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Skifahrerin © Jonas Glaubitz

Skidaumen

Im Gegensatz zu den übrigen Fingergelenken wird das Daumengrundgelenk in erster Linie auf Stabilität und weniger auf Beweglichkeit beansprucht. Stabilität ist sowohl beim Greifen kleiner Gegenstände als auch beim kräftigen Zufassen erforderlich. Durch gewaltsame Abspreizung des Daumens, z.B. beim Sturz, kann es zu einem Riss des ellenseitigen Seitenbandes des Daumengrundgelenks kommen. Dabei handelt es sich um den häufigsten Bänderriss im Bereich der Hand und die wohl häufigste und typischste Verletzung im alpinen Skisport, den „Skidaumen“.  Dieser tritt als Sportverletzung in bis zu 70 Prozent beim Skifahren auf. Es handelt sich auch um die mit Abstand am meisten operativ zu versorgende Wintersportverletzung der Hand . . .

Ursachen & Vorbeugung

Häufigste Unfallmechanismen sind der Sturz auf den ausgestreckten abgespreizten Daumen oder eine indirekte Krafteinwirkung durch Hängenbleiben in der Schlaufe des Skistocks beim Sturz mit der den Skistock umfassenden Hand beim alpinen Skilauf, wesentlich seltener beim Skilanglauf. Auch bei anderen Sportarten ist die sturzbedingte Entstehung eines Skidaumens möglich, z.B. beim Fußball. Die ulnare Bandruptur entsteht auch bei Ballsportarten durch gewaltsame Abspreizung des Daumens durch den Ball, z.B. beim Basketball, Handball, Football, Baseball oder bei Torhütern als „Torhüter-Daumen“. Beim Hockey und Eishockey kommt es zur Verletzung durch Hängenbleiben des Schlägers. Weiters kommt der Bänderriss auch bei diversen Kampfsportarten vor. Bei den sogenannten „manuellen“ Sportarten kann eine adäquate Technik das Risiko eines Skidaumens reduzieren. Bei Kampfsportarten sollte die Hand korrekt bandagiert werden.

Symptome & Diagnose

Es kommt zu einem deutlichen Stabilitätsverlust auf der Ellenseite des Daumengrundgelenks sowie zu starken Schmerzen. Zur Diagnosestellung werden neben der Vorgeschichte eine Röntgenuntersuchung sowie eine Überprüfung der Gelenkstabilität durchgeführt.

Therapie

Die konservative Therapie des Skidaumens ergibt auch bei ausreichend langer Ruhigstellung oft unbefriedigende Ergebnisse und ist in über 90 Prozent der Fälle erfolglos. Daher sollte jeder Skidaumen mit Instabilität des Daumengrundgelenks – also der komplette Bänderriss – operiert werden.  

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