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Laparoskopie © Iryna
Laparoskopie © Iryna

Laparoskopie (Bauchspiegelung)

Die Laparoskopie ist eine Untersuchungs- und/oder Operationsmethode, bei der die Bauchhöhle und die darin liegenden Organe mithilfe eines Laparoskops (spezielle Kamera) sichtbar gemacht werden. Dieses sogenannte Endoskop wird über einen kleinen Hautschnitt und eine Führungshilfe (Trokarhülse) in die Bauchhöhle eingebracht, nachdem diese mit Kohlendioxid aufgefüllt wurde. Ein Laparoskop besteht aus einem dünnen Rohr, das ein optisches Stablinsensystem enthält, das zur Vergrößerung dient, sowie einen Lichtleiter zur Ausleuchtung der Bauchhöhle. Das Laparoskop ist durch einen flexiblen Lichtleiter mit einer starken Lichtquelle verbunden. Es ist an ein hochauflösendes digitales Videokamerasystem angedockt, das die optische Information in Echtzeit auf Monitore überträgt.

Wann ist eine Laparoskopie notwendig?

Bei der diagnostischen Laparoskopie (Bauchspiegelung) geht es ausschließlich um die Inspektion und die Informationsgewinnung über die Beschaffenheit der Bauchorgane (z.B. unklare Bauchbeschwerden).

Bei der operativen Laparoskopie werden zusätzlich neben dem Laparoskop weitere kleine Hautschnitte gesetzt, über die dann spezielle laparoskopische chirurgische Instrumente über Führungshilfen (Trokarhülsen) in die Bauchhöhle eingebracht werden. Mit diesen Instrumenten können dann unter optischer Kontrolle des Laparoskops unterschiedliche operative Eingriffe durchgeführt werden.

Heute wird die Laparoskopie meist mit primärer chirurgischer Zielsetzung eingesetzt (Schlüssellochchirurgie). Viele operative Eingriffe aus den Bereichen Chirurgie, Gynäkologie und Urologie werden bereits routinemäßig laparoskopisch durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Gallenblasenentfernung (bei Gallenblasenentzündung oder Gallensteinen),
  • Operation eines Leisten-, Nabel- und Narbenbruches,
  • Entfernung des Blinddarms,
  • Darmoperationen bei gut- und bösartigen Darmerkrankungen,
  • Magenoperationen,
  • Operationen aufgrund einer Fettsucht (Adipositaschirurgie, metabolische Chirurgie)

  • Operationen bei Zwerchfellbruch und/oder Refluxkrankheit
  • Lösung von Verwachsungen im Bauchraum (nach Voroperationen),
  • Operationen bei gynäkologischen gut- und bösartigen Tumoren (z.B. Zysten),
  • Sterilisation der Frau,
  • Operationen von gut- und bösartigen Tumoren an Niere und Nebenniere sowie
  • Operationen an Prostata und Harnblase bei vorwiegend bösartigen Tumoren.

Welche Vorbereitungen sind erforderlich?

  • Die Patientin/der Patient darf vor dem Eingriff weder essen noch trinken.
  • Blutgerinnungshemmende Mittel müssen rechtzeitig vor der Laparoskopie abgesetzt werden. Der Gerinnungsstatus wird mithilfe einer Blutuntersuchung überprüft.
  • Die Bauchspiegelung erfolgt unter Vollnarkose. Die Art und Weise der Narkose wird die Narkoseärztin/der Narkosearzt im Vorfeld mit Ihnen besprechen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Unter Narkose wird ein zirka zehn bis 20 Millimeter kleiner Hautschnitt gesetzt: meist am Nabelrand. Durch diese Öffnung wird eine dünne Kanüle (Veres-Nadel) eingeführt und der Bauchraum mit Kohlendioxid (CO2) gefüllt. In die so entstandene Höhle wird durch die Bauchdecke eine Führungshilfe (Trokarhülse) eingesetzt. Durch diese wird das Laparoskop in die Bauchhöhle eingebracht, ohne das Kohlenstoffdioxid entweichen kann. Unter optischer Kontrolle können in der Folge weitere Trokare eingesetzt und über diese dann die chirurgischen Instrumente eingeführt werden. Am Ende des Eingriffes wird das "eingeblasene" (insufflierte) Kohlendioxid wieder aus dem Bauch abgesaugt. Die eingesetzten Trokare werden wieder entfernt und die kleinen Hautwunden mit Klammern oder Naht verschlossen.

Welche Vorteile hat die Laparoskopie?

Laparoskopische Eingriffe sind für Patient:innen in der Regel weniger belastend als offene Operationen. Die minimalen Öffnungen in der Bauchdecke verursachen nur kleine Operationsnarben. Dadurch ist der Wundschmerz im Vergleich zu offenen Operationstechniken deutlich geringer. In vielen Studien konnte bei größeren Operationen nachgewiesen werden, dass der Blutverlust im Verlauf einer laparoskopischen Operationen (intraoperativ) geringer ist als bei konventioneller Chirurgie.

Auch Wundinfektionen sind selten. Die Patient:innen können oft früher aus dem Krankenbett aufstehen. Somit verkürzt sich auch der Krankenhausaufenthalt und die Patient:innen können schneller zu ihren Alltagsaktivitäten zurückkehren. 

Auch das kosmetische Ergebnis (kleine Narben) hat für viele Patient:innen große Bedeutung. Besonders hilfreich ist die Laparoskopie bei stark übergewichtigen Patient:innen: Vermeidung großer Bauchschnitte und Verringerung des erhöhten Risikos von Wundheilungsstörungen.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Nach einem laparoskopischem Eingriff können typische kurzfristige Beschwerden auftreten. Diese fühlen sich meist wie ein mehr oder weniger starker Bauchmuskelkater an. Häufig spüren Patient:innen einen ähnlichen Schmerz in den Schultern. Dieser klingt in der Regel rasch ab und ist nach wenigen Tagen nicht mehr spürbar. In der Medizin spricht man vom sogenannter Zwerchfellreiz.

Hinweis Die Komplikationen einer Operation hängen weniger mit der Zugangsmethode als mit der durchgeführten Operation im Bauch zusammen. Insgesamt ist eine Tendenz zu beobachten, dass chirurgische Komplikationen gleich häufig oder seltener vorkommen, wenn die Operation laparoskopisch erfolgte im Vergleich zu offenen Operationen.

Wo wird eine Laparoskopie durchgeführt?

Eine Laparoskopie kann in Krankenhäusern mit Abteilungen für Chirurgie, Urologie und Gynäkologie durchgeführt werden. Je nach Art des Eingriffes ist dieser stationär tagesklinisch oder in einem Mehrtagesaufenthalt durchführbar.

  • Krankenhäuser (mit den Abteilungen für Chirurgie, Urologie und Gynäkologie) in Ihrer Nähe finden Sie unter Kliniksuche.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle diagnostischen und therapeutischen laparoskopischen Operationen werden bei entsprechender Indikation von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Eine Ausnahme bilden dabei spezielle operative Eingriffe, die Patient:innen bei der medizinisch notwendigen Reduktion krankhaften Übergewichtes unterstützen sollen (sogenannte bariatrische oder Adipositas-Operationen). Bei diesen Eingriffen ist im Vorfeld die Kostenübernahme bei der zuständigen Krankenkasse zu beantragen.


Hinweis Im Text wird mit dem Doppelpunkt zwischen männlicher und weiblicher Bezeichnung die Geschlechtervielfalt berücksichtigt.

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