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Mann hält Hände an den Bauch © Dan Kosmayer

Aszites

Unter Aszites versteht man eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum. Normalerweise befindet sich dort keine oder sehr wenig Flüssigkeit. Grund für Aszites sind verschiedene Erkrankungen, beispielsweise Leberzirrhose, Nierenfunktionsstörungen oder Rechtsherzinsuffizienz. Auch eine krankhafte Veränderung des Bauchfells, z.B. durch Infektionen oder Krebserkrankungen, führt dazu. Umgangssprachlich wird Aszites auch als „Bauchwassersucht“ bezeichnet . . .

Ursachen

Zu einem Aszites kommt es z.B. bei:

  • Leberzirrhose, Alkoholhepatitis,
  • Budd-Chiari-Syndrom, sinusoidalem Obstruktionssyndrom,
  • Krebserkrankungen (Peritonealmetastasen, Malignom der Leber),
  • Herzinsuffizienz (Rechtsherzinsuffizienz, Pericarditis constrictiva, Globalherzinsuffizienz),
  • Peritonitis (tuberkulös, bakteriell),
  • Nephrotisches Syndrom,
  • Mangelernährung (Eiweißmangel),
  • Pankreatitis und vielem mehr.

Der menschliche Körper besteht zu einem großen Teil aus Flüssigkeit – intra- und extrazellulär. Durch ein komplexes System wird die Verteilung der Flüssigkeit im Gleichgewicht gehalten. Ist das Gleichgewicht durch krankhafte Prozesse gestört, kommt es unter anderem zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe – bei einem Aszites im Bauchraum. Symptome sind unter anderem:

  • Zunahme des Bauchumfangs. Sehr stark kann dies etwa bei alkoholischer Leberzirrhose ausgeprägt sein (umgangssprachlich „Trommelbauch“ genannt – sichtbar an aufgetriebenem Bauch und gespannter Haut);
  • Zunahme des Körpergewichts;
  • unter Umständen eine erschwerte Atmung;
  • zudem können Hernien auftreten.

Bei bestimmten Erkrankungen, z.B. Lebererkrankungen oder Herzinsuffizienz, entsteht die Ansammlung von Flüssigkeit durch Eiweißmangel und ein verstärktes Durchdringen der Blutgefäße bzw. Flüssigkeitsrückstau. Zudem führen Störungen des Lymphsystems zu Aszites, z.B. bei Krebserkrankungen. Die Nieren spielen eine wesentliche Rolle in Zusammenhang mit dem Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Infolge von erkrankter bzw. geschädigter Niere kann es daher zu Flüssigkeitsansammlungen kommen.

Diagnose

Im Zuge der Diagnose werden Vorgeschichte und Beschwerden erhoben. Wesentlich sind beispielsweise Erkrankungen sowie der Lebensstil. Zu einem Aszites kommt es insbesondere bei Menschen, die bereits an einer (schweren) Erkrankung leiden. Oft ist diese bereits bekannt.

Zudem werden durchgeführt:

  • Körperliche Untersuchung inkl. Ultraschall,
  • Laboruntersuchungen (z.B. Leberwerte, Nierenfunktion etc.),
  • Aszitespunktion (Entnahme von Flüssigkeit) und Untersuchung der Proben im Labor.

Je nach Grunderkrankung können auch weitere Untersuchungen notwendig sein.

Therapie

Ein Aszites wird durch eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen behandelt:

  • Salzreduktion in der Ernährung
  • Einschränkung der Trinkmenge
  • Diuretika
  • Bettruhe

Eventuell kann auch ein Eingriff vorgenommen werden (z.B. Punktion, peritoneovenöser Shunt (PVS), transjugulärer intrahepatischer Stent-Shunt (TIPS), Lebertransplantation). Für die Therapie ist zudem die Behandlung der Grunderkrankung wesentlich.

Wohin kann ich mich wenden?

Je nach Ursache sind Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen und Spezialisierungen in den Diagnose- und Therapieprozess involviert, z.B. für Allgemeinmedizin vor allem in der Erstversorgung, Innere Medizin (z.B. Gastroenterologie und Hepatologie, Kardiologie, Onkologie, Infektiologie), Intensivmedizin.

Generell gilt, bei Symptomen wie starker Atemnot, verstärkter Atmung, beschleunigter Atmung, plötzlicher Schmerz im Brustbereich, starken Schmerzen, Angst sowie bläulicher Verfärbung von Lippen/Haut oder Bewusstlosigkeit etc. sofort die Rettung bzw. den Euronotruf anrufen (Notruf 144 oder 112)! 

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