Durchfall
Inhaltsverzeichnis
Die Informationen dieser Seite beziehen sich auf Durchfall bei Erwachsenen. Kinder reagieren auf Durchfall oft empfindlicher als Erwachsene. Mehr Informationen finden Sie unter: Durchfall bei Kindern
Was ist Durchfall?
Fachleute sprechen in der Regel von Durchfall, wenn jemand innerhalb von 24 Stunden mindestens dreimal sehr weichen oder flüssigen Stuhlgang hat. Die genaue Definition von Durchfall ist in der Fachliteratur nicht immer einheitlich.
Je nachdem wie lange der Durchfall anhält, unterscheidet man bei Erwachsenen:
- Akuter Durchfall: tritt plötzlich auf und hält wenige Tage bis höchstens 14 Tage an
- Anhaltender bzw. persistierender Durchfall: hält mehr als 14, aber weniger als 30 Tage an
- Chronischer Durchfall: hält mehr als 30 Tage an
Welche Ursachen hat Durchfall?
Plötzlich auftretender, akuter Durchfall wird in den meisten Fällen durch eine Infektion verursacht. Infektiöse Durchfallerkrankungen werden auch als Magen-Darm-Infektionen oder umgangssprachlich als Magen-Darm-Grippe bezeichnet. Fachleute sprechen von einer Gastroenteritis.
Bei den Krankheitserregern handelt es sich meistens um Viren, sehr oft um Noroviren. Noroviren verursachen sehr ansteckende Magen-Darm-Infektionen und werden von Mensch zu Mensch oder über verunreinigte Lebensmittel übertragen. Andere Durchfall-auslösende Viren sind z.B. Adenoviren sowie bei Kindern und älteren Personen Rotaviren.
Durchfall kann auch durch eine Infektion mit Bakterien verursacht werden, z.B. durch Campylobacter oder Salmonellen. Die Ansteckung erfolgt vor allem über verunreinigte Lebensmittel. Mehr zum Thema: Lebensmittelinfektionen
Es gibt zahlreiche weitere Krankheitserreger, die Durchfall verursachen können. Vor allem auf Fernreisen zählen dazu - je nach Reiseziel - auch bestimmte Parasiten. Mehr zum Thema: Reisedurchfall vorbeugen
Weitere Ursachen für Durchfall
Durchfall kann auch andere Ursachen als Infektionen haben. Sie verursachen oft länger anhaltenden oder chronischen Durchfall. Mögliche nicht infektiöse Ursachen sind unter anderem:
- Nahrungsmittelunverträglichkeit, z.B. Laktoseintoleranz
- Chronisch entzündliche Darmerkrankung, d.h. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
- Reizdarmsyndrom
- Zöliakie
- Arzneimittelnebenwirkung, vor allem bei Einnahme von Antibiotika. Antibiotika können Durchfall auslösen, weil sie die normale Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Dadurch kann es zu einer Überbesiedelung schädlicher Bakterien kommen, z.B. von Clostridioides difficile. Fachleute sprechen bei einer Durchfallerkrankung nach Antibiotikagabe von einer Antibiotika-assoziierten Diarrhoe.
- Endokrinologische Erkrankungen, z.B. Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion
- Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
- Vorangegangene Operationen im Magen-Darm-Trakt
- Tumore, z.B. Darmkrebs, Lymphom
Hinweis
Akuter Durchfall ist meistens die Folge einer Infektion. Chronischer Durchfall ist öfter auf eine nicht infektiöse Ursache zurückzuführen, allerdings können auch manche Infektionen hartnäckig sein und zu chronischem Durchfall führen.
Welche Symptome können bei Durchfall auftreten?
Bei Durchfall kommt es mindestens dreimal pro Tag zu sehr weichem, breiigem oder flüssigem Stuhlgang. Zudem scheidet die oder der Betroffene meist eine größere Menge Stuhl aus als gewohnt.
Durchfall wird häufig begleitet von Bauchschmerzen bzw. Bauchkrämpfen und Blähungen. Bei einer Magen-Darm-Infektion kommt es oft zusätzlich zu
- Übelkeit
- Erbrechen
- Fieber
- Kopf- und Gliederschmerzen
Der mögliche Schweregrad einer Durchfallerkrankung ist sehr unterschiedlich. Manche Personen erkranken nur leicht und fühlen sich kaum beeinträchtigt. Andere Personen müssen mitunter alle 20 bis 30 Minuten die Toilette aufsuchen und fühlen sich sehr krank.
Weitere mögliche Symptome
Bei länger anhaltendem oder chronischem Durchfall können – je nach Ursache - weitere Beschwerden hinzukommen, z.B.:
- Gelenksbeschwerden
- Schluckbeschwerden
- Hautausschläge
- Gewichtsverlust
- Müdigkeit
Welche Folgen kann Durchfall haben?
