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Wie spreche ich über Suizidgedanken?

Über eigene Suizidgedanken zu sprechen führt meist zu einer Erleichterung. Sie machen sich aber vielleicht Sorgen, was die andere Person denken oder wie sie reagieren wird, sind nervös oder schämen sich. Sie möchten eventuell lieber nicht das Risiko eingehen, darüber zu reden. Es ist jedoch sehr wichtig, dass Sie bei Suizidgedanken Hilfe suchen und annehmen.

Suizidgedanken auszusprechen hilft

Das Thema Suizid ist in unserer heutigen Gesellschaft noch immer ein Tabu. Manchen Menschen fällt es schwer, sich auf ein Gespräch über Suizidgedanken bzw. Suizidabsichten einzulassen. Wenn jemand abweisend reagiert, nehmen Sie es nicht zu persönlich. Sie können sich immer auch an professionelle Helfer:innen wenden. Diese können Sie vertrauensvoll und professionell unterstützen. Betroffene berichten, dass die Suizidgedanken nach einem hilfreichen Gespräch abnahmen, sie besser schliefen und hoffnungsvoller waren. Es lohnt sich, darüber zu sprechen.

Hinweis

Es ist wichtig, dass Sie sich jedenfalls auch professionelle Hilfe suchen, wenn Sie Suizidgedanken haben. Professionelle Helfer:innen sind im Umgang mit dem Thema Suizid geschult und können Ihnen gezielt helfen.

Wenn Sie hingegen mit jemandem sprechen, der Sie in Ihren Suizidgedanken bestärkt, gehen Sie nicht darauf ein, und nehmen Sie von dieser Person Abstand. Verleitung zum Suizid ist in Österreich strafbar!

Mit wem kann ich bei Suizidgedanken sprechen?

Wenden Sie sich an jemanden, dem Sie vertrauen: aus dem Freundeskreis, der Familie oder an eine professionelle Helferin bzw. einen professionellen Helfer wie:

Ansprechstellen finden Sie unter Krisentelefone und Notrufnummern sowie unter Kriseneinrichtungen und psychosoziale Hilfsangebote. Suchen Sie sich jemanden, mit dem Sie offen und ehrlich sprechen können und dem Sie vertrauen.

Was soll ich sagen, wenn ich Suizidgedanken habe?

Sprechen Sie in Ihrem eigenen Tempo, mit Ihren eigenen Worten. Versuchen Sie zu formulieren, was Sie beschäftigt. Erzählen Sie, wie sehr Sie kämpfen und wie Sie sich wirklich fühlen. Sprechen Sie ehrlich und klar aus, wie es Ihnen geht. Reden Sie auch über Ihre suizidalen Gedanken und Gefühle. Im Folgenden sind zur Hilfestellung ein paar Ideen angeführt, wie Sie ein Gespräch beginnen könnten:

  • „Mir wird gerade alles zu viel.“
  • „Kann ich mit dir bzw. Ihnen darüber reden?“
  • „Es geht mir gerade wirklich nicht gut.“
  • „Ich mache mir Sorgen über Gedanken, die ich in letzter Zeit habe.“
  • „In letzter Zeit habe ich mich nicht unter Kontrolle und bin sehr verzweifelt. Ich muss darüber reden.“

Hier sind ein paar Anregungen, wie Sie mit einer professionellen Helferin bzw. einem professionellen Helfer über Ihre Gefühle und Gedanken sprechen können:

  • „Ich habe darüber nachgedacht, mir das Leben zu nehmen und wie ich das tun könnte.“
  • „Ich denke manchmal daran, mir das Leben zu nehmen. Das macht mir Angst.“
  • „Ich denke ständig daran, mir etwas anzutun.“  
  • „Ich habe  bereits einen Plan, wie und wann ich mir etwas antue.“
  • „Diese ständigen Suizidgedanken sind zu viel für mich, und ich mache mir Sorgen, dass ich mir tatsächlich das Leben nehmen könnte.“

Hinweis

Über Suizid zu sprechen ist nicht leicht. Doch es ist wichtig, dass Sie sich gerade in dieser Zeit Unterstützung holen!

