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Älteres Pärchen beim Radfahren © Monkey Business

Demenz: Vorbeugung

Ist es möglich einer Demenz vorzubeugen? Wahrscheinlich nur in einem beschränkten Ausmaß. Eine wichtige Rolle spielen bei der Prävention bestimmte Risikofaktoren, die mit der Entwicklung einer Demenz in Verbindung stehen. So zeigen statistische Untersuchungen, dass Demenz seltener bei Personengruppen auftritt, die sich regelmäßig bewegen sowie ein aktives geistiges und soziales Leben führen.
Dieser Zusammenhang kann auch gut durch wissenschaftliche Nachweise (Evidenz) untermauert werden. Von Expertinnen/Experten wird daher ein entsprechender gesunder Lebensstil empfohlen (Medizinische Leitlinie „Besser Leben mit Demenz“, Competence Center Integrierte Versorgung, WGKK, 2011).

Lebensstil und Demenzrisiko

Zu einem aktiven, das Demenzrisiko senkenden Lebensstil zählen Aktivitäten wie zum Beispiel:

  • Lesen, 
  • Schreiben (z.B. Tagebuch),
  • Lernen bzw. Praktizieren von Fremdsprachen,
  • Musizieren bzw. Singen,
  • Teilnahme an Weiterbildungskursen,
  • Engagement in der Gemeinschaft (z.B. Familie, Verein) sowie
  • regelmäßige Bewegung und Sport, z.B. Spiel- und Gruppensport, Tanzen oder Ausdauertraining.

Ein aktives Leben trägt dazu bei, den natürlichen Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit und des Gedächtnisses besser zu bewältigen. Gleiches dürfte für demenzbedingte Einschränkungen gelten: Regelmäßiges Training hält Geist und Körper „in Schwung“. Dadurch können im Gehirn „Reserven“ aufgebaut werden, die erkrankte Gehirnbereiche ersetzen, wodurch sich das Auftreten dementieller Störungen verzögert.

Weitere Informationen: Gesundes Altern.

Demenz und Herz-Kreislauf-Risikofaktoren

Zur Vorbeugung einer Demenz spielen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bzw. bestehende Erkrankungen eine wichtige Rolle. Dazu zählen:

Auch Diabetes mellitus erhöht das Demenzrisiko. In diesem Sinne gilt: Was für die Blutgefäße gut ist, ist auch fürs Gehirn gut. Eine gesunde Ernährung, das Halten eines normalen Körpergewichts, regelmäßige Bewegung und Nichtrauchen senken das Risiko nicht nur für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sondern auch für die Entstehung einer Demenz. Dies gilt besonders für die vaskuläre Demenz, aber auch für die Alzheimer-Demenz. Daher wird die Kontrolle der vaskulären Risikofaktoren (z.B. Blutdruck, Blutfett) vor allem im mittleren Lebensalter u.a. zur Demenzvorbeugung empfohlen (siehe Herzinfarkt vorbeugen).

Leichte kognitive Störung

Der Abbau geistiger Leistungen und leichte kognitive Störungen (Mild Cognitive Impairment, MCI) können sich zu einer Demenzerkrankung weiterentwickeln. Sie können viele verschiedene Ursachen haben. Wichtig ist eine genaue Diagnose, um die Ursachen festzustellen und eventuell andere Grunderkrankungen zu behandeln. Auch eine Verlaufsbeobachtung ist notwendig, um die Entstehung einer Demenz zu erkennen und diese frühzeitig zu behandeln, um die Lebensqualität zu erhalten. Laut der medizinischen Leitlinie „Besser Leben mit Demenz“ können derzeit keine Medikamente empfohlen werden, die eine mögliche Weiterentwicklung einer MCI zu einer Demenz verhindern. Möglicherweise sind medizinische Nahrungsergänzungsmittel, wie Acutil, Souvenaid oder Ginkgo in diesem Statium sinnvoll.

Demenz als Folgeerkrankung vermeiden

  • Schlaganfall: Nach einem erlittenen Schlaganfall – auch weiter zurückliegend – ist das Demenzrisiko, vor allem für die Entstehung einer vaskulären Demenz, erhöht. Besonders in Verbindung mit weiteren Herz-Kreislauf-Risikofaktoren steigt dieses Risiko. Eine gezielte Schlaganfalltherapie ist eine wichtige Vorbeugemaßnahme für Folgeerkrankungen, wie z.B. Demenz. Weitere Informationen: Schlaganfall.
  • Alkoholkrankheit: Hoher bzw. krankhafter Alkoholkonsum erhöht das Demenzrisiko. Weitere Informationen: Alkoholabhänigigkeit.
  • Neurologische Erkrankungen: Bei bestimmten neurologischen Erkrankungen, z.B. Parkinson oder Trisomie 21 (Down Syndrome) kann eine Demenz als Folgeerkrankung entstehen. Durch regelmäßige ärztliche Betreuung kann eine Demenz frühzeitig behandelt und so die Lebensqualität erhalten werden.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren

In epidemiologischen Studien wurden auch Risikofaktoren erforscht, die mit dem Auftreten einer Demenzerkrankung in Verbindung stehen, jedoch nicht beeinflussbar sind. Dazu zählen Alter, Geschlecht und Erbanlagen.

  • Alter: Je höher das Lebensalter, desto größer ist das Risiko, eine Demenzerkrankung zu entwickeln. So beträgt die Häufigkeit (Prävalenz) in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen rund 0,7 Prozent bei Frauen und 0,6 Prozent bei Männern – rund 7 bzw. 6 Personen von 1.000 Personen leiden an eine Demenz. In der Altersgruppe der 85- bis 89-Jährigen sind rund 140 Frauen und rund 90 Männer von 1.000 Frauen/Männern von einer Demenz betroffen.
  • Geschlecht: Frauen sind häufiger (rund doppelt so oft) von Demenz betroffen als Männer (bedingt vor allem durch die höhere Lebenserwartung).
  • Erbliches Risiko: Eine Häufung von Demenzfällen in der Familie ist ein Hinweis, dass genetische Ursachen eine Rolle spielen. Speziell bei der Chorea-Huntington-Erkrankung liegt ein genetischer Defekt zugrunde, sie wird daher als autosomal dominant vererbte Demenz bezeichnet. Es sind keine spezifischen Behandlungen verfügbar. Bestimmte Symptome, wie Bewegungsstörungen, können durch Medikamente gelindert werden. Genetische Tests zur Verdachtsabklärung sollen nur mit einem vorherigen speziellen genetischen Beratungsgespräch durchgeführt werden.

Substanzen ohne vorbeugende Wirkung

Zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen sind – so wie zur Heilung – keine wirksamen Medikamente verfügbar. Zur Demenzprävention ausdrücklich nicht empfohlen werden in medizinischen Leitlinien u.a. folgende Substanzen und Medikamente aufgrund der fehlenden Wirkung bzw. möglicher unerwünschter Wirkungen:

  • Vitamine, vor allem Vitamin E,
  • Alkohol,
  • Statine (Medikamente, die u.a. als Cholesterinsenker eingesetzt werden),
  • nicht steroidale, entzündungshemmende Medikamente und
  • Hormone (Östrogen und/oder Progesteron).

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