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Kind bei orthopädischer Untersuchung © Dmytro Panchenko

Skoliose: Was ist das?

Unter Skoliose versteht man eine häufige Deformation der Wirbelsäule, die zu einer mehr oder weniger deutlich sichtbaren Fehlhaltung führt. Bei der Skoliose ist das Rückgrat seitlich verkrümmt (Rotation), einzelne Wirbelkörper sind verdreht (Torsion). Die Wirbelsäule hat einen dynamischen Aufbau, um auf Bewegung und Erschütterung flexibel zu reagieren . . . 

Die Wirbelsäule hat in ihrer normalen Bauweise seitlich betrachtet vier Krümmungen. Man unterscheidet dabei verschiedene Krümmungsrichtungen:

  • Die Lordose bezeichnet Vorwärtskrümmungen, die beim normalen Bau der Wirbelsäule an der Hals- und an der Lendenwirbelsäule zu finden sind.
  • Die Kyphose bezeichnet Krümmungen nach hinten. Sie finden sich an der Brustwirbelsäule und am Kreuzbein.

Krümmungen der Wirbelsäule nach vorne und hinten entsprechen ihrem normalen Aufbau. Seitliche Krümmungen sind allerdings nicht normal – sie werden als Skoliose bezeichnet.

Seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule

Skoliosen können an den verschiedenen, aber auch mehreren Stellen der Wirbelsäule auftreten, z.B. an der Lendenwirbelsäule oder am Brustkorb.

Folgende Anzeichen sind ein Hinweis auf einen Haltungsfehler:

  • Niveauunterschied der Schultern („schiefe“ Schultern),
  • Vorstehen eines Schulterblattes,
  • Beckenschiefstand (gekipptes Becken),
  • unterschiedliche Taillendreiecke (Lendenwulst),
  • asymmetrischer Brustkorb,
  • Rippenbuckel,
  • insgesamt schiefer Körper.

Je nach Ausprägung der Skoliose kann die Wirbelsäule leicht bis schwerwiegend verkrümmt sein. Man unterteilt sie nach dem Grad der Verdrehung (Cobb-Winkel). Nach Krümmungswinkel der Skoliose werden folgende Bereiche definiert:

  • leicht ausgeprägte Skoliose: bis unter 20 Grad nach Cobb,
  • mittel ausgeprägte Skoliose: zwischen 20 bis 50 Grad nach Cobb,
  • schwer ausgeprägte Skoliose: über 50 Grad nach Cobb.

Bei den meisten Skoliosen ist die Ursache nicht bekannt. Sie werden primäre Skoliose (auch: idiopathische Skoliose) genannt. Nach Zeitpunkt des Auftretens – im Kleinkindalter, Kindes- oder ab dem Teenageralter – unterscheidet man die infantile, juvenile und adoleszente Skoliose. Genetische Faktoren spielen mitunter eine Rolle. Sekundäre Skoliosen haben Erkrankungen der Muskulatur oder des Nervensystems als Ursache. Eine Skoliose bereitet abhängig von der Lokalisation und Ausprägung unterschiedliche Beschwerden wie z.B. Rückenschmerz und Verspannungen. Durch die Fehlhaltung können sich langfristig schmerzhafte, degenerative Veränderungen der Wirbelsäule entwickeln. Schwer ausgeprägte Skoliosen können Organ(-systeme) wie z.B. Lunge, Magen-Darm, Nieren oder Herz beeinträchtigen.

Diagnose

Zur Diagnosestellung beginnt die Ärztin/der Arzt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese), in dem festgestellt wird, welche Beschwerden bestehen und wann diese auftreten. Im Anschluss wird Sie die Ärztin/der Arzt körperlich untersuchen und dabei v.a. Ihre Körperhaltung betrachten. Die Ärztin/der Arzt wird mit Ihnen den sogenannten Vorbeugetest (Adams-Test) durchführen: Dabei kippt die Patientin/der Patient mit freiem Oberkörper nach vorne hinüber, sodass die Ärztin/der Arzt den Verlauf der Wirbelsäule gut erkennen und beurteilen kann.

Zur Absicherung der Diagnose wird in der Regel eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule vorgenommen. Dabei werden Oberkörper sowie Becken stehend von vorne sowie seitlich aufgenommen. Anhand der Röntgenaufnahmen kann die Ärztin/der Arzt den Winkel der Verkrümmung der Wirbelsäule messen und so das Ausmaß der Skoliose eruieren (Winkelmessung nach Cobb). Zum Ausschluss anderer Krankheiten kann in seltenen Fällen eine MR-Untersuchung erforderlich sein.

Wie kann man vorbeugen?

Einer Skoliose kann grundsätzlich nicht vorgebeugt werden. Von zentraler Bedeutung sind allerdings das rechtzeitige Erkennen einer Wirbelsäulendeformation sowie ein früher Therapiebeginn. Wird noch während des Wachstums gegengesteuert, kann das Voranschreiten einer Skoliose gestoppt bzw. ihre Ausprägung verringert werden.

Eltern können vorbeugen, indem sie die Körperhaltung ihrer Kinder regelmäßig beobachten und bei Auffälligkeiten eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen.

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