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Magnetresonanztomographie © Robert Kneschke

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie (MRT) – auch als Kernspintomographie oder MRI bezeichnet – ist ein diagnostisches Verfahren zur Erzeugung von Schnittbildern des menschlichen Körpers. Im Unterschied zur Computertomographie (CT) erfolgt dies ohne Einsatz von Röntgenstrahlung in einem Magneten mit hoher Feldstärke. Es werden Radiowellen erzeugt und durch den Körper, der im Magneten liegt, geschickt. Diese elektromagnetischen Wellen führen zur Ausrichtung bestimmter Atomkerne (Wasserstoffkerne) im Magnetfeld . . .

Bei der Rückkehr der Kerne in den Normalzustand senden diese ein Signal aus, das eingefangen und in Form von Bildern dargestellt wird. Computergesteuert können so unterschiedliche Gewebe, aber auch krankhafte Veränderungen wie Tumoren dargestellt werden. Zur besseren Beurteilung bestimmter Gewebe (z.B. Tumorgewebe, entzündlich verändertes Gewebe) wird manchmal ein metallhaltiges Kontrastmittel (meist ein Gadolinium-Präparat) über eine oberflächliche Vene verabreicht.

Die MRT hat einen besonderen Stellenwert in der Beurteilung von Gehirn und Rückemmark sowie von Gelenken, Weichteil-, Leber und Nebennierentumoren sowie Gallengangserkrankungen.

Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Die Untersuchung findet in einem sehr starken Magnetfeld statt. Metallteile, die in das Magnetfeld gelangen, können zu Verletzungen und zu Bildfehlern – sogenannte Artefakte – führen.

Hinweis Herzschrittmacher, implantierte Defibrillatoren sowie Innenohrimplantate und ähnliche Implantate können durch das Magnetfeld beschädigt werden. Informieren Sie daher Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt vor der Untersuchung darüber!


Folgende Gegenstände müssen vor Untersuchungsbeginn entfernt werden:

  • Uhr, Brille, Schmuck, Haarnadeln und Spangen, Piercings, Make-up,
  • Geldbörse, lose Geldmünzen, Scheckkarten mit Magnetstreifen,
  • Metallteile an der Kleidung wie Gürtelschnallen, Reißverschluss, BH, Nieten,
  • herausnehmbarer Zahnersatz (Prothesen) sowie
  • Hörgeräte, Akupunkturnadeln.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung erfolgt im Liegen. Die Patientin/der Patient wird auf einer fahrbaren Liege in einen röhrenförmigen Magneten geschoben. Die Dauer ist von der zu untersuchenden Region abhängig und beträgt zwischen 20 und 40 Minuten. Während der Untersuchung sollte die Patientin/der Patient völlig ruhig mit geschlossenen Augen liegen. Bei Kleinkindern kann daher eine Kurznarkose oder eine medikamentöse Beruhigung notwendig sein. Die Überwachung des Kreislaufs erfolgt dann mittels eines Pulsoxymeters, das an einem Finger befestigt wird.

Arme und Beine dürfen nicht verschränkt werden, da es ansonsten durch die Erzeugung von Induktionsschleifen zu Hautverbrennungen kommen kann. Die relativ lauten Klopfgeräusche während der Untersuchung entstehen durch die elektromagnetischen Schaltungen und sind völlig normal. Um die Lärmbelästigung während des Untersuchungsvorgangs erträglich zu gestalten, erhält die Patientin/der Patient Ohrstöpsel oder Kopfhörer.

In manchen Fällen (z.B. wenn es um die Unterscheidung zwischen Tumor- und gesundem Gewebe geht) wird mittels Infusionspumpe während der Untersuchung ein Kontrastmittel über eine oberflächliche Armvene injiziert.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Die Magnetresonanztomographie ist ein sehr risikoarmes und schmerzfreies Untersuchungsverfahren. Dennoch kann es in Einzelfällen zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Durch die Bewegungslosigkeit in der engen Magnetröhre kann es zu Anfällen von plötzlicher Furcht (Klaustrophobie) kommen. In diesem Fall ist die Gabe eines Beruhigungsmittels durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt möglich.
  • Durch metallhaltige Farbstoffe in (Permanent)-Make-ups oder Tätowierungen kann es zu Hautreizungen, Schwellungen und Wärmegefühl kommen.
  • Neben den allgemeinen Nebenwirkungen beim Einsatz von Kontrastmitteln kann es bei hämodialysepflichtigen Patientinnen/Patienten nach Verabreichung bestimmter Gd-haltiger Kontrastmittel zu einer schweren Bindegewebserkrankung (NSF) kommen. Teilen Sie daher der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt ein etwaiges hämodialysepflichtiges Nierenleiden vor der Untersuchung mit!

Hinweis Im Falle einer Schwangerschaft besteht das potenzielle Risiko einer Schädigung des ungeborenen Kindes. Deshalb wird eine MRT in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen durchgeführt!


Wo wird eine Magnetresonanztomographie durchgeführt?

Eine Magnetresonanztomographie wird in speziellen Instituten oder in Krankenhäusern mit radiologischer Abteilung durchgeführt. Eine Überweisung ist erforderlich. Die Untersuchung selbst wird meist von einer Radiologietechnologin oder einem Radiologietechnologen durchgeführt. Ist eine Kontrastmittelgabe erforderlich, wird zunächst ein venöser Zugang durch eine Ärztin/einen Arzt gestochen und dann das Kontrastmittel verabreicht. Nach Erstellung der Bilder erfolgt die Befundung durch die Radiologin/den Radiologen.

  • Fachärztinnen/Fachärzte für Radiologie, MR-Institute in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche
  • Krankenhäuser (mit radiologischer Abteilung) in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Spitalssuche

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für eine MRT-Untersuchung benötigen Sie eine Zuweisung. Diese wird meist von Fachärztinnen und Fachärzten ausgestellt und ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Für eine Kostenübernahme durch die Krankenversicherungsträger bedarf es einer chefärztlichen Bewilligung innerhalb dieses Zeitraums.

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