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Patienten-Arzt-Gespräch mit Röntgenbild © Corbis

Röntgenuntersuchung allgemein

Bei einer Röntgenuntersuchung werden Röntgenstrahlen, die mithilfe einer Röntgenröhre erzeugt werden, durch den Körper geschickt. Mittels digitaler Speichermedien wird die Strahlungsintensität hinter dem durchstrahlten Körperabschnitt gemessen. Aus den Messwerten wird dann ein Röntgenbild berechnet. Gegenüber konventionellen filmbasierten Techniken können moderne digitale Speichermedien die austretende Strahlung mit einem höheren Wirkungsgrad messen können. Für die Erzeugung einer Röntgenaufnahme ist daher weniger Strahlung notwendig . . .

Außerdem bieten digitale Speichermedien einen viel größeren Kontrastumfang als Röntgenfilme, d.h. es gibt keine Unter- oder Überbelichtung. Die Zahl der medizinisch nicht verwertbaren Röntgenaufnahmen kann dadurch drastisch reduziert werden. Röntgenfilme werden aus den genannten Gründen in Österreich nur noch selten für Röntgenaufnahmen eingesetzt.

Ein Röntgenbild entsteht aufgrund der unterschiedlichen Strahlendurchlässigkeit (Absorption) bestimmter Gewebe. Strukturen im menschlichen Körper mit sehr unterschiedlicher Strahlendurchlässigkeit sind Luft (Gas), Kalk, Fett- und Weichteilgewebe (Wasser). Knochen und andere Gewebe mit sehr hohem Kalkgehalt (wie etwa Gallen- oder Nierensteine) nehmen einen Großteil der Strahlung auf und sind deshalb sehr gut im Röntgenbild als helle Strukturen sichtbar. Luft- bzw. gashaltige Organe (z.B. Lunge, Darm) sind sehr strahlendurchlässig und werden als dunkle Strukturen sichtbar. Weichteilgewebe bestehen hauptsächlich aus Wasser, d.h. die Strahlenabsorption liegt zwischen den beiden oben genannten Extremen. Die Weichteilorgane weisen einen zu geringen Kontrastunterschied auf, um diesen auf einer Röntgenaufnahme sichtbar zu machen.

Um diese Darstellung zu verbessern, wird in diesen Fällen ein kontrastverstärkendes Mittel (Kontrastmittel) verwendet. Je nach Untersuchungsregion wird das Kontrastmittel entweder über

  • eine hautnahe Vene oder Arterie in den Blutkreislauf gespritzt,
  • mittels Katheter oder Injektion in ein Gangsystem (z.B. Schlagadern, Venen, Tränen-, Speichel- oder Milchgänge der Brustdrüse) eingebracht oder
  • gelangt durch Trinken oder einen Einlauf in den Magen-Darm-Trakt.

Wann ist eine Röntgenuntersuchung notwendig?

Die Röntgenuntersuchung eignet sich besonders gut zur Darstellung des knöchernen Skeletts (etwa zur Feststellung von Knochenbrüchen oder Fehlstellungen), aber auch zur Sichtbarmachung von Lungenerkrankungen (wie Entzündungen, Tumoren oder Flüssigkeitsansammlungen). So dient z.B. die Mammographie, die Röntgendarstellung der Brustdrüsen, als Methode erster Wahl bei der Früherkennung von .

Mit Röntgenkontrastmitteln können auch

  • Gefäße (Arterien, Venen, Lymphgefäße),
  • Hohlorgane (Magen-Darm-Trakt, Nieren, ableitende Harnwege, Gallenblase und Gallenwege, Gangsysteme),
  • künstliche Hohlräume im Körper (wie Fisteln oder Abszesse) sowie
  • Organe und Weichteile in der Computertomographie

sichtbar gemacht und beurteilt werden.

Strahlenrisiko und Strahlenschutz

Bei der Röntgenuntersuchung ist der Körper kurzfristig einer Röntgenstrahlung ausgesetzt. Eine Strahlenexposition gibt es allerdings auch im normalen Alltag, z.B. durch die natürliche Umgebungsradioaktivität oder die kosmisch Strahlung bei Flügen. Man unterscheidet deshalb die natürliche Strahlungsexposition (unvermeidbar) von der medizinischen Strahlungsexposition (prinzipiell vermeidbar, aber medizinisch notwendig). Eine medizinische Strahlenexposition erfordert eine gesetzlich geregelte Rechtfertigung über die klinische Indikationsstellung und folgt dem ALARA Prinzip – As Low As Reasonably Achievable (Englisch für: so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar). Durch den Einsatz moderner Röntgengeräte ist die Strahlenbelastung heutzutage äußerst gering. Besonders strahlenempfindliche Organe (wie etwa die Geschlechtsorgane) werden mit Bleischürzen oder Blenden abgeschirmt, um die Strahlendosis so niedrig wie möglich zu halten.

