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Fieberthermometer © Patrick Daxenbichler
Fieberthermometer © Patrick Daxenbichler

Influenza (Grippe): Diagnose & Therapie

Die Influenza („echte“ Grippe) ist im Vergleich zum sogenannten grippalen Infekt (Erkältung) eine weitaus schwerere Erkrankung. Es handelt sich bei der Influenza um eine akute Infektion der Atemwege. Diese kann durch verschiedene Influenzaviren ausgelöst werden. Die Viren sind insbesondere in geschlossenen Räumen sehr leicht auf andere Menschen übertragbar.

Unter einer „saisonalen Influenza“ versteht man die jährlich in der kalten Jahreszeit wiederkehrende „Grippewelle“. In einem Großteil der Fälle verläuft eine saisonale Influenza unkompliziert. Selten können lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung auftreten. Eine Grippe sollte daher ernst genommen und ein Verdacht ärztlich abgeklärt werden. Hier finden Sie Informationen zu Diagnose und Behandlung der Influenza.

Influenza: Was ist das?

Die von Influenzaviren verursachte saisonale „echte“ Grippe/Influenza ist eine hochinfektiöse Erkrankung des gesamten Atemtraktes. Für die klassische saisonale Grippe sind bestimmte Typen von Influenzaviren verantwortlich:Typ A und B.

Insgesamt gibt es drei Typen von Influenzaviren: A, B und C. Dabei werden die schwersten und weitreichendsten Krankheitsausbrüche von Influenza-A-Viren verursacht. Ebenso kommt die weltweite Ausbreitung (Pandemie) eines Influenzavirus praktisch nur bei Influenza A vor. Dies beruht unter anderem auf der besonders hohen Fähigkeit der Influenza-A-Viren, sich laufend zu verändern (zu mutieren).

Aufgrund dieser ständigen Mutationen unterscheiden sich die Stämme jedes Jahr mehr oder weniger ausgeprägt voneinander und können so vom Immunsystem des Menschen bei einer erneuten Infektion nicht wiedererkannt werden. Nähere Informationen über Subtypen von Influenza-A-Viren sowie Grippepandemien finden Sie unter Grippepandemien.

Die Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion (z.B. beim Sprechen, insbesondere jedoch durch Niesen oder Husten) übertragen. Sie können aber auch durch direkten Kontakt (z.B. Händeschütteln mit anschließendem Hand-zu-Mund-Kontakt), über Trinkwasser oder über verunreinigte Flächen oder Gegenstände (z.B. Türklinken mit anschließendem Hand-zu-Mund-Kontakt) in den Körper gelangen.

Grippewelle: Was ist das?

Fast jedes Jahr kommt es in den Herbst- und Wintermonaten zu einer Epidemie mit Influenza. Dies ist meist zwischen Dezember und März der Fall. Bei dieser „Grippewelle“ stecken sich fünf bis 15 Prozent der Bevölkerung mit dem Influenzavirus an. Viele der infizierten Personen erkranken tatsächlich an Influenza. Neben der saisonalen Influenza können auch andere Grippeformen auftreten. Sie werden durch verschiedene, mutierte Influenzaviren verursacht und können Pandemien auslösen.

Während einer „Grippewelle“ sind schwere Verläufe in allen Altersgruppen möglich. Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen ab 60 Jahren sind für schwere Verläufe besonders gefährdet. Mehr als 60 Prozent aller Spitalsaufenthalte aufgrund einer Influenza fallen in die Altersgruppen der Kinder und älteren Menschen. Neben Personen mit Grunderkrankungen besteht auch bei Schwangeren ein hohes Komplikationsrisiko.

In der Saison 2020/21 blieb die „Grippewelle“ aufgrund von COVID-19-Maßnahmen zur Kontaktreduktion und des Tragens von Masken aus. Mit einer Lockerung der Maßnahmen (u.a. zur Kontaktreduktion) steigt jedoch die Gefahr eines Influenza-Ausbruchs im Herbst/Winter 2021/2022. In der Influenza-Saison 2021/2022 wird daher die Vermeidung von Infektionen mit Influenza in Österreich sehr wichtig sein. Patientinnen und Patienten mit einer schweren Grippeerkrankung müssen unter Umständen im Spital bzw. auf einer Intensivstation behandelt werden. Dies würde in der Corona-Pandemie zusätzlich Spitäler und Intensivstationen belasten. 

Während der Influenza-Saison informiert das Nationale Referenzlabor für Influenzaviren am Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien unter über die aktuelle Influenza-Aktivität in Österreich. Auch die AGES veröffentlicht laufend Zahlen zu Influenza-Infektionen. 

Tipp Informationen zur Vorbeugung einer Influenza-Infektion bzw. die Influenza-Impfung finden Sie unter Influenza (Grippe): Vorbeugung.

