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Straßenmarkt in Asien © Lukasz Janyst

Hepatitis A

Hepatitis-A-Viren (HAV) verursachen eine akute diffuse Entzündung des Lebergewebes. Die Hepatitis A ist zwar eine ernstzunehmende Erkrankung, verläuft aber im Allgemeinen recht harmlos. Sie heilt vollständig aus und hinterlässt eine lebenslange Immunität. Bei der Hepatitis A sind keine chronischen Verläufe bekannt. Die Ansteckungszeit ist im Vergleich zu anderen Virushepatitiden mit ca. zwei bis vier Wochen kurz. Infizierte Reisende können nach der Rückkehr in ihre Heimat andere Personen anstecken und somit lokale Ausbrüche verursachen . . .

Vor allem bei älteren Menschen und bei Patientinnen/Patienten mit einer Vorschädigung der Leber (Fettleber, Leberzirrhose, Hepatitis B oder C oder andere chronische Lebererkrankungen) kann es zu schweren oder verzögerten Verläufen kommen. Fulminante Verlaufsformen werden bei weniger als 0,1 Prozent der Erkrankten beobachtet. Die Häufigkeit von Todesfällen steigt jedoch mit zunehmendem Alter der Erkrankten. Die Hepatitis A ist eine unangenehme Erkrankung, der jedoch sehr leicht vorgebeugt werden kann.

Übertragungsweg

Die Hepatitis A wird auf fäkal-oralem Weg übertragen. Mangelhafte hygienische Verhältnisse stellen demnach die Hauptgefahr dar. Die Hepatitis A kann grundsätzlich überall vorkommen, besonders in Entwicklungsländern, aber auch in Südeuropa. Sie ist eine der bedeutendsten Nahrungsinfektionen und in allen tropischen und subtropischen Regionen heimisch. Die Übertragung erfolgt über eine sogenannte fäko-orale Schmierinfektion oder über unsauberes Leitungswasser oder Eiswürfel sowie verseuchte Nahrungsmittel wie z.B. Speiseeis, Frischmilch, Salate, kaltes Fleisch, Fisch, Muscheln, Austern und Krebstiere. In den Hepatitis-A-Endemiegebieten (hohe Durchseuchung) wird die Infektion vorrangig im Kindesalter erworben. In diesen Fällen verläuft die Erkrankung meist ohne wesentliche Beschwerden.

Da die Erkrankung bei Kindern gelegentlich unbemerkt verläuft, aber dabei trotzdem Kontaktpersonen angesteckt werden können, treten in Österreich immer wieder Kleinepidemien auf, z.B. innerhalb einer Familie, einer Schule oder eines Kindergartens.

Vorbeugung

Die Durchseuchungsrate mit Hepatitis A ist vor allem in den Mittelmeerländern, im Orient und in den Entwicklungsländern hoch. In Europa sinkt die Zahl der Hepatitis-A-Infizierten seit Jahren.

Die wichtigsten Maßnahmen für eine wirkungsvolle Vorbeugung (Prophylaxe) sind:

  • Schutzimpfung,
  • Hygienemaßnahmen,
  • kein Verzehr von ungekochten Speisen oder ungekochtem Wasser bzw. Eis in Gebieten mit hoher Durchseuchung (Endemiegebiete),
  • Schälen von Früchten.

Das Virus ist gegen Umwelteinflüsse und Temperaturen bis 80° Celsius sehr resistent (beständig).

Das Risiko einer Reisehepatitis hängt von den allgemeinen hygienischen Gegebenheiten der bereisten Region und vom persönlichen Reisestil (Rucksacktourist, Gast im Fünf-Sterne-Hotel) ab. Nach internationalen Untersuchungen bewegt sich das Krankheitsrisiko zwischen 1:50 und 1:10.000 für einen Monat Aufenthalt.

Schutzimpfung

Die herkömmliche Schutzimpfung ist eine aktive Impfung (Totimpfstoff) und besitzt Langzeitwirkung. Sie ist ab dem zweiten Lebensjahr möglich.