Durch den flüssigen und häufigen Stuhlgang verliert der Körper viel Wasser. Dadurch besteht die Gefahr eines Flüssigkeitsmangels. Fachleute sprechen von einer Dehydration oder Dehydrierung. Das Risiko ist umso größer, je stärker der Durchfall ist und je länger er andauert. Durch den Flüssigkeitsverlust gehen auch lebensnotwendige Mineralstoffe – sogenannte Elektrolyte - verloren. Das führt zu einem Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt.
Ein Flüssigkeitsmangel kann zu verschiedenen, teils schweren gesundheitlichen Problemen führen. Im Extremfall besteht die Gefahr eines akuten Nierenversagens oder eines Schocks. Bei Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels ist es wichtig, rasch ärztliche Hilfe einzuholen.
Hinweis
Babys und Kleinkinder sowie ältere Personen und Personen mit einer Immunschwäche sollten bei Durchfall immer eine Ärztin bzw. einen Arzt aufsuchen. Für sie kann Durchfall schnell gefährlich werden.
Was kann ich bei Durchfall selbst tun?
Die wichtigsten Maßnahmen bei Durchfall sind, sich auszuruhen und den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Erwachsene ohne spezielle Begleiterkrankungen brauchen bei mildem, akutem Durchfall meist keine ärztliche Behandlung. Sie können zu Hause selbst auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Mehr zum Thema: Durchfall: Was kann ich selbst tun?
Wann sollte bei Durchfall eine ärztliche Abklärung erfolgen?
In bestimmten Situationen ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Dazu zählt vor allem, wenn Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels, d.h. einer Dehydration, auftreten. Zum Beispiel:
- starker Durst
- trockener Mund, pelzige Zunge
- trockene Haut bzw. die Haut ist nicht mehr elastisch: wenn man z.B. am Handrücken eine kleine Hautfalte anhebt, bleibt sie stehen
- dunkler Urin bzw. seltener oder fehlender Harndrang
- eingefallene Augen, Wangen und Gesicht
- schnelle Atmung oder Herzschlag
- der Allgemeinzustand verschlechtert sich
- Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen
- schnelle Ermüdbarkeit, Teilnahmslosigkeit, Benommenheit
- Brustschmerzen
- Muskelkrämpfe
Eine mögliche Dehydration sollte so rasch wie möglich abgeklärt und behandelt werden. Suchen Sie eine Ärztin bzw. einen Arzt oder die nächste Spitalsambulanz auf oder wählen Sie den Notruf 144.
Erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen kann auch die telefonische Gesundheitsberatung 1450 sein.
Weitere Gründe für einen Arztbesuch
Neben den Anzeichen einer Dehydration gibt es bei Durchfall weitere Gründe, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Bestimmte Symptome können darauf hindeuten, dass eine spezielle Behandlung notwendig ist. Solche Warnzeichen sind unter anderem:
- sehr starker, wässriger Durchfall
- der Durchfall bessert sich nach 48 Stunden nicht
- hohes Fieber über 38,5 Grad
- blutiger oder schwarzer Stuhl
- Schleim auf dem Stuhl
- starke Schmerzen im Bauch oder beim Stuhlgang
- der Durchfall ist während oder nach einer Antibiotikaeinnahme aufgetreten
- der Durchfall ist während oder nach einer Fernreise aufgetreten
- ungewollter Gewichtsverlust
- starker Schwindel oder Schwäche
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch darüber, wenn Sie wichtige Medikamente einnehmen müssen, diese aber aufgrund von Durchfall oder Erbrechen nicht bei sich behalten können.
Personen mit einer Immunschwäche und älteren Personen sowie für Babys und Kleinkinder empfehlen Fachleute, Durchfall immer ärztlich abklären zu lassen.
Darüber hinaus gilt generell: Wenn Sie unsicher sind oder sich sehr schwach oder schlecht fühlen, zögern Sie nicht, sich ärztliche Hilfe zu holen oder an die telefonische Gesundheitsberatung 1450 zu wenden.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Ärztin oder der Arzt führt zunächst eine ausführliche Anamnese durch. Sie oder er fragt unter anderem:
- seit wann der Durchfall besteht und wie häufig er auftritt
- wie der Stuhl beschaffen ist, z.B. fettig, wässrig etc.
- ob auch andere Beschwerden vorliegen, z.B. Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber
- ob eine chronische Erkrankung besteht
- ob es bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten gibt
- ob und welche Medikamente eingenommen wurden
- ob man vor Kurzem auf Reisen war
- ob auch andere Personen im nahen Umfeld erkrankt sind
- nach den Ernährungsgewohnheiten
Zudem wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt und z.B. der Bauch abgetastet, Blutdruck und Herzfrequenz gemessen und Herz und Lunge abgehört.
Je nach Situation können weitere Untersuchungen notwendig sein, um die zugrundeliegende Ursache für den Durchfall festzustellen. Zum Beispiel:
- Mikrobiologische Untersuchung einer Stuhlprobe
- Blutuntersuchung
- Ultraschalluntersuchung des Bauches
- Computertomografie des Bauches
- Darmspiegelung, eventuell verbunden mit der Entnahme einer kleinen Gewebeprobe, einer Biopsie
Hinweis
Manche Magen-Darm-Infektionen gehören zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Das heißt, die Ärztin oder der Arzt muss die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde informieren. Meldepflicht besteht beispielsweise bei nachgewiesener Infektion mit Noroviren, Rotaviren, Salmonellen oder Campylobacter.