Welche Symptome können bei Influenza auftreten?

Die Zeit zwischen einer Infektion mit dem Influenzavirus und dem Ausbruch der Erkrankung beträgt normalerweise ein bis drei Tage. Danach kommt es schlagartig zu charakteristischen Symptomen:

  • hohes Fieber (bis 41°C),
  • Halsschmerzen,
  • trockener Husten,
  • Schnupfen,
  • Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen,
  • starkes allgemeines Krankheitsgefühl,
  • Appetitlosigkeit,
  • starke Müdigkeit.

Zudem können Durchfall und Erbrechen auftreten. Gelegentlich kommt es auch zu Atembeschwerden. Demnach ist die Influenza ist eine Erkrankung des gesamten Atemtraktes. Sie verursacht jedoch Symptome im ganzen Körper. Ein wichtiges Kennzeichen einer Grippe ist der plötzliche Beginn der akuten Symptome. 

Aufgrund der raschen Virusvermehrung ist die Infektionsgefahr für andere Personen mit dem Einsetzen von Husten und Niesen am größten. Dabei ist die Virenkonzentration bei erkrankten Kindern meist höher als bei anderen Altersgruppen. Die leichte Übertragbarkeit der Influenzaviren kann in solchen Situationen bei Kontakt zu anderen Menschen zu einer schlagartigen Verbreitung der Grippe führen.

Verläuft die Influenza unkompliziert, bessern sich die Beschwerden normalerweise innerhalb von zwei bis fünf Tagen. Ein Großteil der Patientinnen und Patienten hat die Erkrankung normalerweise nach einer Woche überstanden. Husten sowie Krankheitsgefühl können noch ein bis zwei Wochen länger andauern. Die Influenza kann jedoch auch eine Reihe an ernsten Komplikationen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch nach sich ziehen. 

Hinweis Die Symptome einer Influenza bzw. eines grippalen Infekts (Erkältung) können jenen von COVID-19 ähnlich sein. Nähere Informationen und was Sie aktuell beachten müssen finden Sie unter Coronavirus & COVID-19.

Welche Komplikationen können bei Influenza auftreten?

Selten nimmt die Grippe einen schweren Verlauf und führt zu Komplikationen. Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen ab 60 Jahren sind für schwere Verläufe besonders gefährdet. Auch bei Personen mit bereits bestehenden Grunderkrankungen und Schwangeren besteht ein hohes Komplikationsrisiko. Ein sehr schwerer Krankheitsverlauf kann lebensgefährlich werden. Die häufigste Komplikation bei einer Influenza-Erkrankung ist eine Lungenentzündung (Pneumonie).

Komplikation Lungenentzündung

Die größten Risiken gehen von einer Lungenentzündung aus, die das Influenzavirus direkt verursacht hat. Die Lungenentzündung äußert sich meistens ein bis zwei Tage nach Krankheitsbeginn in einer Verschlechterung des Allgemeinzustands mit Atemnot und eventuell einer Blaufärbung von Haut und Schleimhäuten.

Die häufigste Form der Lungenentzündung im Rahmen einer Influenza ist eine zeitgleich auftretende Lungenentzündung durch Bakterien. Diese zeigt sich entweder in einem allmählichen Fortschreiten der Erkrankung. Sie kann aber auch den Verlauf einer vorübergehenden Besserung und anschließenden Verschlechterung der Symptome haben.

Bestimmte Bakterien (z.B. Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae oder Haemophilus influenzae) können sich direkt an die Influenzaviren binden. Daher kann es infolge der Influenza zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion kommen. Bei dieser Form der Lungenentzündung steigt nach einer zwei- bis dreitägigen Phase der Besserung das Fieber erneut an. Sie geht häufig mit Symptomen wie Husten und einem eitrigen Auswurf einher.

Weitere Komplikationen

Neben einer Lungenentzündung treten bei einer Influenza gelegentlich noch weitere Komplikationen auf. Dazu gehören beispielsweise eine Entzündung des Herzmuskels oder -beutels, des Rippenfells, der Nieren, der Nasennebenhöhlen, des Mittelohrs, der Muskeln, der Hirn- beziehungsweise Rückenmarkshäute oder eine Schädigung des Gehirns. Es kann zu Kreislaufversagen kommen bis hin zum Tod. 

Im Durchschnitt sterben in Österreich ca. über 1.000 Menschen pro Jahr an Influenza. In der Saison 2018/2019 sind insgesamt mindestens fünf mit Influenza in Zusammenhang gebrachte Todesfälle bei Kindern in Österreich aufgetreten.

Wie wird die Diagnose einer Influenza gestellt?