  • Australian Suicide Pervention Foundation: Suicide Prevention. Online abgerufen im Juni 2024 unter suicideprevention.com.au
  • Becker, M.; Corell, C. U. (2020): Suizidalität im Kindes- und Jugendalter. In: Deutsches Ärzteblatt PP. Ausgabe 5/2020. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.aerzteblatt.de
  • Bleib bei uns – Verein für Lebensmut: Online abgerufen im Juni 2024 unter www.bleibbeiuns.at
  • Bundesamt für Gesundheit in Zusammenarbeit mit Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich (Hg.): Nach einem Suizidversuch. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.reden-kann-retten.ch     
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) (2019): Gender-Gesundheitsbericht Schwerpunkt Psychische Gesundheit am Beispiel Depression und Suizid. Wien: BMASGK. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.sozialministerium.at
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGK) (2019): Suizid und Suizidprävention in Österreich: Bericht 2018. Wien: BMASGK Online abgerufen im Juni 2024 unter www.sozialministerium.at
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGK) (2020): Publikationen zum Thema Suizidprävention und Suizid für Angehörige und Berufsgruppen. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.sozialministerium.at
  • Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) (2017): Suizid und Suizidprävention in Österreich. Bericht 2016. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.sozialministerium.at
  • Bundesministerium für Justiz (2021): Erlass über die am 1. Jänner 2022 in Kraft tretende Neuregelung des § 78 StGB. Wien: Bundesministerium für Justiz. Online abgerufen im April 2024 unter www.ris.bka.gv.at
  • Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) (2023): Suizid und Suizidprävention in Österreich: Bericht 2023. Wien: BMSGPK. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.sozialministerium.at
  • Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) (2024): Suizid und Suizidprävention in Österreich: Bericht 2024. Wien: BMSGPK. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.sozialministerium.at
  • Cerel J, Brown MM, Maple M, Singleton M, van de Venne J, Moore M, Flaherty C. How Many People Are Exposed to Suicide? Not Six. Suicide Life Threat Behav. 2019 Apr;49(2):529-534. doi: 10.1111/sltb.12450. Epub 2018 Mar 7. PMID: 29512876. (7).
  • Forum für Suizidprävention und Suizidforschung Zürich (Hg.) (2015): Den Kindern helfen. Wie Sie Kinder nach einem Suizid unterstützen können… Online abgerufen im Juni 2024 unter www.reden-kann-retten.ch
  • Gerrig, R. J., & Zimbardo, P. G. (2018). Psychologie (21. Auflage). München.
  • GO-ON Flyer: Wenn ein Mensch sich getötet hat – Hilfen für Angehörige in den ersten Tagen. Online abgerufen im Juni 2024 unter suizidpraevention-stmk.at
  • GO-ON Suizidprävention Steiermark: Online abgerufen im Juni 2024 unter suizidpraevention-stmk.at
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2023): Depression. Online abgerufen im Juni 2025 unter www.gesundheitsinformation.de
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2024): Schlafprobleme und Schlafstörungen (Insomnie). Ursachen. Online abgerufen im Mai 2025 unter www.gesundheitsinformation.de
  • Kessler, EM.; Boschann, A. (2020): Depression im Alter. In: Schnell, T., Schnell, K. (eds) Handbuch Klinische Psychologie. Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-45995-9_53-1. Online abgerufen im Juni 2025 unter link.springer.com
  • Martens, J.-U. (2023): Vergebung nach Suizid. Einige persönliche Gedanken eines betroffenen Psychologen. In: AGUS-Schriftenreihe: Hilfe der Trauer nach Suizid. Online abgerufen im Juni 2024 unter bestellungen.agus-selbsthilfe.de
  • NHS (2024): Help for suicidal thoughts. Online abgerufen im Mai 2025 unter www.nhs.uk
  • Nowotny, M.; Kern, D.; Breyer, E.; Bengough, T.; Griebler, R. (Hg.) (2019): Depressionsbericht Österreich. Eine interdisziplinäre und multiperspektivische Bestandsaufnahme. Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz. Wien, 2019. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.sozialministerium.at
