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Frau mit Schmerzen in der Ferse © Andrey Popov
Frau mit Schmerzen in der Ferse © Andrey Popov

Fersenschmerzen

Fersenschmerzen sind häufige Beschwerden am Fuß. Meistens hängen sie mit einer Überlastung des unteren Fußes oder des Fußgewölbes zusammen. Seltener sind Schmerzen an der oberen Ferse, wo die Achillessehne ansetzt. Die Beschwerden bessern sich in vielen Fällen von selbst durch längere Schonung. Akute Fersenschmerzen können auch durch Verletzungen ausgelöst werden. Sehr selten ist eine schwere Erkrankung die Ursache. Fersenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind meist durch das Wachstum bedingt.

Wo treten Fersenschmerzen auf?

Fersenschmerzen gehen meist vom Fersenknochen (Fersenbein) und den damit verbundenen Muskeln, Sehnen und Bändern aus. Die Schmerzen treten häufig unterhalb und seltener oberhalb der Ferse auf.

  • Schmerzen unterhalb der Ferse (unterer oder plantarer Fersenschmerz): Meist ist daran eine breite Sehnenplatte beteiligt (Plantarfaszie). Diese verbindet das untere Fersenbein mit dem Vorderfuß und dem Fußballen. Sie hält die Krümmung des Fußlängsgewölbes aufrecht und wirkt beim Gehen, Laufen und Springen wie ein Stoßdämpfer. Bei jedem Schritt wird diese Sehnenplatte belastet und gespannt. Unter der Ferse befindet sich ein Fettkissen, das ebenfalls Stöße dämpft.
  • Schmerzen oberhalb der Ferse (oberer oder dorsaler Fersenschmerz): Die Schmerzen treten meist am Ansatz der Achillessehne auf. Das ist die stärkste Sehne des Körpers. Sie verbindet die Ferse mit dem Wadenmuskel und bewegt sich in einer Sehnenscheide. Schleimbeutel befinden sich zwischen Haut und Achillessehne und zwischen Achillessehne und Fersenbein.

Welche Ursachen haben Fersenschmerzen?

In den meisten Fällen werden die Fersenschmerzen durch eine Entzündung der Plantarfaszie ausgelöst. In der Medizin spricht man dann von einer Plantarfasziitis. Häufig sind Überlastungen beim Gehen, Stehen oder Sport der Auslöser.

Das Risiko für Fuß- oder Fersenschmerzen steigt durch: 

  • Fußfehlstellungen: Senkfuß, Plattfuß oder Hohlfuß überlasten das Fußgewölbe und die Plantarfaszie. Auch eine Drehung des Fußes nach innen (Pronation).
  • Schwache Füße: Schwache Füße sind für Fuß- und Fersenbeschwerden anfälliger. Gezielte Übungen für die Füße kräftigen Muskeln, Sehnen und Bänder und erhöhen so auch die Beweglichkeit und Dehnbarkeit. Das kann Fersenschmerzen verhindern.
  • Verkürzte Wadenmuskulatur: Die Waden sind über die Achillessehne mit der Plantarfaszie verbunden. Eine verkürzte Muskulatur überlastet diese.  
  • Unbequeme Schuhe: Schuhe mit flachem Fußbett, harter Sohle oder Absatz belasten die Füße und besonders die Ferse. Laufschuhe mit schlechter Dämpfung sind ebenso ein Risiko.
  • Zu hohe sportliche Belastung: Der Fersenbereich ist bei sportlich aktiven Menschen für Beschwerden anfällig. Wichtig ist, den Fuß langsam an Belastungen zu gewöhnen, so etwa beim Laufen den Umfang langsam zu steigern. Auch hohe Sprünge oder barfuß laufen auf hartem Boden sind starke Belastungen für den Fuß.
  • Alter: Mit dem Alter nimmt die Elastizität der Sehnen ab. Auch der Fettpolster unter der Ferse wird weniger. Besonders häufig sind Fersenschmerzen bei Personen zwischen 45 und 65 Jahren.
  • Übergewicht: Dadurch werden die Füße zusätzlich belastet.

