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Schreiendes Baby © Adam Przeak

Schreibabys

Alle Babys schreien – das ist völlig normal. Schließlich ist das Schreien die beste Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen und seine Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen. Manche Babys aber schreien stundenlang, und alle Beruhigungsversuche der Eltern helfen nicht. Diese Kinder werden auch als Schreibabys bezeichnet. Expertinnen/Experten sprechen von Schreibabys, wenn das Kind mehr als drei Stunden am Tag, mehr als dreimal pro Woche, und das über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen schreit . . .

Mein Baby hört nicht auf zu schreien

Alle Eltern sind bemüht, dass es ihrem Baby gut geht: Es wird gefüttert, gewickelt, geschaukelt, doch das Baby will nicht aufhören zu schreien. Verständlich, wenn die Sorge immer größer wird und die Nerven blank liegen.

In Österreich gibt es bundesweit dafür extra eingerichtete Schreiambulanzen, die Eltern mit Hilfe und Rat unterstützen. Die Ursachen können vielfältig sein. Neben organischen Ursachen wie beispielsweise Verdauungsstörungen („Dreimonatskolik“) kann der Grund auch im Reifeprozess des Neugeborenen liegen. Der Organismus des Neugeborenen muss sich erst an die neue Umgebung anpassen. Schlaf-Wach-Rhythmus, Temperaturhaushalt und Immunsystem müssen sich entwickeln, Umwelteindrücke müssen verarbeitet und neue Ernährungsgewohnheiten erlernt werden. Diese Reifeprozesse gelingen einigen Babys leichter, andere tun sich schwer damit.

Schreibabys sind daher oft empfindlicher, schlafen weniger und reagieren intensiver auf äußere Reize. Auch die Anspannung und der Stress der Eltern, die sich daraus entwickeln, sind für die Kinder oft sehr deutlich spürbar. Ein Teufelskreis, bei dem die Eltern oft auf Hilfe angewiesen sind.  

Häufig ist durch eine Veränderung der Interaktion zwischen Eltern und Kind eine deutliche Verbesserung der „Schreiproblematik“ möglich. In den Schreiambulanzen wird besonders auch das Verhalten der Eltern analysiert und durch gezielte Beratung dahingehend angepasst, dass sich die häusliche Situation für alle bessert. 

Hilfe bietet die Schreiambulanz

In der Schreiambulanz angekommen, wird das Baby zuerst von einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt untersucht, um mögliche organische Erkrankungen auszuschließen. Ist das Kind gesund, bietet die Schreiambulanz ein vielfältiges Behandlungsspektrum: Dazu zählen beispielsweise kompetente Beratungsgespräche mit Psychologinnen/Psychologen oder Eltern-Kind-Interaktionstherapien. Dabei können Eltern üben, wie sie ihr Kind beim entspannten Einschlafen begleiten und Beruhigungsstrategien erproben.  

Tipps für den Umgang mit Schreibabys

Laut Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) hat sich das Erproben von Beruhigungsstrategien während akuter Schreiphasen als hilfreich erwiesen. Folgende Maßnahmen haben sich bewährt:

  • Strukturierung des Tagesablaufes mit regelmäßigen Schlafphasen am Tag
  • Ausnutzen kindlicher Wachphasen für gemeinsame Spiele und Dialoge
  • Beruhigungsstrategien während akuter Schreiphasen
  • Überbrückung kritischer Schreiphasen
  • Reizreduzierung (d.h. sich auf wenige, gleichbleibende Beruhigungsarten konzentrieren und nicht immer sofort Neues ausprobieren)
  • Auszeit für die Eltern nehmen, wenn die Belastung zu groß wird. 

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