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Mann bei Untersuchung © pressmaster

Bauchfellentzündung (Peritonitis)

Bei einer Bauchfellentzündung ist – wie der Name bereits andeutet – das Bauchfell, auch Peritoneum genannt, entzündet. Dieses kleidet die Bauch- bzw. Beckenhöhle aus sowie einen Teil der Organe des Bauch- und Beckenraumes. Die Entzündung kann verschiedene Ursachen haben. Meist tritt sie akut auf und ist bakteriell bedingt – beispielsweise infolge der Erkrankung/Infektion eines Organs des Magen-Darm-Bereiches – z.B. einer Blinddarmentzündung.

Die Therapie ist unter anderem abhängig von der Ursache, aufgrund der es zur Bauchfellentzündung kommt, und der Ausbreitung der Entzündung im Bauchraum. Unkomplizierte Fälle können in bestimmten Fällen mit Antibiotika therapiert werden. Oft muss jedoch operiert werden, um die auslösende Ursache, z.B. einen Blinddarmdurchbruch, zu behandeln. In vielen Fällen handelt es sich bei einer Bauchfellentzündung um eine sehr ernst zu nehmende Situation. Dies erfordert eine dringende medizinische Therapie. Insbesondere wenn sich die Entzündung im Bauchraum ausgebreitet hat (generalisierte Bauchfellentzündung), müssen schwerwiegende Folgen durch eine rasche Therapie verhindert werden.

Welche Ursachen hat eine Bauchfellentzündung?

Ursachen für eine Bauchfellentzündung sind unter anderem Infektionen. Sie zählen zu den häufigen Ursachen. Meist sind sie bakteriell bedingt und kommen beispielsweise infolge einer Erkrankung des Magen-Darm-Bereiches vor.

  • Primäre Bauchfellentzündung: Eine Form ist eine sogenannte Durchwanderungsperitonitis, bei der Keime die Darmwände überwinden und den Bauchraum infizieren. Die spontan-bakterielle Peritonitis kommt  bei verschiedenen Erkrankungen vor, insbesondere bei chronischen Lebererkrankungen und dem Enddstadium der Leberzirrhose, bestimmten Formen der Hepatitis, Herzinsuffizienz, Krebserkrankungen mit Metastasen, seltenen systemischen Erkrankungen (z.B. Lupus erythematodes) etc. Andere Ursachen der Infektion innerhalb des Bauchraumes sind bei dieser Form nicht vorhanden.
  • Sekundäre Bauchfellentzündung: Diese steht in Zusammenhang mit einer Erkrankung des Magen-Darm- und urogenitalen Bereiches, beispielsweise infolge einer Perforation („Durchbruch“) von Organen (z.B. bei Magengeschwür, infolge von Blinddarmentzündung, Gallenblasenentzündung, Divertikulitis). Außerdem kann es nach Verletzungen sowie als Komplikationen nach operativen Eingriffen dazu kommen. 

Zudem unterscheidet man zwischen generalisierter und lokalisierter Bauchfellentzündung. Die Entzündung kann lokal begrenzt auftreten (lokalisierte Bauchfellentzündung). Bei einer generalisierten Bauchfellentzündung breitet sich die Entzündung aus. Es kann zu einer lebensbedrohlichen Situation, zur Sepsis bzw. zum Schock kommen.

Welche Symptome können auftreten?

Akut treten unter anderem auf: 

  • Bauchschmerzen (entweder lokal begrenzt oder im gesamten Bauchbereich, starke Schmerzen),
  • Klopf- bzw. Erschütterungsschmerz,
  • Abwehrspannung,
  • aufgeblähter Bauch,
  • Fieber,
  • Übelkeit, Appetitlosigkeit,
  • zudem kann generelles Krankheitsgefühl auftreten sowie Symptome wie z.B. beschleunigte Atmung, beschleunigte Herzfrequenz.

Hinweis Symptome wie Bauchschmerz sind für Betroffene oft schwer einzuordnen, denn dieser tritt bei verschiedenen Erkrankung auf. Bei bestimmten Symptomen (z.B. starken Schmerzen, rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Atemnot, beschleunigter Atmung, Herzrasen, Blutdruckabfall etc.) muss sofort ärztliche Hilfe gerufen werden (Notruf 144)! Es kann rasch zu einer lebensgefährlichen Situation kommen. Um lebensbedrohliche Situationen und schwere Organschäden zu vermeiden, ist eine rasche Diagnose und Therapie entscheidend.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose erfolgt – je nach gesundheitlichem Zustand der betroffenen Person – unter anderem durch Anamnese inkl.  körperliche Untersuchung. Zudem zählen zur Abklärung:

  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall des Bauchraumes, Röntgen des Brustkorbs, CT des Bauchraumes, ev. mit Kontrastmittel),
  • Laboruntersuchungen (z.B. Entzündungsparameter, Blutbild etc.),
  • Ev. Laparoskopie, explorative Laparotomie, Aszitespunktion

Wie erfolgt die Behandlung einer Bauchfellentzündung?

Die Therapie erfolgt abhängig von Ursache und gesundheitlichem Zustand der/des Betroffenen durch:

  • Antibiotikagabe (idealerweise nach Klassifikation der Keime),
  • operativen Eingriff (und Behebung der ursprünglichen Erkrankung bzw. Ursache der Infektion),
  • Lavage, Drainage,
  • intensivmedizinische Behandlung (mit Sicherung und Überwachung der Vitalfunktionen, Beatmung, Schocktherapie, Infusionen, parenterale Ernährung (parenterale Flüssigkeitstherapie), Magensonde).

Wohin kann ich mich wenden?

Zeigen sich Symptome wie beispielsweise starke Schmerzen, allgemein schlechter Gesundheitszustand, hohes Fieber, Kreislaufinstabilität, ist eine sofortige ärztliche Konsultation notwendig! Es muss sofort die Notärztin/der Notarzt verständigt werden (144)!

Bei einer Bauchfellentzündung können Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen in die Behandlung involviert sein, insbesondere für Innere Medizin (Gastroenterologie), Chirurgie etc. Die Akutbehandlung erfolgt im Krankenhaus (z.B. Abteilung für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie oder Abteilung für Chirurgie).

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