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Arzt tastet Bauch von Mädchen ab © dalaprod

Akute Blindarmentzündung

Die Blinddarmentzündung (Appendizitis) tritt in jedem Alter auf, bevorzugt allerdings zwischen zehn und 15 Jahren. Bei Kindern unter zwei Jahren ist sie selten. Es besteht eine familiäre Häufung. Bei akuter Blinddarmentzündung klagen die Kinder über Bauchschmerzen, die oft in der Nabelgegend beginnen und später in die rechte untere Bauchregion ziehen. Fast immer treten Übelkeit und Erbrechen auf. Ursächlich kommt es zu einer Verlegung des Wurmfortsatzes (Appendix) beispielsweise durch Schleimhautschwellung, Darminhalt oder Fremdkörper. Darmkeime können eine Entzündung mit Abszessbildung verursachen, die bei einem Durchbruch in die Bauchhöhle zu einer gefährlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen kann . . .

Symptome

Bei akuter Blinddarmentzündung klagen die Kinder über Bauchschmerzen, die oft in der Nabelgegend beginnen und später in die rechte untere Bauchregion ziehen. Fast immer treten Übelkeit und Erbrechen auf, seltener milder Durchfall. Die Kinder winkeln oft das rechte Bein an und vermeiden die Belastung beim Gehen. Einbeinhüpfen ist meist nicht möglich. Bei beginnender Bauchfellentzündung wird der Bauchschmerz diffuser.

Diagnose & Therapie

Es findet sich ein Druckschmerz im rechten Unterbauch und nicht selten ein Klopf- und Loslassschmerz auf der Gegenseite. Häufig besteht zwischen in der Achsel und rektal gemessener Körpertemperatur ein Unterschied von mehr als einem Grad Celsius. Die Diagnose ist bei typischem Erscheinungsbild leicht, aber wegen der oft uncharakteristischen Beschwerden besonders beim Kleinkind schwieriger.

Springen ist ein guter Test: Man fordert das Kind auf, zu springen und auf beiden Fersen zu landen oder von einem niedrigen Stuhl zu hüpfen. Wenn dies keine Schmerzen auslöst, ist eine Blinddarmentzündung eher unwahrscheinlich. Die Laborparameter sind unspezifisch. Eine Ultraschalluntersuchung kann hilfreich sein. Im Zweifel muss das Kind in ein Krankenhaus aufgenommen und alle zwei bis vier Stunden erneut untersucht werden. Wichtige Differentialdiagnosen sind unter anderem eine beginnende infektiöse Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis), chronische Verstopfung oder eine Harnwegsinfektion.

Der Wurmfortsatz wird chirurgisch entfernt, häufig sogar ambulant, das heißt, die Patientin/der Patient kann bereits am Tag der Operation wieder nach Hause. Eine rechtzeitig vorgenommene Blinddarmoperation ist heutzutage ein Routineeingriff mit einer sehr geringen Komplikationsrate. Die Operation dauert nur einige Minuten und wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Was ist vor der Operation zu beachten?

Am Tag des Eingriffes sollte die Patientin/der Patient sechs Stunden vor der Narkose nichts mehr essen und keine trüben Flüssigkeiten (Kaffee, Kakao, Tee) trinken. Zwei Stunden vor der Narkose sollten auch keine klaren Flüssigkeiten (Mineral-, Leitungswasser) mehr getrunken werden.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Die Narkose lässt relativ schnell nach, sodass Ihr Kind bald wieder ansprechbar und munter ist. Nach einer Blinddarmoperation bleibt die Patientin/der Patient noch für einige Zeit unter Beobachtung.  Am Tag der Operation muss der Darm vollständig geschont werden, d.h. das Kind darf weder essen noch trinken. Deshalb kann eine Infusion zur künstlichen Ernährung angelegt werden.

Bei gutem Verlauf kann am ersten Tag nach dem Eingriff bereits etwas Tee gegeben werden. Danach beginnt man mit leicht verdaulichen Speisen wie Zwieback und Suppen. Über die genauen Ernährungsvorschriften wird die Ärztin/der Arzt Sie vor der Entlassung informieren. Bis die Fäden gezogen sind, sollte Wasserkontakt der Wunde möglichst vermieden werden. In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollte sich das Kind körperlich noch etwas schonen. Wann Ihr Kind wieder den Kindergarten bzw. die Schule besuchen kann, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt abhängig vom Heilungsverlauf entscheiden.

Was tun bei möglichen Komplikationen?

Sie sollten umgehend mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen, wenn Ihr Kind Fieber oder starke Schmerzen bekommt oder wenn der Wundbereich stark gerötet ist.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Verdacht auf eine akute Blinddarmentzündung sollte umgehend eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin, eine Ärztin/ein Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde oder eine Notärztin/ein Notarzt konsultiert bzw. ein Krankenhaus aufgesucht werden.

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