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Beckenbodentraining

Die Muskulatur des Beckenbodens erfüllt vielfältige Aufgaben, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Ein Training der Beckenbodenmuskulatur kann daher grundsätzlich jedem empfohlen werden, es hält die Muskulatur in jedem Alter fit und elastisch. Insbesondere vor und nach einer Geburt ist Beckenbodentraining empfehlenswert.

Beckenbodenübungen sind einfach und können ohne großen Aufwand in den Alltag integriert werden.

Was ist der Beckenboden?

Der Beckenboden liegt wie eine horizontale Platte im unteren Becken und schließt den Bauchraum nach unten hin ab. Er zieht sich vom Schambein zum Kreuz- und Steißbein und ist seitlich an den Sitzbeinhöckern entlang etwas nach oben gezogen.

Der Beckenboden besteht aus drei Schichten Muskulatur sowie Bändern und Bindegewebe. Für den Enddarm, die Harnröhre und bei der Frau die Scheide führen Öffnungen durch den Beckenboden hindurch.

Welche Aufgaben hat der Beckenboden?

Die Muskulatur des Beckenbodens ist eng verbunden mit der Bauch- und der Rückenmuskulatur, durch ein flexibles Zusammenspiel werden vielfältige Aufgaben erfüllt. So stützt der Beckenboden die inneren Bauch- und Beckenorgane und trägt deren Gewicht. Er federt Druckbelastungen ab, die z.B. beim Husten, Niesen oder Heben schwerer Lasten entstehen. Er stabilisiert die Wirbelsäule und leistet einen wichtigen Beitrag zum aufrechten Gang. Der Beckenboden sorgt zudem dafür, dass die Schließmuskeln von Darm und Blase funktionieren, indem er sie umfasst und kontrolliert.

Bei Frauen umschließt der Beckenboden die Scheide, bei Männern die Penisbasis, und spielt damit auch eine wichtige Rolle in der Sexualität: Bei Frauen regulieren die Beckenbodenmuskeln die Weite der Scheide, beim Mann unterstützen sie die Erektion. Ein starker Beckenboden steigert zudem die sexuelle Empfindsamkeit.

Bei Frauen ist der Beckenboden stärker mit Bindegewebe unterfüttert, um sich während Schwangerschaft und Geburt besser dehnen zu können. Während der Schwangerschaft stützt der Beckenboden die Gebärmutter und trägt das Gewicht des ungeborenen Kindes. Während der Geburt wird die Muskulatur stark gedehnt und unterstützt die Bewegung des Kindes durch den Geburtskanal. Direkt nach einer Geburt sind zunächst Schonung und Entlastung wichtig, die Muskulatur braucht Zeit, sich von eventuellen Geburtsverletzungen zu erholen. Hebammen und Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten geben Tipps und zeigen beckenbodenschonende Bewegungen und Haltungen. Danach sollte langsam und vorsichtig mit gezielten Übungen begonnen werden, die Muskulatur wieder zu aktivieren und zu kräftigen.

Ein geschwächter oder schlecht trainierter Beckenboden begünstigt z.B. die Entstehung von Harninkontinenz oder Stuhlinkontinenz. Zu einer Beckenbodenschwäche kommt es z.B. durch Übergewicht, schlechte Körperhaltung sowie bei Frauen vor allem durch Schwangerschaft und Geburt.

Wie kann der Beckenboden trainiert werden?

Die Muskulatur des Beckenbodens arbeitet unwillkürlich, d.h., sie erfüllt ihre Funktion auch ohne, dass man sich dessen bewusst ist. Man kann die Beckenbodenmuskulatur jedoch auch gezielt anspannen und wieder loslassen und sie mit speziellen Übungen festigen und trainieren.

Zu Beginn des Trainings besteht die Schwierigkeit vor allem darin, die Muskulatur des Beckenbodens wahrzunehmen und konkret ansteuern zu können. Frauen spüren die Beckenbodenspannung am Damm oder in der Scheide. Männer ertasten einen gespannten Beckenboden am Damm zwischen Hodensack und After. Am einprägsamsten ist das Erspüren des Beckenbodens beim willentlichen Unterbrechen des Harnstrahls.

Grundsätzlich kann Beckenbodentraining jedem – sowohl Frauen als auch Männern – empfohlen werden. Besonders große Bedeutung hat es vor und nach der Geburt sowie z.B. bei Blasen- und Darmschwäche, Übergewicht, Haltungsschwäche, Gebärmuttersenkung, Bindegewebsschwächen, nach Operationen im Beckenbereich und an der Prostata sowie bei Potenzproblemen.

Beckenbodenübungen sind einfach und können im Stehen, Liegen oder Sitzen ausgeführt werden. Viele der Übungen wie z.B. der Beckenbodenlift sind auch ganz unbemerkt unterwegs möglich, etwa im Büro oder beim Warten auf den Bus.

