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Schreiendes Baby © Konstantin Aksenov
Schreiendes Baby © Konstantin Aksenov

Schreibabys

Alle Babys schreien – das ist völlig normal. Schließlich ist Schreien bzw. Weinen die einzige Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen und seine Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen. Manche Babys aber schreien stundenlang, und alle Beruhigungsversuche der Eltern helfen nicht. Diese Kinder werden auch als Schreibabys bezeichnet.

Expertinnen/Experten sprechen von Schreibabys, wenn das Kind mehr als drei Stunden am Tag, mehr als dreimal pro Woche, und das über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen schreit.

Mein Baby hört nicht auf zu schreien

Alle Eltern sind bemüht, dass es ihrem Baby gut geht: Es wird gefüttert, gewickelt, geschaukelt – doch einige Babys wollen dennoch einfach nicht aufhören zu schreien. Verständlich, wenn die Sorge immer größer wird und die Nerven blankliegen.

Die Ursachen für das übermäßige Schreien können vielfältig sein. Neben organischen Ursachen wie beispielsweise Verdauungsstörungen (Dreimonatskolik) kann der Grund z.B. auch im Reifeprozess des Neugeborenen liegen. Der Organismus des Neugeborenen muss sich erst an die neue Umgebung anpassen. Schlaf-Wach-Rhythmus, Temperaturhaushalt und Immunsystem müssen sich entwickeln, Umwelteindrücke müssen verarbeitet und neue Ernährungsgewohnheiten erlernt werden. Diese Entwicklungsprozesse gelingen einigen Babys leichter, andere tun sich schwerer damit.

Schreibabys sind oft empfindlicher, schlafen weniger und reagieren intensiver auf äußere Reize. Auch die Anspannung und der Stress der Eltern, die sich daraus entwickeln, sind für die Kinder oft sehr deutlich spürbar. Ein Teufelskreis, bei dem die Eltern oft auf Hilfe angewiesen sind.

In Österreich gibt es bundesweit dafür extra eingerichtete Schreiambulanzen, die Eltern mit Hilfe und Rat unterstützen. Häufig ist durch eine Veränderung der Interaktion zwischen Eltern und Kind eine deutliche Verbesserung der „Schreiproblematik“ möglich.

Hilfe bietet die Schreiambulanz

In der Schreiambulanz wird das Baby zunächst von einer Kinderärztin/einem Kinderarzt untersucht, um mögliche Erkrankungen und organische Ursachen des Schreiens auszuschließen. Ist das Kind gesund, bietet die Schreiambulanz ein vielfältiges Behandlungsspektrum: Dazu zählen beispielsweise kompetente Beratungsgespräche mit Psychologinnen/Psychologen oder Eltern-Kind-Interaktionstherapien. Das Verhalten der Eltern wird analysiert und durch gezielte Beratung dahingehend angepasst, dass sich die häusliche Situation für alle verbessert. Eltern können z.B. üben, wie sie ihr Kind beim entspannten Einschlafen begleiten und verschiedene Beruhigungsstrategien erproben. 

Tipps für den Umgang mit Schreibabys

Ein Ratschlag, den Eltern von Schreibabys häufig erhalten, ist der, sich in akuten Schreiphasen auf wenige, gleichbleibende Beruhigungsstrategien zu konzentrieren. Vertraute Geräusche und Handlungen, die immer wieder wiederholt werden, haben auf Babys eine beruhigende Wirkung; dies kann etwa das Summen einer bestimmten Melodie sein, eine Massage, sanftes Streicheln etc. Immer wieder Neues auszuprobieren kann hingegen für ein Neugeborenes zusätzlich Stress und Unruhe bedeuten. Zudem ist es wichtig, den Tagesablauf zu strukturieren und regelmäßige Schlafphasen einzuplanen. Was Eltern in jedem Fall brauchen, ist Geduld, es sind viele Wiederholungen nötig, um eine Verhaltensänderung des Babys zu bewirken und einen Schlaf-Wach-Rhythmus zu erlernen.

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