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Frau bekommt Injektion © Production Perig
Frau bekommt Injektion © Production Perig

Influenza (Grippe): Vorbeugung

An Influenza (Grippe) kann generell jeder Mensch erkranken. Das Auftreten von Komplikationen sowie deren Schweregrad unterscheidet sich jedoch sehr stark bei den Betroffenen. So gibt es bestimmte Personen, die durch eine Influenzainfektion besonders gefährdet sind. Dazu zählen zum Beispiel Personen mit einer chronischen Erkrankung, ältere Menschen oder Personen, die aufgrund ihrer Lebensumstände einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Die wirksamste vorbeugende Maßnahme ist die Influenzaschutzimpfung. Zudem senken Hygienemaßnahmen die Wahrscheinlichkeit an Influenza zu erkranken. 

Darüber hinaus kann jede/jeder Einzelne zur allgemeinen Stärkung des eigenen Immunsystems beitragen, unter anderem durch eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung, viel Bewegung im Freien, ausreichend Schlaf sowie einen Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Aber auch etwa regelmäßige Wechselduschen und Saunabesuche können mitunter hilfreich sein, die Abwehrkraft des Körpers zu stärken. 

Wem wird die Influenzaimpfung empfohlen?

Influenzaviren sind sehr mutationsfreudig. Aus diesem Grund wird der Impfstoff jährlich an die aktuell zirkulierenden Stämme angepasst. Somit ist jedes Jahr erneut eine Schutzimpfung gegen Influenza notwendig. Auf der Website der WHO (World Health Organization) können Interessierte die genaue Zusammensetzung des Impfstoffs für die Nordhalbkugel nachlesen. Der Influenzaimpfstoff für die Saison 2020/2021 setzt sich gemäß der Empfehlungen der WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten von Viren zusammen. Der beste Zeitpunkt für eine Influenzaimpfung ist Ende Oktober bis Mitte November. Die Impfung kann aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt (auch während bereits Influenzaerkrankungen auftreten) nachgeholt werden. Bei der Wahl des Impfstoffes berät Sie Ihre Ärztin/Ihr Arzt.

Die Influenzaimpfung wird laut Gesundheitsministerium allen Personen empfohlen, die sich schützen möchten. Besonders dringlich wird die Impfung für folgende Personen empfohlen:

Personen mit gesundheitlichen Risiken für schweren Verlauf

  • alle Personen mit erhöhter Gefährdung infolge einer chronischen Erkrankung (chronische Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen, Erkrankungen der Nieren, neurologischen Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten (einschließlich auch gut eingestelltem Diabetes mellitus und Immundefekten),
  • Personen mit HIV-Infektion oder anderen Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen,
  • Personen, die sich in einer Behandlung befinden, die das Immunsystem unterdrückt (immunsuppressive Therapie),
  • Personen, die sich in einer Krankenhauseinrichtung in Behandlung befinden und eine erhöhte Gefährdung für Komplikationen einer Influenzaerkrankung aufweisen,
  • stark übergewichtige Personen (BMI≥40),
  • Schwangere und Frauen, die während der Influenzasaison schwanger werden wollen,
  • Säuglinge ab dem vollendeten 6. Lebensmonat und Kleinkinder,
  • Kinder/Jugendliche ab dem vollendeten 6. Lebensmonat bis zu 18 Jahren unter Langzeit-Aspirin-Therapie (Verhütung eines sogenannten Reye-Syndroms). Es ist zu beachten, dass in diesem Fall ein Lebendimpfstoff altersunabhängig kontraindiziert ist,
  • Stillende und Personen im Umfeld von Neugeborenen,
  • Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr, noch nachdrücklicher ab dem 65. Lebensjahr.

Hinweis Auch Kontaktpersonen von Personen mit einem erhöhten, gesundheitlichen Risiko wird eine Impfung empfohlen.

Personen mit einem Infektionsrisiko aufgrund von Lebensumständen oder Beruf

  • In Gemeinschaftseinrichtungen betreute Personen und Personal (z.B. Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, soziale Einrichtungen/Sozialberufe, etc.),
  • Personal des Gesundheits- und Pflegebereichs,
  • Personen mit häufigem Publikumskontakt (z.B. Personal in Tourismus, Gastronomie, Friseur- und Kosmetikbetrieben, Handel etc.),
  • allen Reisenden: Schutz während der Reise (z.B. Flughafen, Flugzeug) und am Reiseziel – Impfung spätestens ca. zwei Wochen vor Reiseantritt. Die Influenzasaison tritt auf der Südhalbkugel etwa um ein halbes Jahr verschoben etwa von April bis September auf. 

Welchen Schutz bietet die Influenzaimpfung?

Wie die Impfung bei einer Person wirkt, ist von unterschiedlichen individuellen Faktoren abhängig – unter anderem von:

  • der Funktion des Immunsystems,
  • bereits stattgefundenen Influenzaerkrankungen sowie -impfungen bzw.
  • der Treffsicherheit der Impfung in Übereinstimmung mit den saisonalen Influenzaviren. Da nicht vorhersehbar ist, welche Virustypen in Österreich in der jeweiligen Saison tatsächlich vorherrschen werden und wie exakt sie durch den Impfstoff abgedeckt werden, ist eine Vorhersage der Schutzwirkung der Influenzaimpfung vor der Saison nicht möglich.

Geimpfte Personen sind jedoch gegenüber Nicht-Geimpften im Vorteil. Denn sollten Sie geimpft sein und dennoch erkranken:

  • verläuft die Erkrankung meist milder und kürzer,
  • kommt es zu deutlich weniger Komplikationen aufgrund der Influenzaerkrankung und
  • ist seltener ein Krankenhausaufenthalt notwendig.

Zudem werden durch eine Impfung auch indirekt Personen geschützt, die nicht geimpft werden konnten. Ungeimpften Personen, die bereits Kontakt zu Erkrankten hatten, kann die Ärztin/der Arzt das Medikament Oseltamivir als sogenannte „Postexpositionsprophylaxe“ verschreiben, um einer Erkrankung vorzubeugen.

Die Influenzaimpfung ist in der Regel sehr gut verträglich. Jedoch kann es wie bei jeder Gabe von Medikamenten zu möglichen Nebenwirkungen kommen. Diese klingen meist innerhalb von wenigen Tagen ab. Ihre Ärztin/Ihr Arzt klärt Sie darüber vor der Impfung auf.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Sozialministeriums in den FAQ zur Influenza-Impfung.

Influenzaimpfung erstmals im kostenfreien Kinderimpfprogramm

Die Impfung ist in der Saison 2020/2021 erstmalig im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten und wird ab dem vollendeten 6. Lebensmonat allgemein empfohlen. Kinder spielen eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Influenza. Die Impfung von Kindern kann daher auch Erkrankungen in anderen Altersgruppen vorbeugen. Weitere Informationen sowie das Impfschema finden Sie unter Impfung gegen Influenza.

Welche Hygienemaßnahmen können einer Influenzainfektion vorbeugen?

Eine wesentliche Schutzmaßnahme vor einer Infektion ist das weitgehende Vermeiden von Kontakt mit den verursachenden Erregern. Dazu gehören sowohl das Abstandhalten zu möglicherweise erkrankten Personen sowie von Menschenansammlungen zur kalten Jahreszeit und auch die Einhaltung allgemeiner Hygieneregeln. Die Influenzaviren können durch Husten und Niesen in der Luft verteilt werden und an Gegenständen haften bleiben. Von dort können sie durch Berührung auf die nächsten Personen übertragen werden. Hier finden Sie die Hygieneregeln kurz zusammengefasst.

Zu den allgemeinen Hygieneregeln zählen vor allem:

  • Vermeiden von Händeschütteln, Anhusten, Anniesen;
  • Vermeiden von Berührungen der Augen, Nase oder Mund;
  • gründliches Händewaschen (mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden mit Seife) nach Personenkontakten beziehungsweise nach der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor dem Essen sowie bei Kontakt mit Gegenständen oder Materialien, die mit Sekreten von Erkrankten verunreinigt sein könnten (zum Beispiel bei der Pflege von Angehörigen – Bett-, Leibwäsche, Essgeschirr etc.);
  • Nutzung und sichere Entsorgung von Einmaltaschentüchern;
  • regelmäßiges Lüften von Räumen (drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten), um die Anzahl der Viren in der Luft zu verringern sowie ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute zu verhindern;
  • Vermeiden von direkten Kontakten (weniger als zwei Meter Abstand) zu anderen möglicherweise erkälteten Personen. So sollte die kranke Person beispielsweise auch möglichst in einem getrennten Zimmer schlafen;
  • Erkrankte sollten zu Hause zu bleiben, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Hinweis Die Symptome einer Influenza bzw. eines grippalen Infekts (Erkältung) können jenen von COVID-19 ähnlich sein. Nähere Informationen und was Sie aktuell beachten müssen finden Sie unter Coronavirus & COVID-19.

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