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Hepatitis C: Diagnose & Verlauf

Eine akute Hepatitis C kann sich fünf bis 150 Tage nach einer Infektion entwickeln. Bei 55 bis 80 Prozent der Betroffenen kann das Immunsystem das Virus nicht eliminieren und es entwickelt sich eine chronische Hepatitis-C-Infektion. Der Verlauf der Hepatitis-C-Infektion ist sehr unterschiedlich . . .

Klinischer Verlauf der akuten Infektion

Eine akute Hepatitis C kann sich fünf bis 150 Tage nach einer Infektion entwickeln. Zu den allgemeinen Krankheitszeichen zählen (ähnlich wie bei Hepatitis A oder B): 

  • Müdigkeit und Leistungsabfall,
  • Appetitlosigkeit und Übelkeit,
  • rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, Gelbsucht,
  • Gelenksbeschwerden und Juckreiz,
  • erhöhte Leberwerte (Bilirubin, GOT, GPT– meist mäßig bis deutlich erhöht).

Ein Großteil der Betroffenen (ca. 75 Prozent) zeigt keine oder nur unspezifische Symptome, sodass die Infektion völlig unbemerkt bleiben kann. Bei 20 bis 45 Prozent der Infizierten heilt die Krankheit von selbst aus. Fulminante Verläufe mit akutem Leberversagen sind extrem selten.

Labordiagnostik

  • Bestimmung der Leberwerte,
  • Antikörper können mittels ELISA-Test erst nach sechs bis zwölf Wochen positiv nachgewiesen werden,
  • direkter Virusnachweis (qualitativ mittels PCR),
  • Bestimmung des Virus-Genotyps (in Österreich vor allem Genotyp 1 und 3, seltener 2),
  • Bestimmung der Viruslast (quantitativer PCR-Test) – gibt die Höhe der Virusmenge an.

Krankheitsverlauf

Bei 55 bis 80 Prozent der Betroffenen kann das Immunsystem das Virus nicht eliminieren und es entwickelt sich eine chronische Hepatitis-C-Infektion (hierbei ist der direkte HCV-Nachweis mittels qualitativer oder quantitativer Testverfahren im Abstand von sechs Monaten zweimal positiv). Bei einer chronischen Infektion werden durch die Hepatitis-C-Viren ständig neue Leberzellen befallen und sterben ab. Die abgestorbenen Leberzellen werden durch Bindegewebe (Narbengewebe) ersetzt. Ist die Leber bindegewebsartig verändert, spricht man von einer Leberfibrose – später von einer Leberzirrhose. In diesem Stadium ist bereits ein Großteil der Leber zerstört.

Grundsätzlich kann sich nach Jahren bzw. Jahrzehnten aus einer chronischen Hepatitis C eine Leberzirrhose oder ein hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs) entwickeln.

Folgende Risikofaktoren stehen mit einem aggressiven Krankheitsverlauf in Zusammenhang:

  • Täglicher Konsum von mehr als 50 Gramm Alkohol (entspricht ca. 1,25 Liter Bier bzw. 0,5 Liter Wein),
  • männliches Geschlecht,
  • höheres Alter beim Auftreten der Erkrankung,
  • HIV- bzw. HBV-Koinfektion,
  • starkes Übergewicht (Adipositas) sowie
  • Diabetes mellitus.

Hinweis Alkohol wirkt beschleunigend! Zahlreiche Studien belegen, dass Alkoholmenge und zeitlicher Krankheitsverlauf eng in Zusammenhang stehen. Der sonst eigentlich sehr langsam ablaufende Schädigungsprozess der chronischen Hepatitis-C-Infektion wird stark beschleunigt und kann sehr früh, z.B. nach zehn Jahren zu einer Leberzirrhose führen.

Solange das verbliebene gesunde Lebergewebe die meisten Aufgaben der Leber erfüllen kann, treten keine oder nur geringe Krankheitssymptome auf (kompensierte Leberzirrhose).

Die chronische Hepatitis C kann sich auch „außerhalb“ der Leber auswirken, vor allem in Form von Autoimmunerkrankungen (z.B. Gefäßentzündungen, die Nieren, Haut oder Schilddrüse schädigen können). Auch Befindlichkeitsstörungen oder Depressionen können auftreten.

Typische Zeichen einer Dekompensation der Leberzirrhose, die sich meist 15 bis 40 Jahre nach der Infektion entwickelt, sind die Bildung von Aszites (Bauchwassersucht) und Blutungsneigung durch Gerinnungsstörungen, weil die Leber nicht mehr in der Lage ist, bestimmte Gerinnungsfaktoren in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen. Das Risiko für Leberkrebs ist deutlich erhöht, weshalb alle sechs Monate eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs (möglicherweise in einzelnen Fällen eine Computertomographie bzw. Magnetresonanztomographie) empfohlen wird. Ergänzend kann eine Laborkontrolle des Tumormarkers AFP durchgeführt werden.

Das Blut kann durch den bindegewebigen Umbau der Leber immer schlechter durch das Organ fließen. Durch diesen Rückstau des Blutes bilden sich freies Wasser im Bauchraum (Aszites) und Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen), die zu gefährlichen Blutungen neigen. Wenn die Leber ihre Funktion als Entgiftungsorgan nicht mehr erfüllen kann, können Störungen der Hirnfunktion (hepatische Enzephalopathie) auftreten. Die Betroffenen leiden an Veränderungen der Bewusstseinslage, des Intellekts, des Verhaltens und der Bewegungsabläufe. In diesem Stadium kann den Betroffenen meist nur noch eine Lebertransplantation helfen.

Hinweis Es gibt bislang keine Impfung gegen Hepatitis C. Die hohe Mutationsrate (Veränderung des Erbguts des Virus) macht die Entwicklung eines Impfstoffes schwierig.

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