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Symbolfoto Harnteststreifen © JPC-PROD

Blasenentzündung: Diagnose

Im Zentrum der Diagnosestellung eines Harnwegsinfektes steht die Anamnese durch die Ärztin/den Arzt. Im Gespräch wird festgestellt, ob und welche typischen Beschwerden bestehen. Anhand dessen lässt sich der Infekt häufig einem voraussichtlich unkomplizierten oder komplizierten Verlauf zuordnen. Gegebenenfalls sind auch weiterführende diagnostische Schritte erforderlich . . .

Symptome im Fokus der Diagnose

Sind die Symptome typisch für einen unkomplizierten Harnwegsinfekt und können ein komplizierter Verlauf sowie eine Nierenbeckenentzündung ausgeschlossen werden, wird nach der Urinuntersuchung eine entsprechende Therapie eingeleitet. Urinteststreifen werden sehr häufig zur Diagnose verwendet, können jedoch auch falsch negative bzw. falsch positive Ergebnisse liefern.

Harnanalyse

Eine detaillierte Untersuchung des Harns mit Erreger-Identifikation inkl. Keimzahlbestimmung kann beispielsweise in folgenden Fällen notwendig sein:

  • Verdacht auf einen komplizierten Verlauf,
  • immer wiederkehrende Infekte, 
  • manchmal auch bei erstmaligem Auftreten eines HWI.

Mögliche urindiagnostische Verfahren sind z.B. mikrobiologische Untersuchungen mit Eintauchnährboden oder Urinkultur sowie mikroskopische Verfahren. Ein spezielles Vorgehen ist bei Harnwegsinfektionen in der Schwangerschaft üblich: Zumeist wird nach erfolgter antibiotischer Behandlung der Harn nachuntersucht, um zu kontrollieren, ob alle Erreger abgetötet wurden. Weiters wird das Vorliegen einer Harnstauungsniere (Hydronephrose) abgeklärt.

Hinweis Für eine Harnprobe sollte der Mittelstrahlurin verwendet werden, d.h., es wird nicht gleich der erste Anfangsstrahl im Probenbecher aufgefangen.

Weitere diagnostische Verfahren

Als weitere Diagnosemöglichkeiten kommen u.a. infrage:

  • Ultraschall der Nieren und Harnwege (Sonographie),
  • Harnröhren-Blasenspiegelung (Urethrozystoskopie): in seltenen Fällen und nur bei wiederholtem Harnwegsinfekt,
  • Röntgenuntersuchung des Harntraktes: u.a. bei Verdacht auf einen komplizierten Harnwegsinfekt.

Bei Frauen, die an vaginalem Juckreiz oder Ausfluss leiden, sollten andere Erkrankungen wie z.B. Candida-Infektionen abgeklärt und eine gynäkologische Untersuchung erwogen werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie den Verdacht haben, an einem Harnwegsinfekt zu leiden, können Sie sich betreffs Abklärung an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie
  • Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der ärztlichen Abklärung eines Harnwegsinfekts werden normalerweise von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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