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Schematische Darstellung des Körpers als System © ag visuell

HIV/AIDS: Fortschritte in der Therapie

Das Bild der HIV-Erkrankung hat sich von einer potenziell tödlichen zu einer behandelbaren, chronischen Erkrankung gewandelt. Die medikamentöse Therapie konnte in den letzten Jahren aufgrund der Entwicklung neuer Substanzen vereinfacht werden. So ist eine bessere Dosierung im Alltag möglich – weniger häufige Tabletteneinnahme und weniger verschiedene Pillen . . .

Das Augenmerk bei der Therapie wird u.a. auf sorgfältige Medikamenteneinnahme, möglichst geringe Anzahl einzunehmender Pillen, frühzeitige Diagnose und Behandlung von Begleiterkrankungen wie Hepatitis B und C, Vermeiden unerwünschter Nebenwirkungen bzw. möglicher Wechselwirkungen. Unter diesen Voraussetzungen können ein entsprechender Therapieerfolg und eine möglichst hohe Lebensqualität langfristig gesichert werden. Dazu gehört auch die ärztliche Betreuung und Beratung, um den allgemeinen Gesundheitszustand – z.B. durch einen gesunden Lebensstil – zu verbessern.

Durch die moderne antiretrovirale Kombinationstherapie (HAART) wird die Virusvermehrung effizient unterdrückt und das Immunsystem geschützt. Das Fortschreiten der Infektion wird aufgehalten.

Große therapeutische Fortschritte

In den letzten Jahren wurden für die Patientinnen/Patienten mit HIV/AIDS enorme therapeutische Fortschritte erzielt. Die Gründe hierfür sind ein besseres Verständnis der HIV-Vermehrung (Virusreplikation), die Diagnosemöglichkeiten und die immer effektiver gewordene antiretrovirale Kombinationstherapie. Die medizinischen Herausforderungen von heute sind Resistenzentwicklungen, Stoffwechselkomplikationen und Koinfektionen wie Hepatitis oder Tuberkulose.. Resistenzentwicklung bedeutet, dass antiretrovirale Medikamente über kurz oder lang ihre Wirkung gegen HIV verlieren. Koinfektionen bringen zusätzliche physische und psychische Belastungen mit sich.

Schlummerndes HI-Virus

HIV/AIDS wird in absehbarer Zeit nicht geheilt werden können. Ein zentrales Problem dabei ist, dass HI-Viren ihr Erbmaterial nicht nur in aktive, sondern auch in ruhende Körperzellen einschleusen. Expertinnen/Experten gehen davon aus, dass aus diesen latent (= schlummernd) infizierten Zellen das Virus auch nach langfristiger Unterdrückung reaktiviert werden kann. Die Elimination von HIV aus latenten Reservoiren (Rückzugsgebieten) gilt als äußerst schwierig, auch wenn in Studien über erste Teilerfolge berichtet wird.

In den frühen 1990er-Jahren betrug die Todesrate durch AIDS bei HIV-Infizierten noch 40 bis 50 Prozent. Die Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapie sowie vorbeugende Behandlungen und eine optimierte Betreuung senkten diese Todesrate in Ländern mit gutem medizinischem Standard auf rund vier Prozent. Bei den Todesfällen handelt es sich meist um Patientinnen/Patienten, die keine HIV-Therapie erhalten, weil sie diese aus unterschiedlichen Gründen ablehnen, oder um Betroffene, bei denen extrem spät eine fortgeschrittene HIV-Infektion diagnostiziert wird.

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