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Fersenschmerz: Was ist das?

Fersenschmerzen sind weit verbreitete Fußbeschwerden. In den meisten Fällen hängen sie mit einer Überlastung des unteren Fußes bzw. des Fußgewölbes zusammen. Seltener treten die Schmerzen an der oberen Ferse auf, wo die Achillessehne ansetzt. Fersenschmerzen vergehen meistens bei längerer Schonung. Akute Fersenschmerzen können auch durch Verletzungen ausgelöst werden. Sehr selten ist eine schwere Erkrankung die Ursache. Treten bei Kindern Fersenscherzen auf, sind die Beschwerden meist durch das Wachstum bedingt.

Fersenschmerz: Was ist das?

Fersenschmerzen gehen meist vom Fersenknochen (Fersenbein) und den damit verbundenen Muskeln, Sehnen und Bändern aus. Die Schmerzen treten häufig unterhalb und seltener oberhalb der Ferse auf.

  • Schmerzen unterhalb der Ferse (unterer oder plantarer Fersenschmerz): Meist ist daran eine breite Sehnenplatte, die Plantarfaszie (Aponeurosis plantaris), beteiligt. Dieses Band aus Bindegewebe verbindet das untere Fersenbein mit dem Vorderfuß bzw. Fußballen. Die Plantarfaszie hält die Krümmung des Fußlängsgewölbes aufrecht und wirkt beim Gehen, Laufen und Springen wie eine Art Stoßdämpfer. Bei jedem Schritt wird die Sehnenplatte belastet und gespannt. Unter der Ferse befindet sich ein Fettkissen, das ebenfalls Stöße dämpft.
  • Schmerzen oberhalb der Ferse (oberer oder dorsaler Fersenschmerz) treten meist am Ansatz der Achillessehne auf. Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Körpers. Sie verbindet die Ferse mit dem Wadenmuskel und bewegt sich in einer Sehnenscheide. Schleimbeutel befinden sich zwischen Haut und Achillessehne und zwischen Achillessehne und Fersenbein.

Ursachen von Fersenschmerzen

Die häufigste Ursache von Fersenschmerzen sind Überlastungen des Fersenbereichs beim Gehen, Stehen oder Sport, z.B. beim Laufen und Springen. In den meisten Fällen werden die Fersenschmerzen durch eine Entzündung der Plantarfaszie ausgelöst. Das Risiko für Überlastungen steigt durch: 

  • Fußfehlstellungen: Bei Fußfehlstellungen wie dem Senkfuß, Plattfuß, Hohlfuß kann das Fußgewölbe bzw. die Plantarfaszie leichter überlastet werden als bei normalen Füßen.
  • Schwache Füße: Die zahlreichen Muskeln, Sehnen und Bänder der Füße können gezielt gekräftigt werden. Auch die Beweglichkeit und Dehnbarkeit kann durch Übungen verbessert werden. So ist es möglich, Überlastungen vorzubeugen. Schwache Füße sind für Fuß- und Fersenbeschwerden anfälliger. Schuhe mit flachem Fußbett und harter Sohle belasten die Füße und besonders die Ferse.
  • Zu hohe sportliche Belastung: Der Fersenbereich ist bei sportlich aktiven Menschen für Beschwerden anfällig. Wichtig ist, den Fuß langsam an die Belastung zu gewöhnen, z.B. beim Laufen den Umfang langsam zu steigern. Auch hohe Sprünge oder barfuß laufen auf hartem Boden sind starke Belastungen für den Fuß.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Belastbarkeit der Bänder und Sehnen des Fußes ab. Auch der Fettpolster unter der Ferse schrumpft im Alter. Besonders häufig sind Fersenschmerzen bei Personen zwischen 40 und 60 Jahren.
  • Übergewicht: Dadurch werden die Füße zusätzlich belastet.

Eine chronische Überlastung des Fersenbeins kann zu verschiedenen orthopädischen Erkrankungen führen, z.B.

  • Entzündung der Plantarfaszie (Plantar Fasciitis),
  • Achillessehnenentzündung, 
  • Fersensporn oder 
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis).

Manchmal können Fersenschmerzen durch Verletzungen ausgelöst werden, z.B.

