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Fußuntersuchung © WavebreakMediaMicro

Hohlfuß

Beim Hohlfuß (Pes excavatus, Pes cavus) ist das Längsgewölbe der Fußsohle nach oben gezogen, die Zehen werden in eine Krallenstellung gezwungen. Es wird eine angeborene von einer erworbenen Form unterschieden. Je nachdem, ob durch die Fehlstellung vor allem der Fußballen oder die Ferse belastet wird, entsteht der Ballen- bzw. der Hackenhohlfuß. Meist knickt das Fersenbein (Calcaneus) und daraufhin das gesamte Sprunggelenk beim Hohlfuß nach außen. Diese Fehlstellung wird Varusstellung des Fußes genannt.

Ein Hohlfuß kann verschiedene Beschwerden an Fuß und Fußgelenk auslösen. Die Fehlbelastung des Fußes kann jedoch auch Auswirkungen auf den gesamten Stütz- und Bewegungsapparat haben. Der Hohlfuß wird orthopädisch behandelt. Durch eine Physiotherapie kann der Behandlungserfolg optimiert werden. Die Hohlfußbehandlung hat sowohl eine Rückbildung der Fehlstellung als auch eine Vorbeugung von Haltungsstörungen zum Ziel. 

Welche Ursachen hat der Hohlfuß?

Eine genetisch bedingte Muskeldysbalance mit Krümmung der Fußsohle kann zu einer Hohlfußbildung führen. Weiters tritt der Hohlfuß infolge von Muskel- oder Nervenerkrankungen auf, die zu einer fehlerhaften Muskelfunktion (z.B. Lähmungen) der Fußmuskulatur führen. Auch unfallbedingte Knochen- und Gelenkschädigungen können diese Fehlbildung verursachen. Wenn keine Ursache gefunden werden kann, liegt eine sogenannte idiopathische Hohlfußbildung vor.

Welche Symptome können auftreten?

Durch die Vorfußbelastung werden die Zehengrundgelenke auseinandergedehnt, es entsteht ein Spreizfuß (Hohlspreizfuß). Zusätzlich können sich Druckstellen und Hühneraugen (Klavi) im Bereich der Zehengrundgelenke bilden. Die Fehlbelastung führt häufig zu Verstauchungen des Sprunggelenks und seltener zu Belastungsbrüchen von Fußknochen. Ein Hohlfuß kann Gelenkschäden des Fußes und Gangschwierigkeiten sowie ein Ungleichgewicht von Muskeln und Gelenken im gesamten Körper verursachen. Als mögliche Folgen kommen Schmerzen, Muskel-, Gelenk- und in weiterer Folge Knochenschäden infrage.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Um eine Diagnose stellen zu können, fragt die Ärztin/der Arzt zunächst nach Vorerkrankungen und begutachtet die Füße genau. Wenn möglich wird auch eine Ganganalyse durchgeführt. Es folgt eine neurologische Basisuntersuchung, um mögliche neurologische Ausfälle zu entdecken. Mittels Röntgen, wenn nötig auch Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) können Fehlstellungen beziehungsweise nachfolgende Gelenk-, Band- und Knochenschäden beurteilt werden. Wenn die Ärztin/der Arzt eine Nervenerkrankung als Ursache vermutet, kann sie/er zusätzlich eine Elektroneurographie (ENG) bzw. eine Elektromyographie (EMG) durchführen lassen.

Wie erfolgt die Behandlung eines Hohlfußes?

  • Nicht operative Maßnahmen: Anfangs können Einlagen oder orthopädische Schuhe zur Linderung von Beschwerden eines Hohlfußes angepasst werden. Zusätzlich zu einer orthopädischen Behandlung kann eine Physiotherapie Beschwerden lindern und Haltungsstörungen entgegenwirken.

  • Operative Maßnahmen: Wenn das Wachstum abgeschlossen ist, können in ausgeprägten Fällen Knochenteile von bestimmten Fußknochen operativ entfernt werden (Osteotomie), um die Fehlstellung auszugleichen. Auch eine Verlagerung von Sehnen und eine Spaltung der Sehnenplatte, die das Fußgewölbe unterstützend fixiert (Plantarfaszie), können die Fehlstellung ausgleichen. Zusätzlich ist eine Versteifung von Gelenken (Arthrodese) gegen die Hohlfußbildung beziehungsweise Krallenbildung möglich.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden an den Füßen können Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Orthopädie wenden. Bei Fußfehlstellungen von Kindern ist die Kinderärztin/der Kinderarzt meist die erste Anlaufstelle. Diese/dieser kann bei Bedarf eine Überweisung zur Fachärztin/zum Facharzt für Kinderorthopädie ausstellen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.  

Heilbehelfe und Hilfsmittel wie z.B. orthopädische Einlagen müssen von der Ärztin/vom Arzt verordnet und in manchen Fällen vom zuständigen Krankenversicherungsträger bewilligt werden. Von der Versicherten/vom Versicherten ist eine Kostenbeteiligung (Selbstbehalt) vorgesehen. Nähere Informationen finden Sie unter Der Weg zu Heilbehelfen & Hilfsmitteln.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist

Ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?
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