Eine chronische Überlastung des Fersenbeins kann zu verschiedenen orthopädischen Erkrankungen führen, z.B.

  • Entzündung der Plantarfaszie (Plantarfasziitis),
  • Achillessehnenentzündung, 
  • Fersensporn
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis).

Manchmal können Fersenschmerzen durch Verletzungen ausgelöst werden, z.B.

  • Prellung oder Bruch des Fersenbeins durch einen harten Aufprall der Ferse,
  • Ermüdungsbruch (Stressfraktur) durch chronische Überlastung des Fersenbeins, z.B. beim Laufen,
  • Dehnung oder Riss (Ruptur) der Achillessehne oder der Plantarsehne.

Fersenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Eine der häufigsten Ursachen von Fersenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen ist eine Verknöcherungsstörung der Wachstumsfuge des Fersenbeins (Apophysitis calcanei oder Morbus Sever-Haglund). Die Wachstumsfuge des Fersenbeins schließt sich im Alter von 12 bis 13 Jahren. Dabei wird Knorpelgewebe zu Knochen umgewandelt. Unter bestimmten Bedingungen können an der oberen Ferse Beschwerden auftreten.  

Jungen sind häufiger von einer Verknöcherungsstörung der Wachstumsfuge im Fersenbein betroffen. Meist treten die Beschwerden im Alter zwischen acht und 12 Jahren auf. Nach Abschluss des Wachstums verschwinden die Beschwerden meistens vollständig.

Weitere Ursachen für Fersenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind unter anderem:

  • Plantarfasziitis: Nur selten ist bei Kindern oder Jugendlichen eine Entzündung des Fußgewölbes Ursache der Fersenschmerzen. Anders bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen.
  • Fettpolster-Syndrom an der Ferse: Der schützende und dämpfende Fettpolster an der Ferse nimmt ab und verursacht so Schmerzen.
  • Achillessehnenentzündung,
  • Schleimbeutelentzündung,
  • Stressfraktur.

Welche Symptome können auftreten?

Erste Anzeichen einer Überlastung der Ferse sind leichte Schmerzen in der Ferse am Morgen und nach längerem Ruhen bzw. Sitzen, die mit der Zeit stärker werden. Die Ferse wird empfindlicher und ist eventuell geschwollen. Schmerzen treten besonders dann auf, wenn die Ferse belastet wird. Beim Gehen kann der Schmerz zunächst etwas nachlassen, aber nach längerem Gehen oder nach längerer Belastung wieder stärker werden. Um die Schmerzen beim Gehen zu vermeiden, beginnen manche Betroffene zu hinken. Bei Kindern und Jugendlichen mit Fersenschmerzen ist ein lokaler Druckschmerz und eine lokale Schwellung im Bereich des oberen Fersenbeins am Ansatz der Achillessehne typisch.

Plötzlich auftretende starke, stechende Fersenschmerzen sind meist die Folge von Verletzungen, z.B. einem Bruch des Fersenbeins.

Selten tritt im Fuß ein Kribbeln, Brennen sowie ein Taubheitsgefühl an der Fußsohle, den Zehen und der Ferse auf. Die Symptome können auf eine Reizung des Schienbeinnervs hinweisen.

Wie Sie Fersenschmerzen vorbeugen können

Folgende Maßnahmen helfen, Überlastungen der Füße und Fersenschmerzen vorzubeugen:

  • Tragen Sie bequeme Schuhe mit stützendem Fußbett und guter Fersendämpfung.
  • Schuhe mit flachen Absätzen nicht zu oft und nicht zu lange tragen. Dazu zählen z.B. auch Flipflops.
  • Vermeiden Sie zu viel Barfußgehen bzw. Barfußgehen auf hartem Untergrund wie etwa Beton, Stein – das kann die Füße überlasten.
  • Lassen Sie Fußfehlstellungen (z.B. Hohl-, Senk-, Plattfuß) behandeln, z.B. mit Einlagen
  • Machen Sie gezielte Übungen für die Füße, z.B.  Zehenspitzen-, Fersen- und Außenrandfußgang oder barfuß gehen auf weichem Untergrund (z.B. Wiese, Sand).
  • Dehnen Sie regelmäßig, um Muskelverkürzungen zu vermeiden
  • Wärmen Sie sich beim Sport auf und  steigern Sie Trainingsumfang und -intensität nur langsam. Der Körper braucht unbedingt Erholungsphasen und Zeit zur Anpassung.
  • Falls Sie übergewichtig sind, versuchen Sie Körpergewicht abzunehmen.

