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Paar im Bett © detailblick-foto
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Verhütung & Sex nach der Geburt

Die erste Zeit nach der Geburt ist eine ganz besondere. Im Mittelpunkt steht das neue Familienmitglied, es beginnt ein neuer Alltag, aus einer Zweierbeziehung ist eine Dreierbeziehung geworden. Die Frau braucht zudem Zeit und Ruhe, sich von den Höchstleistungen der Schwangerschaft und der Geburt zu erholen. Wenn der Sex in dieser Zeit eine Weile auf der Strecke bleibt, ist dies ganz normal.

Wann ein Paar nach der Geburt wieder Lust auf Sex hat, ist sehr unterschiedlich und individuell. Zu bedenken ist, dass Frauen schon innerhalb weniger Wochen nach der Entbindung wieder fruchtbar sein können. 

Sexualität nach der Geburt

So lange hat man darauf gewartet, endlich ist es da und nimmt nun ungeheuer viel Raum ein: in der ersten Zeit nach der Geburt dreht sich alles um das Baby. Es beginnt ein neuer Alltag als Familie, aus der Zweierbeziehung wird eine Dreierbeziehung. Völlig normal, dass die Paarsexualität da erst einmal Pause macht.

Mehr zum Thema: Die erste Zeit mit Kind

Für die Partnerschaft ist es allerdings wichtig, sich nach und nach Freiräume zu schaffen. Nicht nur das Neugeborene, auch die Beziehung zwischen Mann und Frau braucht Pflege. Sonst besteht die Gefahr, dass sich zwei, die sich einst als Liebespaar kennengelernt haben, nur noch in ihrer Rolle als Mutter und Vater erleben.

Sexuelle Lustlosigkeit nach der Geburt

Bei vielen Paaren lässt die sexuelle Lust nach der Geburt ihres Kindes deutlich nach. Die Gründe sind vielfältig: Schwangerschaft und Geburt haben von der Frau körperliche Höchstleistungen gefordert. Daher ist eine Regenerationsphase für Körper und Seele absolut wichtig. Vielleicht muss ein Dammschnitt noch verheilen oder es schmerzt noch eine Kaiserschnittnarbe. Die Brüste stellen sich auf das Stillen ein und sind oft sehr berührungsempfindlich. Die Hormonumstellung kann zusätzlich für seelische Unausgeglichenheit sorgen, und Schlafentzug und Erschöpfung lassen ebenfalls wenig Spielraum für Erotik.

Auch für Männer steht die Sexualität in dieser besonderen Zeit meist nicht im Vordergrund. Auch sie fühlen sich mitunter erschöpft oder müde, denn das Kind beansprucht die Aufmerksamkeit seiner Eltern rund um die Uhr. Zudem können der veränderte Körper der Partnerin oder eventuelle traumatische Geburtserlebnisse Unsicherheiten auslösen und zu einer verminderten Libido beitragen. Eine gewisse sexuelle Lustlosigkeit in der Zeit nach der Geburt ist durchaus normal.

Ab wann ist Sex nach der Geburt möglich?

Ob vaginale Entbindung oder Kaiserschnitt – es gibt keinen genauen, allgemein gültigen Zeitpunkt, wie lange man mit dem Geschlechtsverkehr nach der Geburt warten sollte. Manche Paare haben schon nach wenigen Tagen Lust, andere brauchen Wochen oder Monate, um sich einander sexuell wieder zu nähern.

Hinweis Sexualität beschränkt sich nicht rein auf Geschlechtsverkehr, auch auf andere Weise ist es möglich, miteinander intim zu sein.

Wochenfluss

Zum Thema Wochenfluss gibt es widersprüchliche Informationen, die viele Frauen verunsichern. Beim Wochenfluss handelt es sich um einen natürlichen Ausfluss aus der Vagina, ausgelöst durch die bei der Geburt entstandene Wunde: An der Stelle, an der sich die Plazenta von der Gebärmutterwand ablöst, entsteht eine Wundfläche, die mit Blutungen und Sekretbildung einhergeht. So lange der Wochenfluss anhält (ca. vier bis sechs Wochen), ist die Gebärmutter sehr anfällig für Infektionen und bietet den perfekten Nährboden für Keime. Daher sollte in dieser Zeit entweder auf Geschlechtsverkehr verzichtet oder zumindest ein Kondom verwendet werden.

Verhütung nach der Geburt

Beim Stillen wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, das für die Milchproduktion und für den Milchfluss verantwortlich ist. Der erhöhte Prolaktinspiegel verhindert in vielen Fällen das Einsetzen eines Eisprunges sowie eines Menstruationszyklus – eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Das heißt, wenn die Frau voll stillt, kann dies den Eisprung verhindern, muss es aber nicht. Stillen ist daher keine Verhütungsmethode!

Bei nicht stillenden Frauen tritt ca. sechs Wochen nach der Geburt die erste Menstruationsblutung auf.

Welche Verhütungsmittel sind nach der Geburt geeignet?

Nicht jedes Verhütungsmittel ist für die Zeit nach der Geburt geeignet. Insbesondere in der Stillzeit muss ein Verhütungsmittel gewählt werden, das weder für das Kind gefährlich ist noch die Milchqualität oder die Milchproduktion beeinflusst. Lassen Sie sich über die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt beraten.

Während der Stillzeit stehen Ihnen folgende Verhütungsmethoden zur Verfügung:

  • Kondom
  • Diaphragma: Hinweis: Ein Diaphragma, das schon vor der Schwangerschaft verwendet wurde, muss nach der Geburt (etwa nach drei Monaten) erneut überprüft und gegebenenfalls neu angepasst werden.
  • Minipille: Diese enthält nur das Hormon Gestagen, das keinen Einfluss auf die Muttermilch hat. Kombinationspillen mit Gestagen und Östrogen sollten hingegen in der Stillzeit nicht eingenommen werden.
  • Spirale: Prinzipiell sind sowohl die Kupferspirale als auch die Hormonspirale für stillende Frauen geeignet. Eine Spirale darf jedoch erst nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter eingelegt werden.
  • Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) und Dreimonatsspritze: Diese enthalten wie die Minipille ausschließlich Gestagen und kommen daher grundsätzlich auch in der Stillzeit infrage.
  • : In der Stillzeit lassen sich die fruchtbaren Tage und das Einsetzen eines regelmäßigen Zyklus nur sehr schwer abschätzen, die Gefahr für
  • Fehleinschätzungen ist höher als sonst.

Mehr zum Thema: Verhütungsmethoden auf einen Blick

Wohin kann ich mich wenden?

Informationen und Beratung zu Sexualität und Verhütung nach der Geburt erhalten Sie bei

  • Gynäkologinnen/Gynäkologen (Arztsuche)
  • Hebammen
  • Beratungsstellen der Österreichische Gesellschaft für Familienplanung
  • Beratungsstellen des Bundesministeriums für Familie und Jugend  
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