäkologische Untersuchung
Im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung können folgende Anzeichen Hinweise auf eine Eileiterschwangerschaft sein:
- Einseitige Schmerzempfindlichkeit: Der betroffene Eileiter, in dem sich das Ei eingenistet hat, reagiert sehr schmerzempfindlich.
- Schmerzempfindlichkeit des Gebärmutterhalses: Beim Anheben oder Verschieben des Gebärmutterhalses treten Schmerzen auf, die typisch für eine Eileiterschwangerschaft sind.
- Der Muttermund ist verschlossen, häufig ist eine leichte Schmierblutung vorhanden.
Schwangerschaftstest & Laboruntersuchung
Da die Plazenta auch bei einer Eileiterschwangerschaft das Schwangerschaftshormon Beta-hCG produziert, fällt ein Schwangerschaftstest positiv aus. Eine normale Schwangerschaft lässt sich damit nicht von einer Eileiterschwangerschaft unterscheiden. Mehr zum Thema: Schwangerschaft: Diagnose
Eine längerfristige Beobachtung des ß-hCG-Wertes im Blutes ist aufschlussreicher: Bei einer normalen intakten Schwangerschaft steigt der ß-hCG-Spiegel im Blut in den ersten Schwangerschaftswochen stetig an (er verdoppelt sich alle 48 Stunden). Bei einer Eileiterschwangerschaft kann sich der Embryo nicht genauso entwickeln wie bei einer normalen Schwangerschaft, häufig stirbt er nach wenigen Wochen ab. Der ß-hCG-Spiegel steigt in diesem Fall nur langsam an, bleibt unverändert oder fällt wieder ab. Wiederholte Messungen des ß-hCGs im Blut können daher anzeigen, ob eine intakte Schwangerschaft vorliegt oder nicht.
Hinweis
Anhand dieser Verlaufskontrolle kann zwar eine intakte Schwangerschaft erkannt bzw. ausgeschlossen werden, sie gibt jedoch nicht Aufschluss darüber, an welchem Ort die Einnistung erfolgt ist. Hierzu ist zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung notwendig.
Ultraschall
Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, ob eine Schwangerschaft in der Gebärmutter vorhanden ist oder nicht. In der Frühschwangerschaft wird die Untersuchung durch die Scheide (Vaginalultraschall) durchgeführt. Liegt ein positiver Schwangerschaftstest bzw. liegen erhöhte ß-hCG-Werte vor, in der Gebärmutter ist jedoch keine Anlage einer Schwangerschaft erkennbar, muss an eine Eileiterschwangerschaft (bzw. eine andere Form einer ektopen Schwangerschaft) gedacht werden.
Die Eierstöcke und Eileiter werden ebenfalls mittels Ultraschalluntersuchung beurteilt. Auch Flüssigkeit im Bauchraum kann gegebenenfalls mittels Ultraschall erkannt werden, diese kann ein weiterer Hinweis auf eine blutende Eileiterschwangerschaft sein.
Hinweis
In einem sehr frühen Stadium ist das Auffinden einer Eileiterschwangerschaft häufig schwierig. Gegebenenfalls kann ein sogenannter Farbdopplerultraschall zum Einsatz kommen; damit können gut durchblutete Strukturen (wie die in der Schleimhaut eingenistete Eizelle) aufgespürt werden, auch bei sehr geringer Größe.
Durch die Kombination aus Symptomatik, Ultraschalluntersuchung und ß-hCH-Wert kann die Diagnose meist gesichert werden. In unklaren Fällen kann zusätzlich eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) notwendig sein.
Wohin kann ich mich wenden?
Für die Abklärung einer Eileiterschwangerschaft ist ein Besuch bei einer Gynäkologin/einem Gynäkologen notwendig. In akuten Fällen (z.B. starke Unterbauchschmerzen) können Sie sich auch an eine Spitalsambulanz für Gynäkologie oder in medizinischen Notfällen an die Rettung unter der Nummer 144 wenden.
Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?
Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:
- Recht auf Behandlung
- Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte
- Was kostet der Spitalsaufenthalt
- Rezeptgebühr: So werden Medikamentenkosten abgedeckt
- Gesundheitsberufe A-Z
sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.
- Breckwoldt M., Kaufmann M., Pfleiderer A. (2007): Gynäkologie und Geburtshilfe; Thieme Verlag KG Stuttgart/New York; 5. Auflage 2007
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Letzte Aktualisierung: 11. Mai 2020
Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal
Expertenprüfung durch: Mag.a Dr.in Karin Windsperger