Was können Sie zur Heilung beitragen?

Fersenschmerzen als erste Anzeichen einer Überlastung der Ferse können mit einfachen Maßnahmen selbst behandelt werden. Die Schmerzen werden auch meist ohne spezielle Therapie besser. Dazu ist allerdings Geduld gefragt, denn es kann einige Wochen bis ein Jahr dauern. Bei Jugendlichen verschwinden die Schmerzen meistens nach dem Wachstum. 

 Zu den Selbsthilfe-Maßnahmen zählen:

  • Schonung: Fuß entlasten, längere Sportpause. Nicht gänzlich auf körperliche Bewegung verzichten, das kann die Schmerzen verschlechtern.
  • Kühlen und Massieren: Mit Kühlbeutel (Kaltkompresse, Coolpack oder Eis) die schmerzende Stelle kühlen und leicht massieren. Gut sind 20 Minuten bis zu vier-Mal am Tag.
  • Bequeme Schuhe: Bequeme Schuhe mit passendem Fußbett, Absatzdämpfung und eventuell Fersenkeil tragen
  • Medikamente zum Einnehmen: Bei starken Schmerzen hilft die vorrübergehende Einnahme von Medikamenten, die schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken (kurz: NSAR). Das sind z.B. die Wirkstoffe Ibuprofen oder Naproxen. Diese Medikamente sollten ohne Verschreibung durch eine Ärztin oder einen Arzt allerdings nur einen kurzen Zeitraum angewendet werden (maximal drei Wochen). Nehmen Sie bereits andere Medikamente ein, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Rücksprache halten.
  • Salben und Gels zum Auftragen: Ob Salben und Gels mit Schmerzmittel tatsächlich wirken, ist wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen.

Wann sollte ich zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen?

Folgende Beschwerden sollten jedenfalls von einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden:

  • Die Fersenschmerzen dauern trotz Schonung länger als zwei Wochen an oder verschlechtern sich.
  • Plötzlich auftretende, starke Schmerzen.
  • Entzündungszeichen (Rötung, Erwärmung, Schwellung).
  • Der Fuß kann nicht belastet werden.
  • Die Ferse schmerzt auch in Ruhe.
  • Die Fersenschmerzen werden von Fieber begleitet.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei starken oder länger anhaltenden Fersenschmerzen ist eine ärztliche Diagnose wichtig. Dabei beurteilt die Ärztin oder der Arzt, ob die Schmerzen durch eine Überlastung des Fußes ausgelöst werden oder eine andere Ursache der Grund ist.

Zunächst erfragt die Ärztin oder der Arzt Ihre Krankengeschichte und untersucht Ihre Beine und Füße. Meist kann bereits so die Ursache des Fersenschmerzes geklärt werden. Bei der Untersuchung Ihrer Füße schaut die Ärztin oder der Arzt, ob ein Druckschmerz besteht und Schwellungen erkennbar sind.

Die Ärztin oder der Arzt kann folgende Fragen stellen: 

  • Wie lange bestehen die Fersenschmerzen, wo treten sie genau auf? 
  • Sind die Beschwerden schon einmal aufgetreten? 
  • Ist der Schmerz dumpf oder stechend?
  • Schmerzt die Ferse am Morgen oder nach Ruhe?
  • Wird der Schmerz nach Belastung oder Bewegung stärker?
  • Betreiben Sie Sport, wenn ja, welchen?
  • Haben Sie andere Beschwerden?

Hinweis Nur selten sind zur Diagnose von Fersenschmerzen weiterführende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder MRT notwendig.

