Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Arzt untersucht Knie © endostock

Sehnenriss

Beim Sehnenriss liegt entweder eine komplette oder – seltener – eine teilweise Unterbrechung der Sehnen vor. Insgesamt handelt es sich um häufige Verletzungen bei Sportlerinnen und Sportlern. Die Gefahr, einen Sehnenriss zu erleiden, steigt ab dem 30. Lebensjahr, da die Elastizität der Sehnen abnimmt und diese dadurch anfälliger für Überdehnungen und Einrisse sind.

Ursachen & Vorbeugung

Grundsätzlich können Sehnenrisse durch verschiedene Ursachen entstehen.

  • Traumatischer (unfallbedingter) Sehnenriss: Häufig durch indirekte Gewalteinwirkung, z.B. unvorhergesehenes Auftreffen eines Balles auf die Spitze des gestreckten Fingers und dessen gewaltsame Beugung (dabei reißt die Strecksehne über dem Fingerendgelenk), seltener durch direkte Gewalteinwirkung, z.B. durch einen Schlag oder Tritt gegen die Achillessehne. Bei bestimmten Sportarten wie Laufen, Tennis, Fußball und Skifahren ist das Risiko außerdem höher, da hier die wegen der eingeschränkten Durchblutung für Verletzungen anfällige Achillessehne besonders beansprucht wird. Ruckartige Bewegungen, Verdrehungen und Prellungen können hier somit bei übertriebenen Belastungen zum Sehnenriss führen.
  • Schleichender traumatischer Sehnenriss: Sogenannter Spätriss bzw. zweizeitiger Riss durch direkte chronische Irritation, z.B. Riss der langen Daumenstrecksehne einige Wochen oder Monate nach einem Speichenbruch im Handgelenksbereich. Besonders häufig sind auch Sehnenrisse im Kniegelenksbereich.
  • Pathologischer Sehnenriss („Spontanriss“): z.B. als Ergebnis einer chronischen Schädigung bei einer rheumatischen Entzündung. Dies hat im Prinzip mit einer Sportverletzung im eigentlichen Sinne nichts zu tun. Der Riss entsteht nur zufällig beim Sport, bzw. die sportliche Betätigung gibt der bereits geschädigten Sehne nur „den Rest“.

Um einen Sehenriss vorzubeugen sind folgende Maßnahmen empfehlenswert: Aufwärmübungen, elastische Binden oder Tape-Verbände (Verband aus Pflasterklebeband) zur Verhinderung ungewünschter und unnatürlicher Bewegungen.

Symptome & Diagnose

Folgende Beschwerden können auftreten:

  • Ein totaler Sehnenriss wird von den Betroffenen oftmals als lautes Knallgeräusch wahrgenommen, meist in Verbindung mit einem sehr starken und stechenden Schmerz. Die Bewegungsfähigkeit ist dadurch spürbar beeinträchtigt. Der Sehnenriss wird durch eine Schwellung sowie einen Bluterguss deutlich sichtbar.
  • Bei einem teilweisen Riss der Sehne lässt der anfängliche Schmerz relativ schnell nach. Die Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit ist weniger stark ausgeprägt wie bei einem totalen Riss. Äußerlich ist nur eine leichte Beule zu sehen.

Die Diagnose bzw. die Beurteilung eines Sehnenrisses kann schwierig sein, insbesondere bei einem inkompletten Riss, wenn kein oder nur ein geringer Funktionsausfall vorliegt. Funktionstests, Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung lassen auf die genaue Diagnose schließen.

Therapie

Sehnenrisse sollten unmittelbar nach der Verletzung nach der PECH-Regel behandelt werden. Bei einem Sehnenriss mit dicht beieinander liegenden Sehnenenden muss nicht zwingend operiert werden, da diese von alleine zusammenwachsen können. Bei komplizierteren Verletzungen werden die Sehnenstümpfe miteinander vernäht. Anschließend wird die betroffene Stelle mittels Schiene oder Gipsverband für vier bis sechs Wochen fixiert. Weiters werden oft entzündungshemmende Medikamente verordnet. Nach der Operation kann relativ rasch mit der Krankengymnastik begonnen werden, um den Heilungsprozess zu fördern. Die Sehne darf dabei über einen Zeitraum von bis zu vier Monaten nicht voll belastet werden, das Training sollte nur langsam gesteigert werden.
  

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse