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Frau schnäuzt sich © Picture-Factory

Grippaler Infekt: Diagnose & Therapie

Der grippale Infekt (Erkältung) ist eine meist durch Viren verursachte Infektion der oberen Atemwege. Mehr als 200 verschiedene Viren können das typische Beschwerdebild verursachen, darunter Rhino-, Corona-, Adeno-, Parainfluenza- und Respiratory-Syncytial-Viren. Beim grippalen Infekt kommt es zu einer Entzündung der Nasen-, Nebenhöhlen- und Rachenschleimhaut. Manche dieser Viren können auch die unteren Atemwege befallen und zum Beispiel eine Bronchitis verursachen. Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion (Niesen oder Husten) übertragen, können aber auch durch direkten Kontakt (zum Beispiel Händeschütteln mit anschließendem Hand-zu-Mund-Kontakt) in den Körper gelangen.

Risikogruppen

Eine Erkältung kann grundsätzlich jeden Menschen treffen. Mehrere Infektionen pro Jahr sind auch bei Erwachsenen keine Seltenheit. Besonders häufig betroffen sind jedoch Kinder. Ein grippaler Infekt verläuft in den meisten Fällen harmlos. Allerdings kann eine Erkältung bei einem Säugling bereits eine ernsthafte Erkrankung, unter anderem mit hohem Fieber und Nahrungsverweigerung, verursachen. Gefährdet sind vor allem Kinder während des ersten Lebensjahres. Aber auch Patientinnen und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem (beispielsweise Personen mit einer angeborenen Immunschwäche beziehungsweise mit einer HIV-Infektion sowie Transplantationspatientinnen und -patienten) gehören zu den bekannten Risikogruppen und sollten daher besonders sorgfältig überwacht und frühzeitig behandelt werden.  

Vorbeugung

Eine sichere Vorbeugung gegen einen grippalen Infekt gibt es leider nicht. Jedoch können einige Maßnahmen dazu beitragen, die Erkältungszeit weitgehend unbeschadet zu überstehen. Dazu gehört insbesondere eine allgemeine Stärkung des Immunsystems, unter anderem durch eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, viel Bewegung im Freien, ausreichend Schlaf sowie einen Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Aber auch regelmäßige Wechselduschen mit kaltem und warmem Wasser sowie Saunabesuche können dazu beitragen, die Abwehrkraft des Körpers zu stärken. Kinder mit sehr häufigen Atemwegsinfektionen sollten auf jeden Fall vor dem Kontakt mit Luftschadstoffen (insbesondere durch Passivrauchen) und möglichen Allergenen geschützt werden.

Eine wirksame Schutzmaßnahme vor einer Infektion ist, den Kontakt mit den verursachenden Erregern weitgehend zu vermeiden. Dazu gehört, sowohl zu erkälteten Personen (Vermeiden von Menschenansammlungen in der kalten Jahreszeit) Abstand zu halten, als auch allgemeine Hygieneregeln einzuhalten. Die Erreger einer Erkältung können durch Husten und Niesen in der Luft verteilt werden und an Gegenständen haften bleiben. Von dort können sie durch Berührung auf die nächsten Personen übertragen werden.

Zu allgemeinen Hygieneregeln zählen unter anderem: 

  • Vermeiden von Händeschütteln, Anhusten, Anniesen;
  • Vermeiden von Berührungen der Augen, Nase oder Mund;
  • gründliches Händewaschen (mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden mit Seife) nach Personenkontakten beziehungsweise nach der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor der Nahrungsaufnahme sowie bei Kontakt mit Gegenständen oder Materialien, die mit Sekreten von Erkrankten verunreinigt sein könnten (zum Beispiel bei der Pflege von Angehörigen – Bett-, Leibwäsche, Essgeschirr);
  • Nutzung und sichere Entsorgung von Einmaltaschentüchern;
  • regelmäßiges Lüften von Räumen (drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten), um die Anzahl der Viren in der Luft zu verringern sowie ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute zu verhindern;
  • im eigenen Interesse sollten Erkrankte mit Fieber zu Hause zu bleiben, um weitere Ansteckungen zu verhindern;
  • Vermeiden von direkten Kontakten zu anderen möglicherweise erkälteten Personen.

Aufgrund der Vielzahl von Erregern gibt es gegen die Erkältung keine allgemein wirksame Impfung. Die Grippeschutzimpfung hilft nur gegen die durch Influenzaviren ausgelöste „echte“ Grippe.

Symptome

Die Zeit zwischen der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt je nach Erreger zwischen zwölf Stunden und drei Tagen. Dann kündigt sich der grippale Infekt meistens durch ein beginnendes Frösteln, Krankheitsgefühl und eine laufende Nase an. Dazu kommen oftmals gerötete Augen, Halsschmerzen, Husten sowie eventuell Kopf- und Gliederschmerzen. Erhöhte Temperatur oder Fieber kann auftreten, ist aber nicht immer vorhanden.

Diagnose & Therapie

Die Diagnose eines grippalen Infektes wird während der Erkältungssaison mithilfe der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung der Patientin/des Patienten gestellt. Der Nachweis der verursachenden Erreger (Laboruntersuchung des Nasen- oder Rachenabstriches) erfolgt nur in besonderen Fällen, wie bei einem begründeten Verdacht auf eine bakterielle (Zusatz-)Infektion und bei Komplikationen. Dies gilt insbesondere für Patientinnen und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. Allerdings erlaubt die in dieser Hinsicht oftmals praktizierte farbliche Beurteilung des abgehusteten Schleims (Sputum, Sekret) – beispielsweise grüne oder gelbe Verfärbung – jedoch keine eindeutige Diagnose einer bakteriellen (Zusatz-)Infektion.  

Eine typische Erkältung dauert ungefähr eine Woche bis zehn Tage, in seltenen Fällen auch länger. Sollte eine Erkältung allerdings länger anhalten oder in kurzen Abständen immer wieder auftreten, ist spätestens dann unbedingt ein Besuch bei der Hausärztin/beim Hausarzt anzuraten. Die Behandlung richtet sich nach den jeweiligen Symptomen.

Das Bestehen eines direkten Zusammenhangs zwischen der namensgebenden „Kälte“ und dem Auftreten einer Erkältung wird in der Wissenschaft widersprüchlich diskutiert. Erwogen wird unter anderem eine kältebedingte Schwächung des Immunsystems sowie ein besseres, längeres Überleben der Viren in der kalten Umgebung. Es kommt nicht selten vor, dass Menschen innerhalb eines Jahres mehrere Erkältungen haben. Bei Kindern in den ersten zehn Lebensjahren sind sogar drei bis acht Atemwegsinfektionen pro Jahr normal. 

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