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Mann mit Bauchschmerz © Adiano
Mann mit Bauchschmerz © Adiano

Ileus (Darmverschluss)

Bei einem Ileus (auch: Darmverschluss) kommt es zu einer kompletten oder inkompletten (Subileus) Störung des Weitertransportes des Darminhalts. Grund sind Verschluss/Einengung/Verlegung oder Lähmung des Darmes. Zugrunde liegen kann dem Ileus z.B. ein Bruch, der den Darm einengt, oder ein Tumor. Auch infolge von Operationsnarben kann es zu einem Ileus kommen (Bridenileus, Adhäsionsileus).

Bei einem Ileus  wird der Darminhalt nicht so weitertransportiert bzw. aufgenommen, wie es der Fall sein sollte – sondern gar nicht (Ileus) oder nur teilweise (Subileus). Es kommt zu einem Rückstau und infolgedessen zu Symptomen wie beispielsweise Übelkeit, Erbrechen und heftigen Bauchschmerzen.

Eine rasche Abklärung und Behandlung ist daher notwendig, um schwere Komplikationen zu vermeiden. Abhängig von der Lokalisation und dem Ausprägungsgrad ist meist eine sofortige Operation notwendig. In bestimmten Situationen kann ein konservativer Therapieversuch erfolgen, beispielsweise durch Gabe von Infusionen zum Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, Verzicht von Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme über den Magen und Legen einer Magensonde zur Entlastung.

Welche Ursachen hat ein Ileus?

Verschiedene Ursachen können zu einem Ileus führen:

  • Verminderte Kontraktion bzw. Lähmung der Darmwandmuskulatur (paralytischer Ileus). Auftreten kann dies z.B. infolge von Entzündungen (z.B. Bauchspeicheldrüsenentzündung, Blinddarmentzündung), infolge eines operativen Eingriffes (postoperativer Ileus), stoffwechselbedingt (z.B. Hypokaliämie, Diabetes mellitus), infolge der Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Opioide, opioidinduzierte Obstipation, opioidinduzierter Ileus), bei Tumoren oder verminderter Durchblutung etc. (Man spricht auch von funktionellem Ileus, paralytischem Ileus, spastischem Ileus.)
  • Äußere oder innere Verlegung bzw. Einengung des Darms (mechanischer Ileus). Dazu kann es z.B. infolge eines Bruches mit Einklemmung eines Darmabschnittes mit Durchblutungsstörung (inkarzerierte Hernie), einer Einengung durch Entzündungen, Verwachsungen (Adhäsionen) oder inneren Vernarbungen (Briden), einer Verlegung des Darmes durch Darmtumoren, Fremdkörper, Kot- oder Gallensteine (Obstruktion), einer Verengung durch Einstülpung eines Darmabschnittes in einen anderen (Invagination) sowie infolge einer Verdrehung eines Darmabschnittes (Strangulation) kommen.

Durch das Stocken und den Aufstau des Darminhaltes bei mechanischem Ileus kommt es zu einer vermehrten Gasbildung im Darm sowie einer Überdehnung der vor dem Hindernis liegenden Darmwand, was vorerst zu einer reflektorischen Zunahme der Darmbewegung führt. Mit zunehmender Dehnung nehmen die Spannung der Darmwand und die normalen Darmbewegungen (Peristaltik) ab. Beim paralytischen Ileus ist die Lähmung der Darmmuskulatur Ursache für das Stocken des Darminhaltes und tritt somit bereits zu Beginn auf. Bei einem Darmverschluss in oberen Darmabschnitten wird der Nahrungsbrei in den Magen zurückgedrängt, und es kommt zum Erbrechen. Bei einem Hindernis in weiter vom Magen entfernten Darmabschnitten erhöht sich der Druck in betroffenen Gebieten, und es kann zu einer Durchblutungsstörung im betroffenen Darmgewebe führen. Im schlimmsten Fall kann dieses absterben und zu schweren Komplikationen (Bauchfellentzündung) und lebensbedrohlichen Situationen führen (mit hohem Fieber, Kreislaufversagen, Sepsis). Bei einem Darmverschluss verliert der Körper viel Flüssigkeit entweder durch das reflektorische Erbrechen oder durch den stattfindenden vermehrten Flüssigkeitsverlust in den Darm.

