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Röntgen eines Hohlkreuzes © groisboeck

Kyphose und Lordose: Was ist das?

Die Wirbelsäule ist kein gerader Strang, sondern weist seitlich betrachtet vier Krümmungen auf. Ihre Bauweise bewirkt, dass sie flexibel auf Erschütterungen und Belastungen reagiert und diese gut abfedert. Im Hals- und Lendenbereich ist sie nach vorne gekrümmt (Lordose), im Brust- und Kreuzbeinbereich nach hinten (Kyphose). Diese Krümmungsformen entsprechen bis zu einem gewissen Grad der normalen Anatomie der Wirbelsäule . . .

Rundrücken und Hohlkreuz

Weichen diese beiden S-Formen der Wirbelsäule vom Normalmaß ab, sind sie also zu stark oder zu schwach gekrümmt, kann es zu körperlichen Beschwerden kommen. Diese sogenannten Profilstörungen der Wirbelsäule verursachen Rücken-, Brust- oder Kopfschmerzen und in weiterer Folge Bandscheibenvorfälle sowie neurologische Störungen wie Taubheits- oder Kribbelgefühle. Bei besonders starker Krümmung können sogar Organe wie das Herz oder die Lunge in ihrer Funktion beeinträchtigt sein.

Häufige Abweichungen des normalen Wirbelsäulenprofils:

  • Rundrücken (Hyperkyphose): Krümmt sich die Wirbelsäule im Brustbereich übermäßig nach hinten, bildet sich das typische Erscheinungsbild eines runden Rückens („Buckel“).
  • Hohlkreuz (Hyperlordose): Bei einer übermäßig ausgeprägten Vorwärtskrümmung der Wirbelsäule im Lendenbereich kommt es zum Hohlkreuz. Dabei wölbt sich die Wirbelsäule verstärkt in Richtung Bauch, das Becken ist gekippt.
  • Flachrücken (Hypokyphose, Hypolordose): Sind die normalen Krümmungen im Lenden- oder Brustbereich zu schwach ausgeprägt, wird ein Flachrücken sichtbar.

Hinweis Seitliche Krümmungen der Wirbelsäule sind immer Abweichungen vom normalen Aufbau der Wirbelsäule. Weitere Informationen erhalten Sie unter Skoliose.

Ursachen für Profilstörungen der Wirbelsäule:

  • angeborene Fehlbildungen,
  • muskuläres Ungleichgewicht (v.a. schwache Rückenmuskulatur),
  • Übergewicht,
  • Spaltwirbel (Spondylolyse),
  • „Wirbelgleiten“ (Spondylolisthese),
  • Rundrücken aufgrund anderer Krankheiten wie z.B. Osteoporose, Osteomalazie, Morbus Bechterew, Morbus Scheuermann (Keilwirbelbildung mit verschmälerten Bandscheiben),
  • Verletzungen,
  • Infektionen,
  • Tumoren,
  • Verlust an Muskelmasse (Sarkopenie).

Diagnose

Zur Diagnosefindung beginnt die Ärztin/der Arzt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese), in dem festgestellt wird, welche Beschwerden bestehen und wann diese auftreten. Im Anschluss wird Sie die Ärztin/der Arzt körperlich untersuchen und dabei v.a. Ihre Körperhaltung betrachten. Zur Absicherung der Diagnose wird in der Regel eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule vorgenommen. Dabei werden Oberkörper sowie Becken stehend von vorne sowie seitlich aufgenommen. Anhand der Röntgenaufnahmen kann die Ärztin/der Arzt den Winkel der Verkrümmung der Wirbelsäule messen (Winkelmessung nach Cobb, „Cobb-Winkel“). Zum Ausschluss anderer Krankheiten können unter Umständen auch folgende Untersuchungen vorgenommen werden:

Wie kann man vorbeugen?

Bewegung beugt allgemein Haltungsschäden vor. Dazu eignen sich die unterschiedlichsten Alltagsbewegungen wie z.B. Treppensteigen oder zu Fuß gehen. Sportarten zur Kräftigung der Rückenmuskulatur sind z.B. Schwimmen, Laufen oder Nordic Walken. Regelmäßiges Kräftigungstraining der Rücken- und Bauchmuskulatur (Rückenschule, -gymnastik) verbessert die Körperhaltung und entlastet die Wirbelsäule langfristig. Dehnen beugt ebenso vor.

Bei sitzenden Tätigkeiten sollte auf die korrekte Sitzhaltung geachtet werden. Hier sind insbesondere die individuell geeignete Höhe des Schreibtisches sowie des Bildschirms wichtig. Ergonomische Sitzmöbel unterstützen die richtige Sitzhaltung. Arbeitsmedizinerinnen/-mediziner stehen bei der Einstellung des Arbeitsplatzes beratend zur Seite. Dynamisches Sitzen (unruhiges Hin- und Herwippen) verhindert ein Verharren in starren Positionen und beugt so Haltungsschäden vor. Weitere Information erhalten Sie unter Richtig Sitzen im Job.

Von zentraler Bedeutung sind zudem das rechtzeitige Erkennen einer Wirbelsäulendeformation sowie der frühe Therapiebeginn. Eltern können vorbeugen, indem sie die Körperhaltung ihrer Kinder regelmäßig beobachten und bei Auffälligkeiten eine Ärztin/einen Arzt hinzuziehen.

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