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Nasenbeinbruch © Szabolcs Szekeres

Nasenbeinbruch

Ein Nasenbeinbruch gehört zu den häufigsten Kopfverletzungen. Er entsteht meist durch stumpfe Gewalteinwirkung, etwa durch einen Stoß, Schlag oder Sturz. Es können die Nasenbeine sowie die knorpelige Nasenscheidewand betroffen sein. Bei stärkerer Gewalteinwirkung können auch benachbarte Knochenstrukturen beteiligt sein. Meistens handelt es sich um eine relativ harmlose Verletzung, mitunter können Komplikationen auch lebensbedrohliche Zustände verursachen . . .

Symptome

Sehr häufig kommt es bei einem Nasenbeinbruch zu keiner Verformung der Nase außer der akuten Schwellung. Es kann aber auch – je nach Richtung der Gewalteinwirkung (seitlich oder von vorne) – zu einem Schiefstand der Nase oder zum Einsinken und einer Verbreiterung der Nase kommen. Häufig treten unmittelbar nach der Verletzung u.a. folgende Beschwerden auf:

  • Nasenbluten,
  • Schwellung der Nase infolge von Blutergüssen,
  • Behinderung der Nasenatmung und des Riechvermögens,
  • eventuell Platz- oder Risswunden der Haut.

Diagnose

Häufig ist eine Formveränderung der Nase erkennbar. Durch Betasten der Nase kann die Ärztin/der Arzt die Bruchkanten bzw. eine Beweglichkeit der Bruchstücke feststellen. Die Nasenscheidewand (Nasenseptum) kann durch eine Inspektion des Naseninneren beurteilt werden. Weiters kann ein Röntgen oder eine Computertomographie erforderlich sein, u.a. auch um weitere Verletzungen zu erfassen.  

Therapie

Je nach Ausmaß und Form der Verletzung können verschiedene Maßnahmen zum Einsatz kommen:

  • Nasenbluten: Nähere Informationen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen für Betroffene bzw. Helfende finden Sie unter Nasenbluten. Lässt sich die Blutung nicht stoppen, muss umgehend eine Ärztin/ein Arzt kontaktiert werden.
  • Nicht verschobene Brüche: Die Nasenbeine wachsen ohne Behandlung wieder zusammen.
  • Verschobene Brüche: Die Einrichtung der Knochen erfolgt in örtlicher Betäubung oder in Intubationsnarkose. Bei Schiefstand der Nase lässt sich dies in der ersten Woche meist durch einen kräftigen Daumendruck erreichen. Im Anschluss wird die Nase entweder mit einem Heftpflaster oder mittels Gips- oder Metallschiene fixiert.
  • Eingesunkener Nasenrücken: Die Nase wird von innen mittels eines Spezialgerätes (Elevatorium) angehoben und in die ursprüngliche Position gebracht. Ein gebrochenes Nasenseptum wird chirurgisch begradigt. Meist ist zur Blutstillung für einige Tage eine Tamponade notwendig.
  • Stärkere Frakturierung der knorpeligen Nasescheidewand: Eine operative Bruchbehandlung mit Septumplastik ist erforderlich.
  • Trümmerbrüche der Nasenbeine: In seltenen Fällen ist eine Mikroplattenversorgung notwendig. Nach der Operation wird die Nase mit einer Schiene oder einem Gipsverband fixiert.

Nach einem Bruch muss die Nase innerhalb von acht Tagen nach dem Bruch eingerichtet werden, weil die Knochen sehr rasch zusammenwachsen. Mögliche bleibende Folgen sind eine Abweichung der Form der Nasenscheidewand, und je nach Richtung der Gewalteinwirkung eine Breit-Sattelnase oder eine Schiefnase. Diese können später spezielle plastisch-chirurgische Eingriffe erfordern.  

Mögliche Komplikationen

  • Septumdeviation: Es ist nicht nur das Nasenbein gebrochen, sondern (vielleicht zunächst unbemerkt) auch die Nasenscheidewand. Dies kann später zu einer Behinderung der  Nasenatmung oder zu einer der nachstehend angegebenen Komplikationen führen.
  • Septumhämatom: Ein Bluterguss in der Nasescheidewand kann kurze Zeit nach der Verletzung zur völligen Verlegung der Nasenatmung führen. Durch eine Punktion oder einen kleinen Schnitt wird das Blut abgelassen und eine Nasentamponade angelegt.
  • Septumabszess: Durch Infektion eines Septumhämatoms, meist mit Staphylokokken, kann der Knorpel angegriffen werden. Außerdem besteht die Gefahr einer Meningitis. Daher müssen Antibiotika verabreicht werden. Das zerstörte Gewebe wird chirurgisch saniert, eventuell sind auch plastische Maßnahmen notwendig.
  • Septumperforation: tritt extrem selten nach einer Verletzung auf. Bei einem kleinen Loch kommt es beim Atmen zu Pfeifgeräuschen, bei einer großen Öffnung zu Krustenbildung und häufigem Nasenbluten. Die Behandlung erfolgt mit Salben zur Krustenlösung bzw. wird das Loch operativ-plastisch geschlossen.
  • Mitbeteiligung der Nebenhöhlen: Je nach Ausmaß der Verletzungen sind chirurgische Maßnahmen notwendig.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei einem Nasenbeinbruch können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
  • Fachärztin/Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,
  • Unfallambulanz,
  • Notärztin/Notarzt: bei unstillbarem Nasenbluten oder sonstigen akuten Beschwerden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Ärztliche Konsultationen sowie diagnostische und therapeutische Maßnahmen bei Nasenbeinbrüchen werden normalerweise von der Krankenversicherung übernommen. Weitere Infos erhalten Sie beim für Sie zuständigen Krankenversicherungsträger.

Informationen zu Kostenübernahme bei Wahlärztin/-arzt, Selbstbehalt etc. erhalten Sie außerdem unter

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