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Untersuchung des Nabels beim Säugling © mbt_studio

Nabelbruch

Ein Nabelbruch (Nabelhernie) tritt bei rund fünf bis zehn Prozent aller Säuglinge nach der Geburt auf. Insbesondere Kinder mit sehr niedrigem Geburtsgewicht sowie Frühgeborene sind häufiger betroffen. Beim Nabelbruch handelt es sich um eine Bindegewebsschwäche des Nabelrings, durch den die Nabelschnur geführt hat. Normalerweise vernarbt der Narbelring direkt nach der Geburt. Manchmal verschließt sich diese Öffnung in der Bauchdecke jedoch nur langsam und eine Lücke (Bruchpforte) bleibt bestehen. Ursache bei Säuglingen ist die noch nicht vollständig ausgebildete Bauchwand im Bereich des Bauchnabels . . .

Bei Erwachsenen stellen alle Faktoren, bei denen es zu einem erhöhten Druck im Bauchraum kommt, Risikofaktoren für einen Nabelbruch dar – z.B. starkes Übergewicht (Adipositas), schweres Heben etc. Auch bei einer Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko für einen Nabelbruch. Ein weiterer Risikofaktor für einen Nabelbruch kann auch die genetische Veranlagung für eine Bindegewebsschwäche sein.

Symptome & Diagnose

Ein Nabelbruch verursacht in der Regel keine oder milde Beschwerden. Wenn sich jedoch Baucheingeweide einklemmen, kann dies äußerst schmerzhaft sein. Ein Nabelbruch macht sich durch eine Vorwölbung im Bereich des Nabels bemerkbar, die sich in die Bauchhöhle zurückdrücken lässt. Diese Vorwölbung ist meist beim Schreien, Husten, Pressen (Stuhlgang) oder körperlicher Aktivität zur erkennen. Beim Entspannen der Bauchmuskulatur ist der Nabelbruch meist äußerlich nicht sichtbar.
 
Die Diagnose stellt die Ärztin/der Arzt durch das Abtasten des Bruchsacks. Um die Größe des Nabelbruchs, eine Verbindung zur Bauchhöhle und den Bruchinhalt (Darm, Fett, etc.) beurteilen zu können, kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden.

Im Gegensatz zum Leistenbruch kommt es bei einem Nabelbruch oft zu einer Einklemmung (Inkarzeration). Nabelbrüche klemmen fünf Mal häufiger ein als Leistenbrüche (Leistenbruch ca. zwei Prozent und Nabelbruch ca. zehn Prozent Lebenszeitrisiko für eine Einklemmung).  Treten plötzlich Schmerzen auf (oft in Verbindung mit Erbrechen und Übelkeit) und lässt sich die Vorwölbung nicht mehr zurückdrücken, besteht das Risiko, dass Darmanteile eingeklemmt sind. Da es sich hierbei um einen Notfall handelt, sollte unverzüglich ein Notruf abgesetzt werden, denn jede Minute zählt bei Darmeinklemmungen.

Therapie

Ein Nabelbruch muss bei Säuglingen nur selten operiert werden. Nabelhernien mit einer kleinen Bruchpforte (Durchmesser unter zwei Zentimeter) verschließen sich meist bis zu einem Alter von eineinhalb Jahren von selbst, da sich die kindlichen Bauchmuskeln vermehrt verstärken. Allerdings ist ein Verkleinern bzw. Verschließen des Nabelbruchs bis zum zweiten – manchmal bis zum fünften Lebensjahr – noch möglich. Auch ein während der Schwangerschaft aufgetretener „kleiner“ Nabelbruch (Durchmesser unter zwei Zentimeter)) verschwindet oft von selbst wieder.

Hinweis Da Nabelhernien im Kindesalter sehr selten einklemmen, wird bei einer kleinen Bruchpforte der Verlauf in den ersten drei Lebensjahren abgewartet. Von einer konservativen Behandlung mit Nabelpflaster oder Nabelbinden wird heutzutage abgeraten, da sie die Heilung nicht beschleunigen und häufig zu Hautreizung führen.

Wann ist eine Operation notwendig?

Die Operation erfolgt meist unter Vollnarkose. Es stehen unterschiedliche Operationstechniken zur Verfügung:

  • Geschlossene Nabelbruch-OP: Mittels Laparoskopie (minimal-invasiv) erfolgt der Zugang zur Bruchpforte durch kleine Schnitte seitlich an der Bauchdecke. Die Bruchpforte wird manchmal mit Hilfe spezieller Instrumente verschlossen. Es wird immer ein Kunststoffnetz in die Bauchwand eingebracht, das allerdings auch eine offene gebliebene Bruchlücke innen abdecken kann, wodurch eine verlässliche Bruchversorgung gewährleistet wird.
  • Offene Nabelbruch-OP bei kleinem Nabelbruch: Mithilfe eines kleinen Bauchschnitts wird der Bruchsack vom Hautnabel freigelegt und der Inhalt des Bruchsacks in die Bauchhöhle zurückgeschoben. Die Bruchpforte wird durch das direkte Vernähen der Bruchränder mittels einer speziellen Nahttechnik verschlossen. Die kleine Narbe, die dabei entsteht, ist meist nach einigen Monaten kaum mehr sichtbar.
  • Offene Nabelbruch-OP bei großem Nabelbruch: Bei großen (> zwei Zentimeter Bruchlücke) bzw. wiederholt auftretenden Brüchen (Rezidiv) wird zusätzlich das Einnähen eines stabilisierenden Kunststoffnetzes notwendig, um wiederholten Nabelbrüchen vorzubeugen. Dieses Netz kann in verschiedenen Ebenen der Bauchwand implantiert werden. 

Worauf ist nach der Nabel-OP zu achten?

Bei der Nabelbruch-Operation handelt es sich um einen Routineeingriff. Komplikationen treten sehr selten auf. Wie lange sich die Patientin/der Patient nach der Operation körperlich nicht anstrengen soll, muss mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Wie nach jedem anderen operativen Eingriff können sich auch nach einer Nabelbruch-OP Blutergüsse (Hämatome) oder Serome (Flüssigkeitsansammlung) bilden. Auch eine Wundinfektion ist möglich. 

Wohin kann ich mich wenden?

Bezüglich Diagnose und Therapie können Sie sich an folgende Ärztinnen/Ärzte wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Ärztin/Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde,
  • Fachärztin/Facharzt für Kinderchirurgie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte

Wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist 


Bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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