Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Medikamente und Hanteln © Andrea Kusajada

Doping – Erfolg um jeden Preis?

Schneller, stärker, weiter, höher: Fit und sportlich zu sein, wird von vielen als Zeichen von Erfolg und Attraktivität gesehen. Wer richtig trainiert, kann stolz auf das sportliche Ergebnis sein. Manche Sportlerinnen und Sportler helfen allerdings mit anderen Mitteln und Methoden nach, um erfolgreich zu sein. Egal ob leichtfertiger Medikamentenmissbrauch im Breitensport oder verbotenes Doping im Profi- und Spitzensport: Beides kann der Gesundheit nachhaltig schaden!

 Außer Frage steht: Wer sich regelmäßig bewegt, lebt gesund. Dies gilt in erster Linie für gesundheitsorientierte Sportler und weniger für den Leistungssport. Untersuchungen zeigen jedoch, dass manche Hobbysportler bereit sind, auch Medikamente oder im Profi-Sport verbotene Dopingmittel einzusetzen, um ihre Ziel zu erreichen. Sie gehen damit – bewusst oder unbewusst – ein gesundheitliches Risiko ein.

„Doping“ im Breitensport

Doping im Breiten- und Freizeitsport wird als Medikamentenmissbrauch bezeichnet. Die strengen Dopingregeln und Sanktionen, wie Sperren bei Wettbewerben, beziehen sich nicht nur auf den organisierten Leistungssport. Prinzipiell kann jede Sportlerin/jeder Sportler, die an einem Hobbywettkampf teilnimmt, auf Doping getestet werden. Zudem ist der Handel mit den meisten Medikamenten für Privatpersonen verboten. Zudem ist für die Medikamente oft eine ärztliche Verschreibung notwendig. Wer sich die Mittel illegaler Weise über das Internet besorgt, macht sich strafbar. Das gilt auch für Personen, die mit Medikamenten handeln.

Über die Verbreitung von „Doping“ im Breitensport gibt es in Österreich keine wissenschaftlich fundierten Zahlen. Dennoch weisen Fachleute aufgrund von Beobachtungen und Untersuchungen in anderen Ländern auf Bereiche im nicht organisierten Sport hin, in denen Medikamentenmissbrauch relativ häufig vorkommt und mit Gesundheitsgefahren verbunden ist.

Bodybuilding & Anabolika

Als eines der größten Probleme des „Doping“ im Breitensport wird von Fachleuten die Verwendung von anabolen Steroiden (Anabolika) und anderen Hormonen gesehen. Dies zeigt sich den hohen Mengen beschlagnahmter Substanzen durch die Behörden (Zoll, Polizei, etc.). Im Vordergrund steht dabei weniger die sportliche Leistungssteigerung sondern das Bestreben, den Körper nach den eigenen Vorstellungen zu formen. Auch viele Jugendliche würden Anabolikg einnehmen, um das Muskelwachstum zu beschleunigen.

Die gesundheitlichen Gefahren: Anabolika haben gefährliche Nebenwirkungen. Die Folgen sind u.a. Hodenschrumpfungen und Impotenz bei Männern bzw. „Vermännlichung“ des Körpers, Unfruchtbarkeit bei Frauen, Risiko für Herzgefäßerkrankungen, schädliche Veränderungen des Fettstoffwechsels etc.

Sport & Schmerzmittel

Um beim Sport bzw. bei einem Wettkampf, z.B. Marathon, Triathlon, Radrennen, Tennisturnier etc., trotz leichter Beschwerden fit und leistungsfähig zu sein, werden von manchen Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportlern vor der Veranstaltung oder beim Training Schmerzmittel eingenommen. Oft erfolgt die Einnahme ohne ärztliche Kontrolle und ohne medizinische Notwendigkeit.

Die gesundheitlichen Gefahren: Schmerzen als die natürlichen Warnzeichen des Körpers werden ausgeschaltet und der Körper bekommt nicht die Schonung, die er eigentlich benötigt. Dadurch steigt die Verletzungsgefahr bzw. verzögert sich die Heilung bestehender Verletzungen. Auch akute Überlastungssyndrome oder ein Kreislaufzusammenbruch durch Überanstrengung sind möglich. Zudem können bei jedem Medikament auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.

Fitsport und Nahrungsergänzungsmittel

Beim fitnessorientierten Sport geht es oft auch um gutes Aussehen und eine schlanke Figur. Mit regelmäßigem, gezielten Training und ausgewogener Ernährung lassen sich die gewünschten körperlichen Effekte erzielen. Nahrungsergänzungsmittel, Sportnahrung oder Medikamente sollen dabei manchmal den Erfolg beschleunigen. Der Konsum kann jedoch mit gesundheitlichen Gefahren verbunden sein. Beispiele sind:

  • Entwässerungsmittel (Diuretika): Sie werden mitunter missbräuchlich eingesetzt, um das Gewicht zu reduzieren. Diese Mittel bewirken jedoch keinen Fettabbau.
    Die gesundheitlichen Gefahren: Entwässerungsmittel entziehen dem Körper wichtige Mineralstoffe, es kann u.a. zu dauerhaften Nierenschäden kommen.
  • „Fatburner“: Um den Fettabbau vorgeblich zu beschleunigen, werden bestimmte Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel im Internet, in Fitnesscentern oder in speziellen Shops als „Fatburner“ angepriesen. Diese Produkte sollen u.a. den Fettstoffwechsel beschleunigen, den Appetit zügeln und entwässernd wirken. Dazu zählen u.a. Präparate, die bestimmte Vitamine, Mineralstoffe, Hormone und Enzyme enthalten sowie anregende Lebensmittel wie Tee oder Kaffee. Sportnahrung wird meist mit dem Hinweis „auf pflanzlicher Basis“ verkauft. Eine fettabbauende Wirkung dieser Nahrungsergänzungsmittel konnte bisher jedoch wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Manche „Fatburner“ können auch Stoffe enthalten, die als Dopingmittel gelten bzw. nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden dürfen, z.B. Ephedrin. Dieser Stoff wird aus Pflanzen gewonnen oder synthetisch hergestellt und ist u.a. in rezeptpflichtigen Asthmamitteln und Nasentropfen enthalten.
    Die gesundheitlichen Gefahren: Bei einer Überdosierung mit Ephedrin können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, z.B. Unruhe oder Angstzustände sowie Blutdruckanstieg.
  • NO-Booster (Stickstoffmonoxid-Booster) sollen zur Erweiterung der Blutgefäße führen und leistungssteigernd wirken, wofür es jedoch keine wissenschaftliche Evidenz gibt.

Normalerweise ist eine sportartgerechte Ernährung ausreichend, um den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Eine zusätzliche Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen sollte immer in Absprache mit Ärztinnen/Ärzten oder Ernährungsberaterinnen/Ernährungsberatern erfolgen. Eine ärztliche Kontrolle ist wichtig, um über den persönlichen Gesundheitszustand und mögliche Risiken aufgeklärt zu werden. Nahrungsergänzungsmittel mit Arzneimittelzulassung sind strengen Qualitätskriterien unterworfen. Produkte ohne diese Prüfung können in geringen Mengen auch Substanzen enthalten, die als Dopingmittel gelten, z.B. Steroidhormone.

Weitere Informationen finden Sie unter Sport & Ernährung.

in den FAQ Ernährung:

  • Fatburner & Co. im Hobbysport
  • Nahrungsergänzung im Sport

Doping im Leistungssport

Doping ist definiert als das Vorliegen eines oder mehrerer Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen, z.B. das Vorhandensein eines verbotenen Wirkstoffs, die Anwendung einer verbotenen Methode, die Weigerung sich einer Probe zu unterziehen, der Besitz verbotener Wirkstoffe und das Dealen damit. Die Anti-Doping-Bestimmungen gelten für den gesamten organisierten Sport. Die Nationale Anti-Doping Agentur GmbH (NADA Austria) hat als unabhängige Dopingkontrolleinrichtung im Sinne des Anti-Doping Bundesgesetzes (ADBG) die Aufgabe, Doping zu bekämpfen. Auf internationaler Ebene werden die Anti-Doping-Bemühungen durch die WADA (World Anti-Doping Agency) koordiniert. Grundlagen sind der WADA-Code, in dem die Dopingregeln festgehalten sind, und die jährlich aktualisierte Verbotsliste. In Österreich gelten neben dem WADA-Code u.a. auch die gesetzlichen Regelungen des Anti-Doping-Bundesgesetzes, des Arzneimittelgesetzes und des Strafgesetzbuches.

Doping und gesundheitliche Folgen

Doping und Medikamentenmissbrauch kommen in allen Sportarten und Leistungsniveaus vor. Es gibt keine Sportart, in der es nicht möglich wäre mit Medikamenten, Drogen oder verbotenen Dopingmitteln seine Leistung zu verbessern. Nur: Der missbräuchliche Einsatz von Medikamenten bei gesunden Menschen hat seinen Preis. Bezahlt wird mit einem hohen Risiko, die Gesundheit zu gefährden. Alle Dopingmittel werden in der von der WADA (World Anti-Doping Agency) jährlich aktualisierten Dopingliste genannt. Die aktuelle Dopingliste und eine Medikamentenabfrage finden Sie auf der Website der NADA Austria.