Wie erfolgt die Behandlung von Durchfall?
Akuter Durchfall wird in erster Linie symptomatisch behandelt. Wichtig ist vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Bei ansonsten gesunden Erwachsenen und milden Beschwerden kann dies in der Regel ohne ärztliche Behandlung zu Hause erfolgen. Mehr zum Thema: Durchfall: Was kann ich selbst tun?
Manchmal verschreibt die Ärztin oder der Arzt bei Durchfall zusätzlich Medikamente, um Symptome zu lindern. Zum Beispiel:
- Medikamente gegen Übelkeit, sogenannte Antiemetika. Sie enthalten z.B. die Wirkstoffe Metoclopramid oder Dimenhydrinat. Sie können bei Erwachsenen mit akuten Magen-Darm-Infektionen kurzfristig zum Einsatz kommen.
- Unter Umständen können auch Medikamente eingesetzt werden, die den Darm beruhigen und die Häufigkeit der Toilettengänge verringern. Dazu zählt vor allem der Wirkstoff Loperamid.
- Schmerzstillende oder krampflösende Medikamente können bei starken Bauchkrämpfen Erleichterung bringen. Infrage kommen z.B. die Wirkstoffe Paracetamol oder Butylscopolamin.
Die Ärztin oder der Arzt berät individuell, ob der Einsatz von Medikamenten empfehlenswert ist, und klärt über die Einnahme sowie mögliche Nebenwirkungen auf.
Manchmal muss Durchfall stationär im Krankenhaus behandelt werden. Zum Beispiel bei sehr schlechtem Gesundheitszustand, Anzeichen einer schweren Dehydratation, bei Vorliegen bestimmter Grunderkrankungen oder bei hohem Risiko für Komplikationen.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Bei Durchfall können zusätzlich weitere Behandlungen notwendig sein. Vor allem, wenn er länger anhält bzw. immer wieder auftritt. Die Therapie hängt davon ab, wodurch der Durchfall ausgelöst wird. Zum Beispiel:
- Bei einer bakteriellen Infektion erfolgt unter Umständen eine Behandlung mit Antibiotika. Sie kommt in erster Linie bei sehr schwerem Krankheitsbild oder bei hohem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf infrage.
- Löst eine nachgewiesene Nahrungsmittelunverträglichkeit den Durchfall aus, sollte auf das jeweilige Nahrungsmittel verzichtet werden.
- Bei Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kommen z.B. entzündungshemmende oder immunsupprimierende Medikamente zum Einsatz.
Wie kann Durchfall vorgebeugt werden?
Durchfall wird sehr häufig durch eine Infektion verursacht. Allgemeine Hygienemaßnahmen können vor einer Ansteckung schützen. Mehr zum Thema: Hygienetipps zum Schutz vor Infektionen
Zudem können bestimmte Hygienemaßnahmen im eigenen Haushalt vor Durchfall infolge verunreinigter Lebensmittel schützen. Mehr zum Thema: Wie kann einer Lebensmittelinfektion vorgebeugt werden?
Auf Reisen ist – je nach Reiseziel – besondere Vorsicht im Umgang mit Speisen und Getränken geboten. Mehr zum Thema: Reisedurchfall vorbeugen
Personen mit einer akuten Durchfallerkrankung sollten darauf achten, andere Personen nicht anzustecken. Mehr zum Thema: Wie kann ich andere vor einer Ansteckung schützen?
Wohin kann ich mich wenden?
Zur Abklärung und Behandlung von akutem und chronischem Durchfall können Sie sich an folgende Stellen wenden:
- Ärztin oder Arzt für Allgemeinmedizin
- Primärversorgungseinheit (PVE)
- Fachärztin oder Facharzt für Innere Medizin
Erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen oder Fragestellungen kann auch die telefonische Gesundheitsberatung 1450 sein.
Bei rascher Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder bei gesundheitlichen Warnzeichen suchen Sie die nächstgelegene Spitalsambulanz auf oder wählen Sie den Notruf 144.
Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?
Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:
- Recht auf Behandlung
- Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte
- Was kostet der Spitalsaufenthalt
- Rezeptgebühr: So werden Medikamentenkosten abgedeckt
- Reha & Kur
- Heilbehelfe & Hilfsmittel
- Gesundheitsberufe A-Z
sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.
- AMBOSS (2026): Bakterielle Durchfallerkrankungen. Online abgerufen im April 2026 unter next.amboss.com (Registrierung erforderlich)
- AMBOSS (2025): Durchfall. Online abgerufen im April 2026 unter next.amboss.com (Registrierung erforderlich)
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Letzte Aktualisierung: 17. August 2026
Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal
Expertenprüfung durch: Prim. Dr. Alexander Ziachehabi, Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfach Innere Medizin (Endokrinologie u. Stoffwechselerkr.), Zusatzfach Innere Medizin (Gastroenterologie und Hepatologie)