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Magenkrebs: Früherkennung & Diagnose

Wird Magenkrebs im Frühstadium erkannt, sind die Chancen auf Heilung gut. Allerdings wird fast jeder zweite Magenkrebs spät erkannt, weil Warnzeichen nicht ernst genug genommen wurden. Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) ermöglicht eine schnelle, relativ sichere und frühzeitige Diagnose. Dabei können Veränderungen in der Magenschleimhaut festgestellt werden. Frühzeitige Abklärung von Warnsignalen sowie exakte Diagnose erhöhen die Heilungschancen . . .

Früherkennung

Bei folgenden Beschwerden – insbesondere, wenn diese mehr als zwei Wochen anhalten – sollten Sie eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin aufsuchen, um die Ursachen klären zu lassen:

  • Oberbauchbeschwerden,
  • Druck- und Völlegefühl,
  • Aufstoßen,
  • Mundgeruch,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Blähungen,
  • Appetitlosigkeit,
  • plötzliche Abneigung gegen bestimmte Speisen, besonders gegen Fleisch,
  • Gewichtsverlust,
  • schwarzer Stuhlgang („Teerstuhl“),
  • Blässe und Abgeschlagenheit,
  • Leistungsabfall.

Neben der körperlichen Untersuchung werden gegebenenfalls Stuhl und Blut untersucht sowie eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs durchgeführt. Eine echte Früherkennung ist nur durch eine Vorsorgeuntersuchung, am besten im Rahmen einer Magenspiegelung, möglich.

Diagnose

Bei Verdacht auf Magenkrebs werden eine körperliche Untersuchung sowie gegebenenfalls Stuhl- und Bluttests durchgeführt. Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) ermöglicht eine schnelle, relativ sichere und frühzeitige Diagnose. Dabei können Veränderungen in der Magenschleimhaut festgestellt und Gewebeproben entnommen werden. Diese werden im Mikroskop untersucht und auf Infektionen (v.a. Helicobacter pylori) geprüft.

Wird tatsächlich Magenkrebs festgestellt, folgen weiterführende Untersuchungen wie z.B. Ultraschall, endoskopischer Ultraschall, Röntgen der Lunge sowie Laboruntersuchungen, gegebenenfalls auch Computertomographie, Bauchspiegelung (Laparoskopie) und Magnetresonanztomographie der Leber. Dabei wird festgestellt, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, ob Lymphknoten befallen sind oder ob sich Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperregionen gebildet haben.

Anhand der Untersuchungsergebnisse werden Ausbreitung, Wachstumseigenschaften und Aggressivität des Magenkarzinoms beurteilt:

Grading

Mithilfe einer Gewebeuntersuchung wird festgestellt, wie sehr sich die Krebszellen von normalem Magengewebe unterscheiden. Es gibt vier Grade:

  • G1 (niedriges Risiko): Das Tumorgewebe ist der normalen Schleimhaut noch sehr ähnlich (man sagt: gut differenziert oder ausgereift) und gilt als weniger aggressiv.
  • G2 (mittleres Risiko): Das Tumorgewebe unterscheidet sich bereits von der normalen Schleimhaut, es ist mäßig differenziert.
  • G3 (hohes Risiko): Das Tumorgewebe ähnelt dagegen normalem Schleimhautgewebe kaum noch, es ist schlecht differenziert. Diese Tumoren gelten als aggressiv und haben eine ungünstigere Prognose.
  • G4 (sehr hohes Risiko).

Ausbreitungsverhalten

Mit der sogenannten Lauren-Einteilung wird beschrieben, wie der Tumor wächst und sich im Magen ausbreitet.

  • Intestinaler Typ: eher klar begrenzter und differenzierter Tumor, der sich gut operieren lässt. Hier ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen, wenn der Tumor früh entdeckt wird.
  • Diffuser Typ: meist schlecht differenzierter Tumor, der großflächig in die Magenwand wächst. Die Wahrscheinlichkeit, einen Tumor mit einer Operation vollständig zu entfernen, ist geringer.
  • Mischtyp: nicht eindeutig zuzuordnen.

Staging

Mittels der TNM-Klassifikation werden die örtliche Ausbreitung des Tumors sowie der Befall von Lymphknoten und anderen Organen beurteilt.

  • T beschreibt die Ausbreitung des Magenkarzinoms,
  • N beschreibt, ob und, wenn ja, wie viele Lymphknoten befallen sind,
  • M beschreibt, ob Fernmetastasen gefunden wurden.

Wohin kann ich mich wenden?

Haben Sie den Verdacht, an einem Magenkarzinom zu leiden, können Sie sich bezüglich Abklärung an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Chirurgie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten, die bei der Diagnose entstehen, werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Leistungen (z.B. Medikamente, stationäre Aufenthalte) sind Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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