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Ärztin untersucht den Rachen von Kleinkind © CandyBox Images

Streptokokkeninfektionen (Scharlach & Co.)

In diese Krankheitsgruppe fallen Infektionen, die durch eine bestimmte Gruppe von Streptokokkenbakterien (Lancefield-A) hervorgerufen werden (am bekanntesten ist Scharlach). Sie führen meist zu einer akuten Infektion der oberen Atemwege, können aber auch andere Krankheitsbilder verursachen, z.B. Mandelentzündung, Scharlach oder Rotlauf (Wundrose, Erysipel). Besonders häufig betroffen sind Vorschul- und Schulkinder vor allem während der Wintermonate . . .

Übertragung & Vorbeugung

Streptokokken leben in den oberen Luftwegen des Menschen. Zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung sind völlig beschwerdefreie Keimträger. Die Übertragung erfolgt als Tröpfcheninfektion (z.B. durch Niesen, Husten oder Sprechen).

Gegen Streptokokken gibt es keine aktive oder passive Immunisierung. Bei Scharlachausbruch in einer Kinderbetreuungsstätte, Schule oder einer Familie ist eine Prophylaxe mit Penicillin sinnvoll und wirksam.

Symptome

Streptokokken der Lancefield-Gruppe A führen zu verschiedenen Krankheitsbildern:

Lokale Erscheinungen:

  • Säuglinge: v.a. Rachenentzündung (Pharyngitis ).
  • Kleinkinder: Erkältungsschnupfen, Lymphknotenschwellung, Mittelohr - und Nebenhöhlenentzündung.
  • Ab dem dritten Lebensjahr: nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Tagen typisches Bild der Streptokokkenpharyngitis oder -angina (schmerzhafte Entzündung der Gaumenmandeln und des Rachens, Hals- und Schluckschmerzen, meist Fieber, aber kein Husten).
  • Ältere Kinder: „Schmutzflechte“ (Streptokokkenimpetigo), beginnend mit Bläschen, die anschließend eitrig verkrusten.

Scharlach:

  • Nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Tagen beginnt die Krankheit als Mandel-Rachen-Entzündung mit Fieber, Halsschmerzen und Schluckproblemen. Rachen- und Gaumenschleimhaut sind düsterrot gefärbt mit später eitrigen Belägen. Die Lymphknoten am Hals sind geschwollen. Der typische blass- bis hochrote Hautausschlag beginnt zwölf bis 48 Stunden später in den Beugefalten der Achsel und Leisten, breitet sich über den gesamten Körper aus und lässt ein blasses Munddreieck frei. Die Haut fühlt sich sandpapier- oder samtartig an. Die Zunge ist anfangs weißlich belegt, ab dem dritten bis vierten Krankheitstag stark gerötet mit kleinen Knötchen (Himbeerzunge).

    Die Hautschuppung beginnt kleieförmig um den siebten Tag, erreicht ihren Höhepunkt nach zwei bis drei Wochen und kann bis zu acht Wochen bestehen.
    Der hier beschriebene klassische Scharlach wird heute selten beobachtet, da bereits früh mit Antibiotika behandelt wird.
  • Extrem seltene Formen: Toxischer Scharlach mit fulminantem Verlauf, hohem Fieber, Delirium, Krämpfen und Hautblutungen kann binnen weniger Tage zum Tod führen.
    Bei der septischen Form finden sich Zeichen einer Blutvergiftung sowie unter anderem Angina, Mittelohr- und Nebenhöhlenentzündung.

Rotlauf (Wundrose, Erysipel):

  • Akute Hautinfektion, ausgehend von Verletzungen, meist im Gesicht. Typisch sind die rasch fortschreitende Rötung mit Schwellung sowie der erhabene und unregelmäßige, scharf abgegrenzte Rand der Rötung. Fieber und allgemeine Beschwerden kommen hinzu.

Diagnose & Therapie

Die Sicherung der Diagnose erfolgt mittels Laboruntersuchung. Als Behandlung ist Penicillin über zehn Tage üblich. Zusätzlich ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Bei Bedarf sind fiebersenkende Maßnahmen angezeigt. Bettruhe wird empfohlen, sofern das Kind dazu bereit ist.

Komplikationen

Häufige Komplikationen sind Entzündungen der Lymphknoten und der Nebenhöhlen sowie Mandelabszesse. Ein bis vier Wochen nach einer nicht ausreichend behandelten Streptokokkeninfektion kann es zu Entzündungen des Knochenmarks, der Lunge, der Gehirnhäute, der Gelenke sowie zu Blutvergiftung kommen. Besonders gefürchtet sind Herz- und Nierenschäden, selten treten auch rheumatisches Fieber und Veitstanz (Chorea minor) auf. Zwei bis drei Wochen nach einer Streptokokkeninfektion sollte eine gründliche ärztliche Nachuntersuchung mit Harnkontrolle und Abhorchen des Herzens erfolgen.

Wohin kann ich mich wenden?

Sobald erste Krankheitszeichen auftreten, sollten Sie mit Ihrem Kind eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendheilkunde aufsuchen.


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