  • Österreichische Sozialversicherung: Online abgerufen im Juni 2024 unter www.sozialversicherung.at
  • Paul, C. (2019): Suizidtrauer bei Kindern und Jugendlichen angstfrei unterstützen. In: AGUS-Schriftenreihe: Hilfen in der Trauer nach Suizid. Online abgerufen im Juni 2024 unter bestellungen.agus-selbsthilfe.de
  • Pfister, A. (2024): Suizidprävention für LGBTQ+-Jugendliche: Notwendigkeit, Modell und Zugänge. In: Prävention und Gesundheitsförderung 20, 13–19 (2025). https://doi.org/10.1007/s11553-023-01096-7. Online abgerufen im Juni 2024 unter link.springer.com
  • Pro Juventute: Mein Kind spricht von Suizid – was tun? Online abgerufen im Juni 2024 unter www.projuventute.ch
  • Rat auf Draht Elternseite (2024): Auch Kindern können Suizidgedanken haben. Suizidgedanken bei Jugendlichen – wie reagieren? Online abgerufen im Juni 2024 unter elternseite.at
  • Samaritans (Großbrittannien, Irland): Online abgerufen im Juni 2024 unter samaritans.org
  • SAVE - Suicide Awareness Voices of Education: Online abgerufen im Juni 2024 www.save.org
  • Schuster, N. (2012): Suizid im Alter: Tod aus Verzweiflung. Pharmazeutische Zeitung.
  • Seibl, R.: Trauer nach Suizid – wenn nichts mehr so ist, wie es vorher war… Online abgerufen im Juni 2024 unter suizidpraevention.at
  • Sharif-Nassab, A. et al.: Wenn ein nahestehender Mensch sich das Leben genommen hat. Hilfe für Angehörige und HelferInnen nach Suizid. Online abgerufen im Juni 2024 unter suizidpraevention.at
  • Sonneck, G., Kapusta, N., Tomandl, G. & Voracek, M. (Hg.) (2016). Krisenintervention und Suizidverhütung (3. Auflage). Wien.
  • Statistik Austria (2025): Todesursachen. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.statistik.at
  • Stein, C.; Kapitany, T.; Zeilinger, V.; Ferstl, D. (2015): Tabuthema Suizid. Wenn ein nahestehender Mensch sich das Leben genommen hat. Information für Angehörige und Helfer/innen nach Suizid. Wien: Kriseninterventionszentrum. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.kriseninterventionszentrum.at
  • SuicideLine Australia: Online abgerufen im Juni 2024 unter www.suicideline.org.au
  • Suicide Prevention: Online abgerufen im Juni 2024 unter suicideprevention.ie
  • Suizidprävention Kanton Zürich: Online abgerufen im Juni 2024 unter suizidpraevention-zh.ch
  • SUPRO – Gesundheitsförderung und Prävention; Stiftung Maria Ebene: Bitte lebe. Online abgerufen im Juni 2024 unter www.bittelebe.at
  • Till, B.; Niederkrotenthaler, T. (2014): Positive und negative Aspekte des Internets für die Suizidprävention. In: Suizidprophylaxe, 41(3), 96-106.
  • Till, B.; Stein, C.; Niederkrotenthaler, T. (2015): Suizidrisiko steigt mit dem Alter stark an. Ärzte Krone, 9, 22-24.
  • U25-Freiburg (Arbeitskreis Leben Freiburg e.V.): Online abgerufen im Juni 2024 unter www.u25-freiburg.de
  • Valach, L.; Reissfelder, A. (2021): Suizid und Suizidversuch. In: Fallbuch Suizid und Suizidprävention. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-63868-2_1. Online abgerufen im April 2025 unter link.springer.com
  • Verein Kriseninterventionszentrum Wien: Online unter www.kriseninterventionszentrum.at
  • Wancata, J. (2021): Von der Depression zur Lebensfreude (Band 4/6. Auflage). Wien: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.
  • Whitley, R. (2015): Why men commit suicide. National Post. Online abgerufen im Juni 2024 unter nationalpost.com
  • Youth-Life-Line: Online abgerufen im Juni 2024 unter www.youth-life-line.de

Letzte Aktualisierung: 25. Juni 2025

Erstellt durch:
  • Gesundheit Österreich GmbH
  • In Kooperation mit Medizinischer Universität Wien, Zentrum für Public Health, Unit Suizidforschung & Mental Health Promotion
  • Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Kriseninterventionszentrum Wien

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