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Cocktails am Pool © Jag_cz

Hepatitis E

Die Hepatitis E ist eine akute, für gewöhnlich selbst heilende Leberentzündung und meldepflichtig. In den letzten Jahren wurde auch über chronische Verlaufsformen (besonders bei Patientinnen/Patienten nach Organtransplantation) berichtet. Die Hepatitis E ist in den Tropen und Subtropen verbreitet (Südostasien, indischer Subkontinent und Mittelamerika) . . .

Lange Zeit wurde angenommen, dass Hepatitis E-Erkrankungen beim Menschen hauptsächlich auf Reisen in Asien und Afrika zurückzuführen sind. Es gibt insgesamt vier humane Genotypen des HEV. Neueren Untersuchungen zufolge tragen jedoch zahlreiche Haus- und Wildschweine in Europa und Japan das Hepatitis-E-Virus (HEV) (Genotyp III und IV) in sich. Weiters konnte das Virus bei Hühnern, Kaninchen, Ratten, Mangusten und Hirschen nachgewiesen werden. Es liegen zudem auch Hinweise vor, dass das Hepatitis-E-Virus bei Rindern und Schafen vorkommen kann. Dies lässt vermuten, dass zumindest in bestimmten Gegenden die HEV-Infektion eine Zoonose darstellt.

Übertragungsweg

Die Übertragung erfolgt fäkal-oral vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser, Speisen (v.a. unzureichend erhitzte) und Getränke sowie mangelnde Hygiene. Auch Übertragungen von infizierten Müttern auf das Neugeborene sind bei der Geburt möglich. Sehr selten kann die Infektion sexuell Übertragen werden. Eine Hepatitis-E-positive Person ist ca. zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach Krankheitsbeginn ansteckend.

Wie weit die Infektion von Tieren, insbesondere von Schweinen, bei ungenügenden hygienischen Vorkehrungen eine Infektion des Menschen hervorruft, ist noch nicht bis ins Detail wissenschaftlich untersucht. Möglicherweise könnte eine gewisse Ansteckungsgefahr speziell bei bestimmten beruflichen Risikogruppen, wie Jägerinnen/Jägern, Fleischhauerinnen/Fleischhauern oder auch Tierärztinnen/Tierärzten oder Konsumentinnen/Konsumenten bestehen.

In der Umwelt gelangen die Viren mit Schweinegülle und durch Auswaschen von gegüllten Flächen in Oberflächengewässer. Als weitere Verbreitungswege der Viren sind „Naturdünger“ (Tierkot), die Bewässerung von Gemüsepflanzungen und Trinkwasser möglich.

Vorbeugung

Die wichtigste Maßnahme für eine wirkungsvolle Prophylaxe ist, in Endemiegebieten (Gebieten mit hoher Durchseuchungsrate) die Hygienevorschriften sorgfältig einzuhalten. Dazu gehört z.B. kein Genuss von ungekochten Speisen oder ungekochtem Wasser bzw. Eis und das Schälen von Früchten. Beim Umgang mit an Hepatitis E Erkrankten und ihren Kontaktpersonen ist die Händehygiene die wichtigste Schutzmaßnahme vor einer Ansteckung. Es gibt zurzeit keine Schutzimpfung.

Diagnose & Symptome

Die Inkubationszeit beträgt vier bis fünf Wochen. Die Krankheit verläuft meistens akut mit Übelkeit, Erbrechen, allgemeinem Krankheitsgefühl und Ikterus (Gelbfärbung der Augen bzw. der Haut). Sie ist klinisch nicht von einer Hepatitis A zu unterscheiden, verläuft jedoch generell schwerer. Im Gegensatz zur Hepatitis A, welche Patientinnen/Patienten jeglichen Alters, aber vor allem Kinder und Jugendliche befällt, tritt Hepatitis E besonders häufig bei Erwachsenen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf. Fulminante Krankheitsbilder mit hoher Sterblichkeit (bis 25 Prozent) werden nahezu ausschließlich bei Frauen in fortgeschrittener Schwangerschaft (drittes Trimenon), insbesondere auf dem indischen Subkontinent, beobachtet. Chronische Krankheitsverläufe wurden bei Patientinnen/Patienten mit Immunsuppression – insbesondere bei Personen nach Organtransplantation - beschrieben. Da Reinfektionen vorkommen, ist davon auszugehen, dass eine lebenslange Immunität offenbar nicht gegeben ist.

In der Labordiagnostik werden mittels ELISA Anti-HEV-IgM- und -IgG-Serumantikörper bestimmt. Ein direkter Virusnachweis erfolgt durch den Nachweis von HEV-RNA mittels PCR. Je höher die Leberwerte, desto schwerer ist meist das Krankheitsbild.

Therapie & Nachsorge

Die Behandlung orientiert sich an den akuten Beschwerden. Empfohlen wird Bettruhe oder zumindest die Vermeidung körperlicher Anstrengung. Eine spezielle Diät, leichte, fettarme Kost und der Verzicht auf Alkohol wäre sinnvoll. Da die Hepatitis E innerhalb weniger Wochen ausheilt, ist keine Nachsorge notwendig. 

Wohin kann ich mich wenden?  

Diagnostik und Behandlung von Hepatitis E sind in folgenden Einrichtungen möglich:

  • spezielle Krankenhausambulanz z.B. hepatologische Ambulanz,
  • Kassenambulatoren mit hepatologischer Spezialambulanz,
  • im niedergelassenen Bereich: Fachärztinnen/Fachärzte für Innere Medizin mit fundierten hepatologischen Kenntnissen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Behandlung von Hepatitis E werden von der Sozialversicherung übernommen; bei bestimmten Leistungen (z.B. Medikamente, stationäre Aufenthalte) sind Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrer Krankenkasse, die Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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