Ein Darmverschluss kann akut oder chronisch auftreten. Betroffen können Dünn- oder Dickdarm sein.

Welche Symptome können auftreten?

Die Symptome sind unter anderem abhängig von Ursache, Lokalisation und davon, wie weit fortgeschritten der Ileus ist. Es können z.B. auftreten:

  • Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen, 
  • Bauchschmerz (je nach Stadium und Ursache: kolikartiger, anfallsartiger, aber auch dauerhafter Schmerz; bei Darmlähmung können die Schmerzen leicht oder gar nicht vorhanden sein),
  • Meteorismus (Ansammlung von Luft und Gas im Magen-Darm-Bereich, aufgetriebener Bauch),
  • Stuhlverhalten (Verstopfung) und
  • Miserere (Erbrechen von Kot, bei fortgeschrittenem Ileus).

Bei unvollständigem Verschluss nehmen die Beschwerden auch langsam zu.

Hinweis Symptome wie Bauchschmerz sind für Betroffene oft schwer einzuordnen. Bei bestimmten Symptomen (z.B. starken Schmerzen, rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Atemnot, beschleunigter Atmung, Herzrasen, Blutdruckabfall etc.) muss sofort ärztliche Hilfe gerufen werden (Notruf 144)!

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose erfolgt mittels Anamnese und verschiedenen Untersuchungen wie beispielsweise Inspektion, Palpation (Abtasten) des Bauches, Auskultation (Abhören) von Darmgeräuschen. Wichtig sind in Zusammenhang mit der Diagnose etwa Dauer und Art der Beschwerden, Vorerkrankungen, Voroperationen, Medikamenteneinnahme etc. Im Zuge der Diagnose können neben den bereits erwähnten und je nach individueller Situation verschiedene Untersuchungen notwendig sein z.B.:

  • Ultraschall des Bauchraums,
  • Röntgenleeraufnahme des Bauchraums, Röntgen mit oraler Kontrastmittelgabe oder rektal appliziertem Kontrastmittel,
  • CT des Bauchraums,
  • ev. Endoskopie sowie
  • verschiedene Laborwerte (Infektionswerte, Elektrolyte, Nierenwerte etc.)

Wie erfolgt die Behandlung?

Die Behandlung orientiert sich an der individuellen Situation. Bei leichten Beschwerden können Medikamente, Infusion zum Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz ausreichen. Einläufe können vorgenommen werden. Mithilfe einer Magensonde kann der Magen-Darm-Bereich entlastet und der Inhalt des Magens entfernt werden. Zudem kann mittels eines Darmrohres Luft abgelassen werden.

Bei entsprechenden Diagnoseergebnissen bzw. schweren Symptomen, z.B. starken Schmerzen und hohem Fieber ist es notwendig zu operieren. Ursachen wie Verwachsungen, Inkarzerationen oder eine Strangulation des Darmes etc. können so behoben werden. Es kann auch notwendig sein, Teile des Darmes zu entfernen, wenn diese geschädigt bzw. abgestorben sind. Vorübergehend kann auch ein künstlicher Darmausgang erforderlich sein.

Parallel zur den therapeutischen Maßnahmen erfolgt eine entsprechende Schmerztherapie.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpersonen bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sind:

  • Hausärztin/Hausarzt
  • Fachärztin/Facharzt für Chirurgie
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Gastroenterologie)

Bei einem Ileus ist oft eine stationäre Aufnahme (Krankenhaus) notwendig. Die Akutbehandlung erfolgt im Krankenhaus (z.B. Abteilung für Chirurgie, alternativ auch Abteilung für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie).

Symptome eines Ileus können für Betroffene schwer einzuordnen sein. Bei bestimmten Symptomen (z.B. Schmerzen, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Fieber, Blut im Stuhl) sollte rasch ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Bei (zunehmenden) starken Schmerzen, rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Atemnot, beschleunigter Atmung, Herzrasen, Blutdruckabfall etc. muss sofort ärztliche Hilfe gerufen werden (Notruf 144)! 

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