  • Prellung oder Bruch des Fersenbeins durch einen harten Aufprall der Ferse,
  • Ermüdungsbruch (Stressfraktur) durch chronische Überlastung des Fersenbeins, z.B. beim Laufen,
  • Dehnung oder Riss (Ruptur) der Achillessehne oder der Plantarsehne.

Sehr selten werden Fersenschmerzen durch andere Erkrankungen verursacht, z.B.·

  • Störung der Wachstumsfuge des Fersenbeins (Apophysitis calcanei) bei Kindern und Jugendlichen,
  • Rheumatoide Arthritis, meistens mit Beschwerden im Gelenk der großen Zehe verbunden,
  • Reizung des Schienbeinnervs (Tarsaltunnelsyndrom),
  • Rheumatische Erkrankungen, z.B. Morbus Bechterew.

Anzeichen und Beschwerden

Erste Anzeichen einer Überlastung der Ferse sind leichte Schmerzen in der Ferse am Morgen und nach längerem Ruhen bzw. Sitzen, die mit der Zeit stärker werden. Die Ferse wird empfindlicher und ist eventuell geschwollen. Schmerzen treten besonders dann auf, wenn die Ferse belastet wird. Beim Gehen kann der Schmerz zunächst etwas nachlassen, aber nach längerem Gehen oder nach längerer Belastung wieder stärker werden. Um die Schmerzen beim Gehen zu vermeiden, beginnen manche Betroffene zu hinken.

Plötzlich auftretende starke, stechende Fersenschmerzen sind meist die Folge von Verletzungen, z.B. einem Bruch des Fersenbeins.

Selten tritt im Fuß ein Kribbeln, Brennen sowie ein Taubheitsgefühl an der Fußsohle, den Zehen und der Ferse auf. Die Symptome können auf eine Reizung des Schienbeinnervs hinweisen.

Fersenschmerzen vorbeugen

Folgende Maßnahmen helfen, Überlastungen der Füße und Fersenschmerzen vorzubeugen:

  • Bequeme Schuhe mit stützendem Fußbett und einer Fersendämpfung tragen
  • Übergewicht abbauen 
  • Schuhe mit hohen Absätzen nicht zu oft und zu lange tragen 
  • Fußfehlstellungen (z.B. Hohl-, Senk-, Plattfuß) behandeln lassen, z.B. mit Einlagen
  • Gezieltes Training der Füße, z.B. durch Fußgymnastik, Zehenspitzen-, Fersen- und Außenrandfußgang oder barfuß gehen auf weichem Untergrund (z.B. Wiese, Sand) ­– barfuß gehen auf hartem Boden (z.B. Beton, Stein) kann allerdings die Füße überlasten
  • Beim Sport: Vor dem Training aufwärmen
  • Dehnen, um Muskelverkürzungen zu vermeiden
  • Langsame Steigerung des Umfangs und der Intensität des Trainings, der Körper braucht Erholungsphasen und Zeit zur Anpassung

Was kann man selbst gegen Fersenschmerzen tun?

Fersenschmerzen als erste Anzeichen einer Überlastung der Ferse können mit einfachen Maßnahmen selbst behandelt werden. Zu den Maßnahmen zählen:

  • Schonung, Fuß entlasten, längere Sportpause
  • Mit Eis, in einem Stoffbeutel eingewickelt, die schmerzende Stelle leicht massieren und kühlen, ca. dreimal am Tag mehrere Minuten mit kurzen Pausen
  • Einnahme von Medikamenten, die schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken (z.B. Ibuprofen, Acetylsalicylsäure), nach Verschreibung durch die Hausärztin/den Hausarzt.
  • Bequeme Schuhe mit passendem Fußbett, Absatzdämpfung und ev. Fersenkeil tragen

Wann soll eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden? 

Folgende Beschwerden sollten jedenfalls von einer Ärztin/einem Arzt abgeklärt werden:

  • Die Fersenschmerzen dauern trotz Schonung länger als zwei Wochen an oder verschlechtern sich.
  • Plötzlich auftretende, starke Schmerzen.
  • Entzündungszeichen (Rötung, Erwärmung, Schwellung).
  • Der Fuß kann nicht belastet werden.
  • Die Ferse schmerzt auch in Ruhe.
  • Die Fersenschmerzen werden von Fieber begleitet.

Weitere Informationen finden Sie unter Fersenschmerzen: Diagnose & Therapie.

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