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Symbolfoto Harnwege © magicmine

Urographie

Bei dieser Untersuchung wird zwischen einer Ausscheidungsurographie und einer retrograden Urographie unterschieden. Bei der Ausscheidungsurographie erfolgt eine Röntgenkontrastdarstellung der Nieren und der ableitenden Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter und Harnblase). Damit kann nicht nur die Gewebestruktur, sondern auch die Funktion der Niere beurteilt werden. Durch die retrograden Urographie werden v.a. Harnabflusshindernisse sowie ein Reflux von Harn in den Harnleiter und die Niere erkennbar.

Was ist eine Ausscheidungsurographie?

Bei der Ausscheidungsurographie (IVU oder IVP: Abkürzung für Intravenöse Urographie oder Intravenöse Pyelographie) erfolgt eine Röntgenkontrastdarstellung der Nieren und der ableitenden Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter und Harnblase). Durch die physiologische Ausscheidung von intravenös verabreichten Röntgenkontrastmitteln über die Nieren kann deren Hohlsystem sichtbar gemacht und beurteilt werden. Mit dieser Untersuchung kann nicht nur die Gewebestruktur, sondern auch die Funktion der Niere beurteilt werden.

Wann ist eine Ausscheidungsurographie erforderlich?

Mithilfe der Röntgenkontrastdarstellung der Nieren und ableitenden Harnwege können folgende krankhafte Veränderungen festgestellt werden:

  • angeborene und erworbene Fehlbildungen der Nieren und ableitenden Harnwege,
  • Abflusshindernisse (z.B. Steine, Verengungen, Tumoren) sowie
  • Entzündungen (chronisch).

Außerdem wird eine Urographie vor einer Steinzertrümmerung durchgeführt.

Folgende Symptome können beispielsweise eine Untersuchung notwendig machen:

Wie läuft eine Ausscheidungsurographie ab?

Die Untersuchung erfolgt nicht nüchtern. Vermeiden Sie lediglich am Tag vor der Untersuchung blähende Speisen, um eine Überlagerung der untersuchten Region durch aufgeblähte Darmschlingen zu vermeiden.

Die Untersuchung findet im Liegen auf dem Röntgentisch statt. Zunächst wird eine Aufnahme der Bauch- und Beckenregion ohne Kontrastmittel gemacht (Leeraufnahme), da hier bereits röntgendichte Veränderungen wie verkalkte Nierensteine zu erkennen sind.

Im Anschluss wird ein Kontrastmittel in die Armvene gespritzt. Dieses gelangt über den Blutkreislauf in die Nieren und wird dort über die ableitenden Harnwege ausgeschieden. In kurzen Abständen werden Röntgenaufnahmen der Nieren und ableitenden Harnwege angefertigt und so der Ausscheidungsvorgang des Kontrastmittels dokumentiert. Die gesamte Untersuchung dauert im Normalfall etwa 30 Minuten, bei Obstruktion der Harnwege deutlich länger. Danach sollte ausreichend Flüssigkeit getrunken werden, damit das gesamte Kontrastmittel wieder ausgeschieden wird.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Bei der Ausscheidungsurographie handelt es sich um eine risikoarme Untersuchungsmethode. Komplikationen und Nebenwirkungen treten überwiegend im Zusammenhang mit der Kontrastmittelgabe auf. Nähere Informationen dazu finden Sie unter Kontrastmitteleinsatz.

Wo wird eine Ausscheidungsurographie durchgeführt?

Wenn eine medizinische Indikation für eine Urographie gegeben ist, wird Ihnen Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt eine Überweisung in ein Spital mit einer Röntgeneinheit oder zu einer niedergelassenen Fachärztin/einem Facharzt für Radiologie bzw. in ein Röntgeninstitut ausstellen.

Der venöse Zugang wird durch eine Ärztin/einen Arzt gelegt. Die Röntgenuntersuchung wird meist von einer Radiologietechnologin oder einem Radiologietechnologen unter Aufsicht der Ärztin/des Arztes durchgeführt. Nach Erstellung der Bilder folgt die Befundung durch die Radiologin/den Radiologen.

  • Fachärztinnen/Fachärzte für Radiologie in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche
  • Krankenhäuser (mit radiologischer Abteilung) in Ihrer Nähe finden Sie unter Kliniksuche

Was ist eine retrograde Urographie?

Bei der retrograden Urographie werden v.a. Harnabflusshindernisse sowie ein Reflux von Harn in den Harnleiter und die Niere beurteilt.

Wann ist eine retrograde Urographie erforderlich?

Mit der retrograden Urographie der ableitenden Harnwege können folgende krankhafte Veränderungen festgestellt werden:

  • angeborene und erworbene Fehlbildungen von Harnleiter, Blase oder Harnröhre,
  • Abflusshindernisse (z.B. Steine, Verengungen, Tumoren),
  • Entzündungen des Harnleiters oder der Harnröhre sowie
  • Verletzungen und Fisteln im Urogenitalbereich.

Wie läuft eine retrograde Urographie ab?

Die Patientin/der Patient muss nicht nüchtern sein. Bei dieser Untersuchung wird das Kontrastmittel über einen Katheter  direkt in die zu untersuchenden ableitenden Harnwege eingespritzt. Dadurch können, je nach Platzierung des Katheters,

  • das Nierenbecken,
  • der Harnleiter,
  • die Blase oder
  • die Harnröhre beurteilt werden.

Im Anschluss daran werden von der zu untersuchenden Region Röntgenbilder angefertigt. Zusätzlich kann bei dieser Untersuchung auch ein Zystoskop in die Blase eingeführt und in den Harnleiter vorgeschoben werden. 

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Nebenwirkungen und Komplikationen dieser Untersuchung sind auf die Verwendung von Kontrastmitteln zurückzuführen (Kontrastmitteleinsatz). Zusätzlich besteht die Gefahr von Blutungen, Infektionen und Verletzungen, die durch das Einbringen des Katheters bzw. das Zystoskop entstehen können. Zur Infektprophylaxe wird für einen Tag ein Antibiotikum verordnet. 

Wo wird eine retrograde Urographie durchgeführt?

Da diese Untersuchung in Zusammenarbeit zwischen Fachärztinnen/Fachärzten für Urologie und Radiologie durchgeführt wird, erfolgt sie in den meisten Fällen in Krankenhäusern mit einer radiologischen und einer urologischen Abteilung.

Krankenhäuser (mit radiologischer und urologischer Abteilung) in Ihrer Nähe finden Sie unter Kliniksuche

Hinweis Da es sich bei der Urographie um eine Röntgenuntersuchung handelt, müssen Frauen eine mögliche Schwangerschaft unbedingt vor der Untersuchung angeben.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für eine Urographie benötigen Sie eine ärztliche Zuweisung. Diese ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Die Kosten werden von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen.

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