  • Impfungsart: zwei Stichimpfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten.
  • Beginn des Impfschutzes: bereits zwei bis vier Wochen nach der ersten Dosis sind bis zu 95 Prozent der Patientinnen/Patienten zuverlässig geschützt.
  • Schutzdauer: zehn Jahre (oder länger) nach der zweiten Impfung.
  • Schutzrate: nach kompletter Grundimmunisierung über 98 Prozent.
  • Auffrischung: alle zehn Jahre oder länger. Nach der zweiten Impfung kann man davon ausgehen, dass bei gesunden Personen der Schutz lebenslang anhält. Eine serologische Prüfung der Immunität wird nach zehn Jahren angeraten (Blutabnahme).
  • Mögliche Nebenwirkungen: bis auf milde lokale Reaktionen in der Regel keine.

Die Impfung gegen Hepatitis A gibt es auch als Kombinationsimpfung mit Hepatitis B. Dabei wird nach folgendem Schema geimpft: Die erste Dosis erfolgt am Tag X, die zweite Dosis nach frühestens zwei Wochen und die dritte Dosis nach sechs bis zwölf Monaten.

Hinweis Wer einmal eine Hepatitis A durchgemacht hat, benötigt keine Impfung. Der Nachweis kann durch eine Laboruntersuchung des Blutes (Blutabnahme) festgestellt werden.

Impfempfehlungen

Die Hepatitis-A-Impfung ist eine ganz besonders wichtige Reiseimpfung und für alle Reisenden anzuraten. Die aktive Immunisierung sollte zeitgerecht, d.h. mindestens drei Wochen vor Reiseantritt erfolgen. Nur dann ist ein absoluter Schutz, auch gegen eine Infektion, die z.B. unmittelbar nach der Ankunft erfolgt, gewährleistet. Wird erst zur Abreise „aktiv“ geimpft, entsteht ein zeitliches Fenster, in dem der Schutz noch nicht sicher gewährleistet ist.

Darüber hinaus wird sie laut österreichischem Impfplan für folgende Personen angeraten:

  • Kleinkinder vor Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung;
  • Hepatitis A-Virus-(HAV-)gefährdetes Personal medizinischer Einrichtungen, einschließlich Schülerinnen/Schüler und Studentinnen/Studenten, z.B. Pädiatrie, Infektionsmedizin, Labor (Stuhluntersuchungen), inklusive Küchen- und Reinigungspersonal;
  • alle in Lebensmittelbetrieben und in der Gastronomie tätigen Personen;
  • Personal von Großküchen, Großcatering, Spitalsküchen und vergleichbarer Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung;
  • Personal von Kinderbetreuungseinrichtungen und Einrichtungen für geistig Behinderte;
  • Kanalisations- und Klärwerkpersonal; Personal, das häufig mit Fäkalien in Kontakt kommt;
  • Personal plasmafraktionierender Unternehmen;
  • Ersthelfer, Militärpersonal bei möglicher Exposition, speziell unter Feld- oder Übungsbedingungen;
  • Personen mit häufigem Bedarf an Plasmaprodukten (z.B.: Hämophile);
  • nicht immune Personen mit chronischer Lebererkrankung wie z.B.: HCV-Infizierte und HBV-Carrier;
  • Kontaktpersonen zu an Hepatitis-A-Erkrankten oder HAV-Ausscheidern;
  • Personen mit Sexualverhalten, welches bezüglich Hepatitis A riskant sein kann.

Die passive Impfung gegen Hepatitis A hat Kurzzeitwirkung und besteht aus einem spezifischen Immunglobulin (HAV-Ig).

  • Impfungsart: einmalige Stichimpfung,
  • Beginn des Impfschutzes: sofort,
  • Schutzdauer: hängt von der Dosierung ab (wird mittels Körpergewicht und Reisedauer errechnet), beträgt max. sechs Monate,
  • Schutzrate: annähernd 95 Prozent,
  • mögliche Nebenwirkungen: keine, gelegentlich kann es zu lokalen Reaktionen an der Einstichstelle kommen.

Eine passive Impfung ist in folgenden Situationen empfehlenswert:

  • als schnelle Schutzmaßnahme bei Kontakt mit Infizierten (die Impfung sollte nicht später als bis zum 14. Tag nach Exposition erfolgen),
  • bei epidemischen Ausbrüchen,
  • bei weniger als 14 Tagen bis zum Antritt der Reise.

Hinweis Personen, die eine passive Impfung bekommen (Immunglobuline), können zusätzlich auch eine aktive Hepatitis-A-Impfung erhalten.

Symptome

Die Erkrankung beginnt mit uncharakteristischen Allgemeinbeschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird in den meisten Fällen der Urin dunkel und der Stuhl hell. Schließlich entwickelt sich eine Gelbsucht (vor allem erkennbar an der Gelbfärbung der Augen und der Haut). Es kann Juckreiz auftreten, auch dumpfe Schmerzen im Bereich des rechten Oberbauches (Bereich der Leber) können bestehen. Der weitere Verlauf ist unterschiedlich.

Diagnose

Die Hepatitis A ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Die Inkubationszeit beträgt 15–45 Tage. Die Infektiosität beginnt sieben bis 14 Tage vor Krankheitsbeginn. Die Labordiagnostik erfasst den positiven Erregernachweis im Stuhl (Antigen ELISA oder PCR) bereits 14 Tage vor der klinischen Erkrankung. Im späteren Verlauf ist ein Virusnachweis im Stuhl jedoch nicht mehr möglich. Der Nachweis von Serumantikörpern (Anti-HAV-IgG und -IgM) im Blut erfolgt mittels ELISA. Laborchemisch (im Blut) zeigt sich meist ein starker Anstieg der Leberwerte (in erster Linie der Transaminasen GOT und GPT als Zeichen von Entzündung und Zerstörung von Leberzellen). Auch der gelbe Blutfarbstoff (Bilirubin) kann stark steigen.

Therapie & Nachsorge

Da es keine spezifische Behandlung der Hepatitis A gibt, wird das Hauptaugenmerk auf Maßnahmen gelegt, die den Allgemeinzustand der Patientinnen/Patienten verbessern und nicht zusätzlich die Leber schädigen. Dazu zählen körperliche Schonung sowie die Vermeidung von Alkohol und Medikamenten, welche die Leberfunktion zusätzlich belasten können. Die empfohlene Alkoholkarenz sollte unbedingt über einige Monate hinweg eingehalten werden. In seltenen Fällen ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Diätetische Maßnahmen haben keinen wesentlichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Zu den Verlaufskontrollen gehören regelmäßige allgemeinmedizinische Untersuchungen und die Kontrolle von Laborwerten, vor allem der sogenannten „Leberwerte“ (GOT, GPT, Bilirubin, alkalische Phosphatase, gamma-GT, Cholinesterase und Prothrombinzeit).

Im Regelfall normalisieren sich die erhöhten Laborwerte im Verlauf mehrerer Wochen. Die Rekonvaleszenz kann in Ausnahmefällen bis zu mehreren Monaten dauern.

Ausführliche Informationen zu GOT, GPT, Bilirubin etc. erhalten Sie in der Laborwerte-Tabelle.

Hinweis Eine durchgemachte Hepatitis A hinterlässt eine lebenslange Immunität.


Wohin kann ich mich wenden?

Die Diagnostik und Behandlung bei Hepatitis A ist in folgenden Einrichtungen möglich:

  • im niedergelassenen Bereich: Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin, Hausärztin/Hausarzt,
  • spezielle Krankenhausambulanz: z.B. Hepatologische Ambulanz,
  • Kassenambulatorien.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Behandlung von Hepatitis A werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Leistungen (z.B. Medikamente, stationäre Aufenthalte) sind Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen. Von manchen Krankenkassen wird die Impfung gegen Hepatitis A bezahlt.

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