Bei bestimmten Anzeichen, die auf z.B. einen Knochenbruch, eine Nervenreizung oder andere Erkrankungen hinweisen, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weitere Untersuchungen (z.B.Röntgen, MRT, Bluttest, Ultraschall) verordnen. Zu den Anzeichen zählen:

  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Fuß (Anzeichen für Nervenreizung),
  • Fieber (Anzeichen für Knocheninfektion) oder
  • ein steifes, geschwollenes Fußgelenk (Anzeichen für Arthritis).

Wie erfolgt die Behandlung von Fersenschmerzen?

Die Wahl der Therapie von Fersenschmerzen richtet sich nach der diagnostizierten Ursache bzw. Grunderkrankung. In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden ohne besondere Therapien innerhalb weniger Wochen bis zu einem Jahr von selbst. In den seltensten Fällen ist eine Operation notwendig.

Mögliche Therapiemaßnahmen sind:

  • Schonung: Den betroffenen Fuß schonen und immer wieder rasten lassen. Aber: Ein gänzlicher Verzicht auf körperliche Bewegung kann die Schmerzen verstärken. (Hobby-)-SportlerInnen sollten seltener trainieren und weniger intensiv.
  • Kühlen der betroffenen Stelle: Mit Kühlbeutel (Kaltkompresse, Coolpack oder Eis) die schmerzende Stelle kühlen und leicht massieren. Gut sind 20 Minuten bis zu vier Mal am Tag.
  • Einnahme von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten: Empfohlen werden Wirkstoffe wie z.B. Ibuprofen oder Naproxen. Diese Wirkstoffe zeigen häufig Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt. Häufig wird daher auch ein magenschonendes Medikament verschrieben. Salben und Gels mit schmerzstillenden Wirkstoffen können helfen, ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht eindeutig bewiesen.
  • Schuheinlagen oder eines Fersenkeil: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschreibt Ihnen möglicherweise Schuheinlagen oder einen Fersenkeil.
  • Nachtschiene: Das Tragen einer Schiene über Nacht streckt den Fuß, und entlastet somit die Sehnen des Fußes.
  • Physiotherapie, um die Stabilität und Beweglichkeit des Fußes zu erhöhen bzw. zu erhalten. Dabei kann die Patientin oder der Patient Übungen lernen, die auch zu Hause durchgeführt werden können. 
  • Physikalische Therapien
  • Taping am Fuß: Eine spezielle Taping-Methode mit vier Bändern kann Erleichterung bringen. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht bewiesen.
  • Stoßwellentherapie: Bringen andere Therapiemaßnahmen keinen Erfolg, werden mitunter Stoßwellen empfohlen. Deren Wirksamkeit gegen Fersenschmerzen ist nicht bewiesen.
  • Operation, nur in seltenen Fällen angezeigt, wenn andere Therapiemaßnahmen keinen Erfolg bringen.
  • Injektion von Kortikosteroiden (Kortison) zur Linderung einer Entzündung oder Injektion von Betäubungsmittel gegen den Schmerz: nur falls andere Therapien keinen Erfolg zeigen.

Zur Linderung von Fersenschmerzen können Sie einfache Übungen durchführen.

Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen mit Fersenschmerzen helfen ebenso Schonen, Entlasten und Kühlen. Die Ärztin oder der Arzt kann ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes Medikament (NSAR) verschreiben. Bei übergewichtigen Kindern kann eine Gewichtsabnahme die Beschwerden bessern.

Zeigen all diese Maßnahmen keine Besserung, können bei Kindern und Jugendlichen mit Fersenschmerzen z.B. ein spezieller Gips, eine Beinschiene (Aircast) oder Schuhe mit spezieller Abrollsohle für einige Wochen verordnet werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Fersenschmerzen können Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt wenden. Manchmal sind weitere Untersuchungen, z.B. bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Orthopädie oder einer Fachärztin oder einem Facharzt für Physikalische Medizin und Allgemeine Rehabilitation, notwendig. Schuheinlagen erhalten Sie bei Bandagistinnen oder Bandagisten, Orthopädietechnikerinnen oder Orthopädietechnikern sowie Orthopädieschuhmacherinnen Orthopädieschuhmachern.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über die Online-Ratgeber der Sozialversicherung.

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