Hinweis Sollten Sie schwanger sein oder ist eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit auszuschließen, teilen Sie dies vor der Untersuchung unbedingt der behandelnden Ärztin/dem Arzt mit. Falls es aus medizinischer Sicht möglich ist, wird in diesen Fällen auf eine Röntgenuntersuchung verzichtet, um das ungeborene Kind nicht dem Risiko einer Schädigung durch Röntgenstrahlung auszusetzen.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Trotz der geringen Strahlenbelastung sind langfristige Gesundheitsschäden (wie Hautschädigungen, erhöhtes Krebsrisiko ca. 12 bis 20 Jahre nach der Exposition) nicht komplett auszuschließen. Dies gilt besonders für Kinder. Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt wird daher in jedem Fall eine genaue Nutzen-Risiko-Abwägung durchführen, bevor Sie einer Strahlenbelastung ausgesetzt werden.Prinzipiell ist jedoch festzuhalten, dass die Häufigkeit von bösartigen Erkrankungen so hoch ist, dass bisher kein zusätzliches Krebsrisiko durch die medizinische Anwendung von Röntgenstrahlung nachgewiesen werden konnte. Eine Ausnahme bildet lediglich eine sehr kleine Patientengruppe, nämlich Kinder unter 14 Jahren, die zahlreichen Röntgenuntersuchungen oder einer Strahlentherapie unterzogen wurden. Diese Kinder haben ein etwas erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer bösartigen Bluterkrankung (Leukämie).

Hinweis Röntgenuntersuchungen, die ohne Kontrastmittel durchgeführt werden, haben keine Nebenwirkungen!


Beim Einsatz von Röntgenkontrastmitteln kann es zu folgenden Nebenwirkungen und Komplikationen kommen:

  • Jodhaltige, wasserlösliche Kontrastmittel können in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautausschlag, Juckreiz oder Übelkeit) hervorrufen. Extrem selten sind allergische Reaktionen mit Atemnot, Herz-Kreislauf-Versagen, Krampfanfällen und Tod.
  • Wenn für die Verabreichung eine Punktion oder Katheterisierung durchgeführt wird, können nach Punktion einer Vene oder Arterie Blutergüsse entstehen. Thrombosen und Entzündungen werden extrem selten beobachtet.
  • Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) können Kontrastmittel zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion und sogar zum Nierenversagen führen.
  • Jodhaltige Röntgenkontrastmittel können eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen bzw. verstärken und sollten daher bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen nicht verwendet werden. 

Was ist vor/nach der Untersuchung zu beachten?

Sollten Sie schwanger sein oder ist eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit auszuschließen, teilen Sie dies vor der Untersuchung der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt mit.

Bestimmte Röntgenuntersuchungen des Magen-Darm-Trakts oder der Gallenblase bzw. Gallenwege müssen in nüchternem Zustand oder eventuell nach einer Darmreinigung durchgeführt werden. Manchmal ist es auch erforderlich, dass bestimmte Medikamente vor der Untersuchung abgesetzt werden.

Metallgegenstände am Körper, wie Piercings, Implantate oder Schmuck, werden auf dem Röntgenbild sichtbar und können die Beurteilbarkeit einschränken. Daher sind sämtliche Metallteile vor der Untersuchung zu entfernen.

Hinweis Nach Verabreichung eines wasserlöslichen Kontrastmittels in ein Blutgefäß sollten Sie möglichst viel trinken, damit es rascher über die Nieren und den Darm wieder ausgeschieden wird.

Wo wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt?

Untersuchungen mit Röntgenstrahlen erfordern spezielle bauliche Einrichtungen, um den notwendigen Strahlenschutz zu gewährleisten. Wenn eine medizinische Indikation für eine Röntgenuntersuchung vorliegt, wird Ihnen Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt eine Überweisung/Zuweisung in ein Krankenhaus mit einer radiologischen Abteilung oder zu einer niedergelassenen Fachärztin/einem Facharzt für Radiologie bzw. in ein Röntgeninstitut ausstellen.

Die Röntgenuntersuchung selbst wird von einer Radiologietechnologin/einem Radiologietechnologen oder von einer Radiologin/einem Radiologen durchgeführt. Nach Erstellung der Bilder folgt die Befundung durch die Radiologin/den Radiologen.

  • Fachärztinnen/Fachärzte für Radiologie in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche
  • Krankenhäuser (mit radiologischer Abteilung) in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Spitalssuche

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für eine Röntgenuntersuchung benötigen Sie eine ärztliche Zuweisung. Diese Zuweisung ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Die Kosten einer Röntgenuntersuchung werden von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen.

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