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Arzt mit Patientin im Gespräch © Werner Heiber

Depression: Diagnose

Eine Depression wird anhand verschiedener Symptome und unter Einbeziehung der Lebenssituation der Patientin/des Patienten diagnostiziert. Unterschiedliche Diagnosemethoden kommen dabei zum Einsatz wie das wichtige Anamnesegespräch oder neurologische Tests. Manchmal „verschleiern“ körperliche Symptome eine Depression. Zögern Sie nicht, rechtzeitig Hilfe anzunehmen. Depressionen sind eine gut behandelbare Erkrankung.

Charakteristische Symptome

Die Diagnose einer Depression orientiert sich an sogenannten Kernsymptomen und anderen möglichen Anzeichen. Auch körperliche Symptome können auftreten. Ist die Diagnose einer Depression gestellt, wird die Krankheit in eine leichte, mittelschwere oder schwere Form eingeteilt.

Depressionen sind durch einmaliges oder wiederholtes Auftreten einer gekennzeichnet. Diese lässt sich anhand charakteristischer Symptome und nach Ausschluss anderer Erkrankungen diagnostizieren. Es gibt sogenannte Kernsymptome, die besonders aussagekräftig sind, sowie zusätzliche Symptome.

Die Kernsymptome sind:

  • depressive Verstimmung (über den größten Teil des Tages, fast jeden Tag, in einem ungewöhnlichen Ausmaß für die Betroffenen, meist unbeeinflusst von äußeren Umständen),
  • Verlust des Interesses bzw. der Freude an Aktivitäten,
  • gesteigerte Ermüdbarkeit oder verminderter Antrieb,
  • sozialer Rückzug.

Folgende zusätzliche Symptome können auftreten:

  • Verlust des Selbstvertrauens.
  • Unangemessene Schuldgefühle und unbegründete Selbstvorwürfe.
  • Immer wiederkehrende Gedanken an Tod oder Selbstmord, suizidales Verhalten.
  • Unentschlossenheit.
  • vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen.
  • Schlafstörungen.
  • Wahnvorstellungen, Halluzinationen.
  • Psychomotorische Agitiertheit oder psychomotorische Hemmung.
  • Gewichtsveränderung (Appetitverlust oder gesteigerter Appetit).

Weitere Informationen zur Symptomatik der Depression finden Sie unter Depression: Ursachen & Symptome .

Steht die Diagnose einer depressiven Episode fest, erfolgt die Einteilung in eine leichte, mittelschwere oder schwere Form. Bei der mittelgradigen und schweren Form wird außerdem differenziert, ob psychotische Symptome wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen auftreten. Nähere Informationen zu den verschiedenen Formen der Depression und deren Kennzeichen finden Sie unter Depression: Formen & Verlauf. Werden körperliche Beschwerden, die bei einer depressiven Störung auftreten (z.B. Kopfschmerzen oder Übelkeit), nicht richtig interpretiert, kann dies die Diagnose der Depression erschweren bzw. um Jahre verzögern.

Diagnostische Möglichkeiten

Das Gespräch mit der Patientin/dem Patienten und die Erhebung der Anamnese (Krankengeschichte) stellen wichtige Grundpfeiler der Diagnose einer Depression dar. Im Bereich der psychischen Erkrankungen gibt es verschiedene Symptome, die gezielt abgefragt werden. Hierbei werden auch immer die körperlichen, seelischen und sozialen Einflüsse berücksichtigt. Beim ersten Arztgespräch werden oft nur körperliche Beschwerden (z.B. Schmerzen) oder Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit erwähnt. Diese können jedoch auf eine Depression hinweisen. Eine körperliche Untersuchung ist in jedem Fall notwendig und schließt auch neurologische Tests (z.B. Reflexe) mit ein.

Die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt kann auch Laboruntersuchungen (Blutabnahme) oder eine radiologische Bildgebung (CT oder MRT des Gehirns, Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße etc.) zur Diagnose heranziehen. Spezielle Interview-Fragebögen erleichtern die Diagnose einer Depression, z.B. Fragebogen zur Depressionsdiagnostik nach DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders – Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen).

Die eigentliche Ursache der depressiven Symptomatik muss abgeklärt werden.Infrage kommen dabei

  • medikamentöse Ursachen (z.B. durch bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck wie Beta-Blocker),
  • organische Ursachen (körperliche Erkrankungen wie z.B. eine Stoffwechselkrankheit) oder
  • andere psychiatrische Krankheiten (z.B. eine Angststörung).

Wohin kann ich mich wenden? 

Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen bzw. den Verdacht haben, an einer Depression zu leiden, können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin
  • niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt für Psychiatrie
  • Kassenambulanz oder Spitalsambulanz für Psychiatrie

Auch Psychologinnen/Psychologen und Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten können maßgeblich in die Diagnose und Behandlung miteinbezogen sein.
Weitere Informationen zur Suche von Anlaufstellen finden Sie unter Services.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die ärztliche Untersuchung werden von der Sozialversicherung übernommen. Weitere Informationen finden zum Arztbesuch finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn Sie eine Psychotherapie bei niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten machen, haben Sie die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenzuschuss durch die Krankenversicherung zu stellen. Wird dieser genehmigt, erhalten Sie vom Krankenversicherungsträger einen Zuschuss. Dieser beträgt derzeit in der Regel 21,80 Euro pro Einheit Einzeltherapie. Eine volle Kostenübernahme für Psychotherapie (zum Teil auch mit Selbstbehalten) ist in eigenen bzw. mit den Krankenversicherungsträgern vertraglich gebundenen Einrichtungen möglich sowie weiters in Institutionen, die von der öffentlichen Hand subventioniert werden.

Weitere Informationen zu „Psychotherapie auf Krankenschein“, Kostenzuschüssen und Adressen niedergelassener Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten finden Sie unter Services.

Die klinisch-psychologische Diagnostik ist eine Leistung der Sozialversicherung.

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