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Frau bekommt Injektion © Production Perig

Grippe: Risikogruppen & Vorbeugung

An saisonaler Grippe kann generell jeder Mensch erkranken. Das Auftreten von Komplikationen sowie deren Schweregrad unterscheidet sich jedoch sehr stark bei den Betroffenen. So gibt es bestimmte Personengruppen, die durch eine Influenzainfektion besonders gefährdet sind. Insbesondere für diese bekannten Risikogruppen sollten daher entsprechende Maßnahmen zur Vorsorge getroffen werden, um eine Influenzaerkrankung zu vermeiden.

Bereits an Grippe erkrankte Personen müssen besonders sorgfältig überwacht und frühzeitig behandelt werden. Die wirksamste Maßnahme, um einer Grippeerkrankung vorzubeugen, ist die Influenzaschutzimpfung.

Wem wird die Grippeimpfung empfohlen?

Die Grippeimpfung wird laut offiziellem, aktuellem Impfplan allen Personen empfohlen, die sich schützen möchten. Besonders dringlich empfohlen wird die Impfung laut den Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums für:

  • alle Personen mit erhöhter Gefährdung infolge eines Grundleidens (chronische Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen (außer Hypertonie), Erkrankungen der Nieren, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten (einschließlich Diabetes mellitus) und Immundefekte),
  • Schwangere und Frauen, die während der Influenzasaison schwanger werden wollen,
  • Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensmonat,
  • Personen im Umfeld von Neugeborenen,
  • Personen ab dem vollendeten 50. Lebensjahr,
  • Kinder/Jugendliche ab dem 7. Lebensmonat bis 18 Jahre unter Langzeit-Aspirin-Therapie (Verhütung eines sogenannten Reye-Syndroms). Es ist zu beachten, dass in diesem Fall ein Lebendimpfstoff  altersunabhängig kontraindiziert ist,
  • Personen mit HIV-Infektion oder anderen Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen,
  • stark übergewichtige Personen (BMI≥40),
  • Betreuungspersonen (z.B. in Spitälern, Altersheimen und im Haushalt) und Personen mit Haushaltskontakten zu den zuvor genannten Risikogruppen,
  • Personen aus Gesundheitsberufen,
  • Personen mit häufigem Publikumskontakt und
  • generell Reisenden: Schutz während der Reise (z.B. am Flughafen, im Flugzeug) und am Reiseziel. Die Influenzasaison tritt auf der Südhalbkugel etwa um ein halbes Jahr verschoben auf. 

Ungeimpften Personen, die bereits Kontakt zu Erkrankten hatten, kann Oseltamivir als sogenannte „Postexpositionsprophylaxe“ verabreicht werden, um einer Erkrankung vorzubeugen.

Der Impfstoff gegen die saisonale Grippe wird aus abgetöteten Influenzaviren oder Influenzavirenbestandteilen hergestellt, welche die Erkrankung selbst nicht mehr auslösen können. Er wird daher auch als Totimpfstoff bezeichnet. Da sich aufgrund der ständigen Mutationen der Influenzaviren die Stämme jedes Jahr mehr oder weniger ausgeprägt voneinander unterscheiden, muss der Impfstoff jährlich dem aktuell vorliegenden Virustyp angepasst werden. Der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung ist Ende Oktober. Sie kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Zwei Wochen nach der Impfung beginnt in der Regel der Impfschutz. Dieser beträgt bei einer engen Verwandtschaft zwischen Impfvirus und dem aktuell zirkulierenden Virus zwischen 50 und 80 Prozent. Aber auch Patientinnen und Patienten, die trotz Schutzimpfung an Influenza erkranken, profitieren von der Grippeimpfung. Sie haben im Vergleich zu Ungeimpften ein deutlich verringertes Risiko, Komplikationen zu erleiden beziehungsweise daran zu sterben.

Das Ansprechen auf eine Influenzaimpfung ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig – unter anderem:

  • der Funktion des Immunsystems,
  • bereits stattgefundenen Grippeerkrankungen bzw.
  • der Treffsicherheit der Impfung in Übereinstimmung mit den saisonalen Influenzaviren. 

Nähere Informationen zur Grippeimpfung für die Saison 2018/2019 erfahren Sie unter FAQ.

So schützen Sie sich vor einer Infektion

Eine wesentliche Schutzmaßnahme vor einer Infektion ist das weitgehende Vermeiden von Kontakt mit den verursachenden Erregern. Dazu gehört sowohl das Abstandhalten zu möglicherweise erkrankten Personen (Menschenansammlungen zur kalten Jahreszeit) als auch die Einhaltung allgemeiner Hygieneregeln. Die Influenzaviren können durch Husten und Niesen in der Luft verteilt werden und an Gegenständen haften bleiben. Von dort können sie durch Berührung auf die nächsten Personen übertragen werden.

Zu den allgemeinen Hygieneregeln zählen unter anderem:

  • Vermeiden von Händeschütteln, Anhusten, Anniesen;

  • Vermeiden von Berührungen der Augen, Nase oder Mund;

  • gründliches Händewaschen (mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden mit Seife) nach Personenkontakten beziehungsweise nach der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor dem Essen sowie bei Kontakt mit Gegenständen oder Materialien, die mit Sekreten von Erkrankten verunreinigt sein könnten (zum Beispiel bei der Pflege von Angehörigen – Bett-, Leibwäsche, Essgeschirr et cetera);

  • Nutzung und sichere Entsorgung von Einmaltaschentüchern;

  • regelmäßiges Lüften von Räumen (drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten), um die Anzahl der Viren in der Luft zu verringern sowie ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute zu verhindern;

  • im eigenen Interesse sollten Erkrankte mit Fieber zu Hause zu bleiben, um weitere Ansteckungen zu verhindern;

  • Vermeiden von direkten Kontakten (weniger als zwei Meter Abstand) zu anderen möglicherweise erkälteten Personen. So sollte die kranke Person beispielsweise auch möglichst in einem getrennten Zimmer schlafen. 

Darüber hinaus kann jede/jeder Einzelne zur allgemeinen Stärkung des eigenen Immunsystems beitragen, unter anderem durch eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung, viel Bewegung im Freien, ausreichend Schlaf sowie einen Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Aber auch regelmäßige Wechselduschen und Saunabesuche können helfen, die Abwehrkraft des Körpers zu stärken. 

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