Die Diagnose einer Influenza stellt die Ärztin/der Arzt während einer „Grippewelle“ aufgrund der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung der Patientin/des Patienten. In manchen Fällen werden auch spezifische Laboruntersuchungen zum Virusnachweis durchgeführt. Dadurch erhält die Ärztin/der Arzt beispielsweise Informationen über die Virustypen oder die Verbreitung der Influenza. Derartige Laboruntersuchungen spielen zudem eine bedeutende Rolle bei dem Erkennen von Erregern bei neu aufgetretenen Erkrankungsformen. Damit kann Laborpersonal beispielsweise Mutationen der Gene von Influenzaviren analysieren und eine Abgrenzung gegenüber der herkömmlichen saisonalen Influenza vornehmen.

Für die weitere Diagnostik der Influenza stehen je nach Krankheitsphase verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Dabei kommen unter anderem Untersuchungen von Nasensekret und Auswurf, Rachenabstriche sowie Blutuntersuchungen zum Einsatz. Eine rasche ärztliche Diagnose ist wichtig, damit die Ärztin/der Arzt rechtzeitig eine medikamentöse Behandlung einleiten kann.

Weitere Informationen finden Sie unter Influenza-A/B-Schnelltest.

Wie erfolgt die Behandlung einer Influenza?

Ist eine Person bereits an Influenza erkrankt, können bei rechtzeitiger Therapie die Influenzaviren direkt bekämpft werden. Hierfür kann die Ärztin/der Arzt bestimmte Medikamente verordnen – sogenannte Neuraminidasehemmer (Oseltamivir und Zanamivir). Sie blockieren die Freisetzung von neu gebildeten Viruspartikeln aus bereits infizierten Zellen und hemmen so die Vermehrung der Influenzaviren im Körper.

Neuraminidasehemmer wirken innerhalb der ersten zwölf Stunden (allerspätestens innerhalb von 48 Stunden) nach Auftreten der ersten Symptome am besten. Die rechtzeitige Verabreichung von Oseltamivir oder Zanamivir verkürzt die Dauer der Influenza-Erkrankung um ca. einen Tag.

Bettruhe kann Komplikationen vorbeugen

Die weitere Therapie bei Influenzaerkrankungen richtet sich gegen die Symptome. So können zum Beispiel gegen Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Fieber Schmerzmittel mit gleichzeitig fiebersenkender Wirkung (beispielsweise Paracetamol oder Ibuprofen) zum Einsatz kommen. Allerdings sollten Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (zum Beispiel Aspirin®) keinesfalls Kindern unter zwölf Jahren verabreicht werden. Hierdurch kann in seltenen Fällen das gefürchtete Reye-Syndrom ausgelöst werden. Das ist eine akute Erkrankung des Gehirns und der Leber, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. 

Ergeben sich Hinweise auf eine bakterielle (Zusatz-)Infektion, kommen Antibiotika zum  Einsatz. Diese wirken allerdings nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Um Risiken in der Anwendung von Arzneimitteln zu vermeiden, sollten diese prinzipiell nur auf ärztliche Anordnung eingenommen werden.

Neben der medikamentösen Therapie ist insbesondere bei Kindern eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Außerdem braucht der Körper in dieser Situation viel Ruhe, um sich zu erholen. Dies hilft auch, möglichen Komplikationen vorzubeugen. Auf Alkohol und Rauchen sollte gänzlich verzichtet werden. Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise, dass etwa Vitaminpräparate oder Inhalationsgeräte überzeugend bei Influenza helfen können.

Bei Komplikationen erfolgt die Behandlung zugeschnitten auf die jeweiligen Symptome bzw. Erkrankungen. So ist mitunter auch die Gabe von Sauerstoff notwendig. In schweren Fällen kann eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig sein. 

Hinweis Zu Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen informiert Sie Ihre Ärztin/Ihr Arzt oder Ihre Apothekerin/Ihr Apotheker.

Wann soll ich bei Verdacht auf eine Influenza ärztliche Hilfe suchen?

In folgenden Fällen sollten Sie in jedem Fall ärztliche Hilfe suchen:

  • Bei hohem Fieber,
  • starken oder immer stärker werdenden Symptomen,
  • Schmerzen in der Brust,
  • Problemen beim Atmen.

Wenn sich Symptome verschlimmern, sehr stark sind oder sie länger als ein paar Tage anhalten, wird ebenso empfohlen, eine Ärztin/einen Arzt zu kontaktieren. Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko (z.B. mit chronischen Erkrankungen wie COPD oder Diabetes) sollten sich in jedem Fall an eine Ärztin/einen Arzt wenden.  

Hinweis Die Symptome einer Influenza bzw. eines grippalen Infekts (Erkältung) können jenen von COVID-19 ähnlich sein. Nähere Informationen und was Sie aktuell beachten müssen finden Sie unter Coronavirus & COVID-19.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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