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Mann mit Rückenschmerzen © ojoimages4

Hexenschuss

Heftige Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die plötzlich, etwa bei einer bestimmten Bewegung auftreten und zu weitgehender Bewegungsunfähigkeit führen, werden als Lumbago bezeichnet. Landläufig ist dieses Beschwerdebild auch als „Hexenschuss“ bekannt.  Häufig entsteht der Hexenschuss aus einem Zustand völliger Beschwerdefreiheit, ausgelöst durch z.B. das Heben von Gegenständen in gebückter Haltung, das Drehen des Oberkörpers oder das Wiederaufrichten aus gebückter Haltung . . .

Ursachen

Die häufigsten Ursachen sind Nervenreizungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, z.B.:

  • Muskelverspannungen,
  • Funktionelle Ursachen (Gelenksblockierung),
  • Entzündliche Reizungen der Zwischenwirbelgelenke,
  • Verschleißerscheinungen der Bandscheiben (Vorwölbung oder Vorfall),
  • Arthrosen in Zwischenwirbelgelenken.

Begünstigend wirken v.a. :

  • schwache Rückenmuskulatur,
  • Fehlhaltungen,
  • Übergewicht,
  • Bewegungsmangel.

Seltene Ursachen für Hexenschuss sind u.a. Erkrankungen der Geschlechtsorgane, der Nieren, der Hauptschlagader oder des Enddarms.

Symptome

Häufig entsteht der Hexenschuss aus einem Zustand völliger Beschwerdefreiheit, ausgelöst durch z.B. das Heben von Gegenständen in gebückter Haltung, das Drehen des Oberkörpers oder das Wiederaufrichten aus gebückter Haltung. Entweder sofort oder kurz nach dem auslösenden Ereignis treten bei jeder kleinsten Bewegung starke Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Die Rückenmuskulatur verkrampft sich dadurch. Bestimmte Bewegungen sind weitgehend unmöglich, häufig werden Zwangshaltungen eingenommen (z.B. vorgebeugter Oberkörper), um die Beschwerden einigermaßen erträglich zu gestalten. Bei längerer Dauer können die Schmerzen auch in Gesäß, Leiste oder Oberschenkel ausstrahlen.

Diagnose

Die Diagnose ist meist anhand der typischen Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung möglich. Zur Feststellung der Ursache können gegebenenfalls weiterführende Untersuchungen wie Röntgen oder Magnetresonanztomographie sinnvoll sein. Diese dienen auch dem Ausschluss ernsthafter Erkrankungen (z.B. Bandscheibenvorfall, Wirbelkörperbruch bei Osteoporose).

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Auslöser. Folgende Möglichkeiten stehen zur Auswahl:

  • Bettruhe: zur Entlastung des Rückens;
  • Kältetherapie: zur Schmerzreduktion (akute Phase);
  • Massagen, Wärmeanwendungen (z.B. Wärmflasche, Wärmepacks): v.a. zur Entspannung der Muskeln (subakute Phase);
  • Medikamente:
    • schmerzstillende und entzündungshemmende Präparate (Analgetika, nichtsteroidale Antirheumatika zum Schlucken, als Infusion (intravenös) oder Infiltration in das Schmerzgebiet (Haut, Muskulatur, an die Wirbelgelenke);
    • muskelentspannende Substanzen v.a. zum Schlucken. 
  • Physiotherapie: Krankengymnastik, manuelle Medizin zur Mobilisation bewegungsgestörter Wirbelsäulenabschnitte etc.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Auftreten eines Hexenschusses können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Orthopädie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Untersuchungen und Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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