Beckenbodenlift

Diese Übung wird im Stehen ausgeführt. Der Stand ist hüftbreit, Oberkörper gerade. Man stellt sich den Beckenboden als Lift vor, der langsam in höhere Stockwerke fährt. Spannen Sie die Beckenbodenmuskulatur langsam an und ziehen Sie den „Lift“ sozusagen nach oben. Die Spannung sollte für einen Moment gehalten werden. Dann den „Lift“ langsam nach und nach, „stockweise“ wieder nach unten sinken lassen.

Katzenbuckel

Bei dieser Übung knien Sie sich hin und stützen sich auf den Händen ab („Vierfüßlerstand“). Die Arme sind dabei hüftbreit voneinander entfernt. Zu Beginn ist der Rücken gerade. Dann atmen Sie tief ein. Beim Ausatmen durch den Mund bilden Sie bewusst einen „Katzenbuckel“. Dabei ziehen Sie den Rücken rundlich nach oben und senken gleichzeitig den Kopf zwischen die Arme. Dann wieder einatmen und gleichzeitig den Rücken begradigen. Mehrmals abwechseln.

Sesselmarsch

Diese Übung wird im Sitzen auf einer stabilen Unterlage, z.B. einem Stuhl, ausgeführt. Rücken Sie an das vordere Ende des Stuhls. Ihre Beine stehen im rechten Winkel, hüftbreit. Nun beginnen Sie mit den Fersen fest gegen den Boden zu pressen, dadurch aktivieren Sie den hinteren Beckenboden. Halten Sie die Spannung. Sie können auch abwechselnd die linke und die rechte Ferse gegen den Boden drücken. Um den vorderen Beckenboden zu aktivieren, drücken Sie die Zehenspitzen gegen den Boden. Übungen im gleichen Ablauf wiederholen.

Weitere Beckenboden-Übungen finden Sie in der Informationsbroschüre des Fonds Soziales Wien.

Hinweis

Geleitetes Beckenbodentraining bieten Hebammen, Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten, Trainingseinrichtungen und Institutionen wie z.B. Volkshochschulen.

  • familienplanung.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZga: Nach der Geburt; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.familienplanung.de
  • Gätje R. et al (2015): Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 2. Auflage 2015
  • Kinder- und Jugendärzte im Netz, herausgegeben vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.: In den ersten Monaten schreien die meisten Babys sehr viel; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.kinderaerzte-im-netz.de
  • oesterreich.gv.at: Geburt; online abgerufen unter www.oesterreich.gv.at

Wochenbett, Erste Wochen, Die erste Zeit mit Kind

  • Berens P. (2019): Overview of the postpartum period: Physiology, complications, and maternal care; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Johansson, Margareta (2012): Becoming a father. Sources of information, birth preference an experiences of childbirth and postnatal care. Department of Health Sciences Mid Sweden University, Sundsvall, Sweden. Doctoral Thesis 119
  • Die Erfahrungen von Vätern bei der Geburt. In: Z. Psychosom. Med. Psychother 58, 26-41
  • Frauenärzte im Netz, herausgegeben vom Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. (BVF) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Wochenbett & Rückbildung; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.frauenaerzte-im-netz.de
  • Österreichisches Hebammengremium: Wochenbett; online abgerufen im September 2019 unter www.hebammen.at
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Die Stillzeit

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  • medizin-transparent.at: Stillen: Muttermilch mit Langzeit-Schutz?; online abgerufen im Juni 2016; online unter www.medizin-transparent.at
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  • Meek J.Y. (2019): Infant benefits of breastfeeding; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.uptodate.com(Registrierung erforderlich)
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (2020): Häufig gestellte Fragen zur Stillzeit; online abgerufen im Februar 2020 unter www.richtigessenvonanfangan.at
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) (2010): Österreichische Beikostempfehlungen; online abgerufen im Februar 2020 unter www.richtigessenvonanfangan.at
  • Perez-Escamilla R., Segura-Perez S. (2019): Maternal and economic benefits of breastfeeding; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Richtig essen von Anfang an: Österreichische Stillempfehlungen; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.richtigessenvonanfangan.at
  • Spencer J. (2020): Common problems of breastfeeding and weaning; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Verband der Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs: FAQ + Downloads; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.stillen.at
  • World Health Organisation WHO: Health topics: Breastfeeding; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.who.int

Karenz, Väterkarenz

  • Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Informationsbroschüre „Karenz, Elternteilzeit, Familienzeit & Co; online abgerufen im Jänner 2020 unter broschuerenservice.sozialministerium.at
  • Bundesministerium für Familien und Jugend (2017): Zeit für Ihr Kind (Väterkarenz) (Broschüre); online abgerufen unter www.bmfj.gv.at
  • Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien: Karenz; online abgerufen im Jänner 2020 unter wien.arbeiterkammer.at
  • oesterreich.gv.at: Elternkarenz und Elternteilzeit; Inhaltlicher Stand 01.01.2020; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.oesterreich.gv.at
  • oesterreich.gv.at: Familienzeitbonus für Väter bei Geburten ab 1. März 2017; Inhaltlicher Stand 08.01.2018; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.oesterreich.gv.at
  • Projekt „Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Wege zur gerechten Verteilung von Karenz-, Betreuungs- und Arbeitszeiten“ (2015-2017); online abgerufen maennerundvereinbarkeit.at

Beckenbodentraining, Sport nach der Geburt

  • Artal R. (2019): Exercise during pregnancy and the postpartal period; online abgerufen im November 2019 unter www.uptodate.com(Registrierung erforderlich)
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, Deutscher Sportärztebund e.V.(DGSP): Infofolder „Sport und Schwangerschaft“; online abgerufen im August 2019 unter www.dgsp.de
  • familienplanung.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZga: Der Beckenboden: So stabil wie möglich, so elastisch wie nötig; online abgerufen im Jänner 2020 unter www.familienplanung.de
  • Gesundheitsförderung Schweiz: Empfehlungen für die Schweiz: Gesundheitswirksame Bewegung bei Frauen während und nach der Schwangerschaft; 08.2018; online abgerufen im November 2019 unter gesundheitsfoerderung.ch
  • gesundheitsinformation.de: Wie funktioniert ein Beckenbodentraining?; 29.12.2016; online abgerufen im August 2019 unter www.gesundheitsinformation.de

Schreibabys

  • EbM-Guidelines: Ein schreiender Säugling (Schreibabys, Kolikbabys); inhaltlicher Stand 22.12.2021; online abgerufen im Februar 2022 unter www.ebm-guidelines.com (Registrierung erforderlich)
  • Kinder- & Jugendärzte im Netz, Hrsg. Berufsverband der Kinder- und Jugendärze e.V.: Schreibaby (Regulationsstörung, veraltet: Dreimonatskoliken); inhaltlicher Stand 12.11.2021; online abgerufen im Februar 2022 unter www.kinderaerzte-im-netz.de
  • kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Dreimonatskoliken; online abgerufen im Februar 2022 unter www.kindergesundheit-info.de
  • Koletzko, B. (Hrsg. ) (2012): Kinder- und Jugendmedizin, 14. Auflage, Springer Verlag
  • Schimer-Petri A., Többens L.: Regulationsstörungen; In: Pädiatrie uo2date 2018; 13(03): 211-225; DOI: 10.1055/s-0043-115870; online abgerufen im Februar 2022 unter www.thieme-connect.de

Wochenbettdepression, Wochenbettpsychose, Babyblues

  • BMSGPK (2021): Broschüre „Eigentlich sollte ich glücklich sein ...“. Psychische und soziale Belastungen in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Ein Ratgeber für Mütter, Väter und Angehörige; online abgerufen im März 2022 unter www.sozialministerium.at.
  • EbM-Guidelines online (2011): Wochenbettpsychose und andere postpartale psychische Störungen. Antti Perheentupa.
  • Dilling, H., Freyberger, H.J. (Herausgeber) (2019): Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen. Bern.
  • Frauenärzte im Netz (2018), herausgegeben vom Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. (BVF) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Schwangerschaftsspezifische Erkrankungen & Erkrankungen im Wochenbett. Online abgerufen im März 2022 unter www.frauenaerzte-im-netz.de.
  • Gesundheitsinformation.de: Depression nach der Geburt – was kann helfen? Online abgerufen unter www.gesundheitsinformation.de im März 2022.
  • Gesund.bund.de: Wochenbettdepression; online abgerufen im März 2022 unter www.gesund.bund.de.
  • Juraszovich, Brigitte (2017): Zur Wirkung und Wirksamkeit von Frühen Hilfen – Darstellung von Kosten und Nutzen anhand exemplarischer Fallvignetten. Gesundheit Österreich, Wien.
  • Psychrembel online (2020) (Völkl., B.): Wochenbettdepression; abgerufen im März 2022.
  • Stiftung-gesundheitswissen.de: Hilft körperliches Training bei der Behandlung von Wochenbettdepression? Online abgerufen unter www.stiftung-gesundheitswissen.de.

Letzte Aktualisierung: 27. August 2020

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Mag. (FH) Beate Kayer

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Mit einer Schwangerschaft beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Vor allem beim ersten Kind tauchen viele Fragen auf. Erfahren Sie mehr zu Schwangerschaft, Geburt und der ersten Zeit mit Baby.

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