Anabolika

Anabolika sind künstlich hergestellte Hormone. Die meisten Anabolika leiten ihre Wirkung vom männlichen Sexualhormon Testosteron ab. Als verbotenes Dopingmittel soll es den Eiweißstoffwechsel und den Muskelaufbau verbessern.

Zu den Folgeschäden bzw. Nebenwirkungen zählen:

  • Vorzeitiger Wachstumsstopp bei Jugendlichen, Steroid-Akne, Bluthochdruck, toxische Leberschäden mit Leberverfettung, Erkrankungen oder Verengungen der Herzkranzgefäße, erhöhtes Herzinfarktrisiko, Störungen des Fettstoffwechsels, psychische Symptome wie psychische Abhängigkeit, gesteigerte Aggressivität mit Gewaltbereitschaft.
  • Bei Männern: Impotenz, Hodenschrumpfung mit vermindertem Ejakulat, Prostatavergrößerung mit erhöhtem Risiko für Prostatakrebs, Brustwachstum, Haarausfall.
  • Bei Frauen: Vermännlichung, vermehrte Körperbehaarung und Bartwuchs, ausbleiben der Regel, Unfruchtbarkeit.

Insulin

Das für den Zuckerstoffwechsel wichtige Hormon Insulin wird als Medikament bei Diabeteserkrankungen eingesetzt, wenn der Körper zu wenig Insulin produziert. Als verbotenes Dopingmittel soll es aufbauende Stoffwechselprozesse beschleunigen. Insulingabe bei gesunden Menschen kann sehr rasch zu einer lebensbedrohenden Unterzuckerung und zum Tod führen.

Erythropoetin (EPO, CERA)

Das Hormon Erythropoetin ist für die Bildung roter Blutkörperchen von Bedeutung. Als Medikament kommt es in der Behandlung von Blutarmut bzw. bei gestörter Blutbildung zur Anwendung. Als verbotene Dopingsubstanz wird es eingesetzt, um die Zahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen (Blutdoping).

Zu den Nebenwirkungen zählen:

  • Höhere Zähigkeit des Blutes („Blutverdickung“), dadurch steigende Thrombosegefahr, höheres Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungenembolie, höhere Anfälligkeit für Infektionen, Bluthochdruck.

Wachstumshormon (HGH, Somatropin)

Das Wachstumshormon reguliert das Längenwachstum bei Jugendlichen und regt die Zellteilung an. Als Medikament wird es bei Störung der körpereigenen Produktion oder bei Wachstumsstörungen verordnet. Als verbotene Dopingsubstanz soll es das Muskelwachstum anregen.

Zu den Nebenwirkungen zählen:

  • Krankhaftes Wachstum der Körperspitzen (Akromegalie), wie Kinn, Kopf, Hände oder Füße, aber auch eine Vergrößerung der inneren Organe und ein höheres Tumorrisiko. Die Wirkungen der Wachstumssubstanzen sind derzeit noch nicht vollständig erforscht: So kann es zu Veränderungen verschiedenster Funktionen der Zellsysteme kommen, deren Auswirkungen oft erst nach vielen Jahren erkennbar sind.

Stimulanzien (Aufputschmittel)

Zu den Stoffen mit aufputschender Wirkung zählen z.B. Amphetamine, Ephedrin, Kokain und in hohen Mengen Koffein. Ephedrin ist z.B. in Hustensäften enthalten. Als verbotene Dopingsubstanzen werden Stimulanzien kurz vor oder während des Wettkampfes eingenommen, um Ermüdungszeichen, Angst etc. zu überwinden und die Leistungsgrenzen hinauszuschieben.

Zu den Nebenwirkungen bzw. Folgen zählen:

  • Stresssymptome, Blutdruckanstieg, Herz-Kreislauf-Probleme, Erregung, Psychosen, Sucht, Halluzinationen, schwere Erschöpfung, Hitzschlag, Tod.

Diuretika (Entwässerungsmittel)

Diuretika bringen keine Leistungssteigerung, sondern werden bei bestimmten Sportarten verbotenerweise eingesetzt, um das Gewicht niedrig bzw. im Rahmen der vorgeschriebenen Grenze zu halten. In der Medizin werden sie unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt, um krankheitsbedingte Wasseransammlungen im Gewebe zu verringern. Durch den künstlich herbeigeführten Flüssigkeitsverlust gehen aber auch wichtige Mineralstoffe verloren.

Zu den möglichen Folgen einer Diuretika-Einnahme beim Sport zählen:

  • Austrocknung, Muskelkrämpfe, Nierenschäden oder Herzrhythmusstörungen.

Weitere Informationen:

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse