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Kontrastmittelaufnahme des Darms © Michael Lehner zur Verfügung gestellt von Klinikum Wels-Grieskirchen

Kontrastmitteleinsatz in der radiologischen Diagnostik

Die unterschiedlichen Gewebe und Organe im menschlichen Körper lassen sich bei der klassischen Röntgenuntersuchung oft nicht genügend voneinander abgrenzen. Auch Tumorgewebe kann dabei nicht immer von gesundem Gewebe unterschieden werden. Durch den Einsatz verschiedener Kontrastmittel in der Röntgendiagnostik können Organe oder Gewebe mit nur geringem Dichteunterschied besser voneinander abgegrenzt werden . . .

Kontrastmittel können entweder 

  • durch Schlucken (oral),
  • als Darmeinlauf (rektal) oder
  • durch Injektion in die Vene (intravenös) bzw. in die Arterie (intraarteriell)

verabreicht werden.

Orale und rektale Kontrastmittel

Zur Untersuchung des Magen-Darm-Trakts werden Kontrastmittel mit hoher Röntgendichte, wie Bariumsulfat, eingesetzt. Dabei kommt zusätzlich als sogenanntes „Negativ-Kontrastmittel“ Luft oder Kohlendioxid zur Anwendung. Bariumsulfat erzeugt eine Art „Schleier“ an der Schleimhaut von Magen und Darm, die Luft dient der Entfaltung des Magen-Darm-Trakts.

Bariumsulfat wird von den Schleimhäuten nicht aufgenommen und unverändert wieder über den Darm ausgeschieden. Gelegentlich kann es zu Verstopfungen kommen. Deshalb sollte nach der Untersuchung ausreichend Flüssigkeit getrunken werden.

Bei korrekter Anwendung ist Bariumsulfat sehr gut verträglich. Besteht allerdings der Verdacht auf ein „Leck“ in der Magen- oder Darmwand (Perforation) wird jodhaltiges, wasserlösliches Kontrastmittel oral verabreicht, um das Risiko einer Bauchfellentzündung durch Bariumsulfat zu vermeiden.

Intravenöse und intraarterielle Kontrastmittel

Kontrastmittel, die in das Gefäßsystem injiziert werden, müssen gewisse biologische und physikalische Eigenschaften wie Wasserlöslichkeit oder ein bestimmtes Fließverhalten aufweisen. Bei Röntgendarstellungen von Gefäßen (Angiographie) sowie in der Computertomographie (CT) werden jodhaltige Kontrastmittel eingesetzt. In der Magnetresonanztomographie(MRT) wird meist ein wasserlösliches Kontrastmittel mit Gadolinium (Gd) als kontrastgebende Substanz eingesetzt. Gardolinium ist ein Metall und erzeugt im Magnetfeld eines MR-Gerätes ein starkes Signal. Dadurch „ leuchten“ krankhafte Veränderungen im MR-Bild auf und sind deshalb leichter zu erkennen. Injizierbare Kontrastmittel werden über die Nieren, zum geringeren Teil auch über die Galle ausgeschieden.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Bei intakter Darmwand wird Bariumsulfat nicht vom Körper aufgenommen. Große Mengen des Kontrastmittels können jedoch zu Verstopfung führen. Daher sollte nach der Untersuchung reichlich Flüssigkeit getrunken werden. Kommt es durch ein „Leck“ in der Magen- oder Darmwand (Perforation) zum Austritt von Bariumsulfat in die Bauchhöhle, kann dies zu einer Bauchfellentzündung führen. Nach einer Magenspiegelung oder Darmspiegelung, bei der eine tiefe Probenentnahme (Biopsie) oder eine Polypenentnahme durchgeführt wurde, ist daher ein Sicherheitsintervall von 14 Tagen zwischen Biopsie und Röntgenuntersuchung empfehlenswert. Bei Verdacht auf Perforation wird ein jodhaltiges, wasserlösliches Kontrastmittel verwendet.

Bei der Injektion von jodhaltigen Kontrastmitteln kann es vorübergehend zu Hitzegefühl und einem bitteren Geschmack im Mund kommen. Manche Patientinnen/Patienten reagieren allergisch auf jodhaltige Kontrastmittel. Dies kann sich in Form von Rötungen, Juckreiz oder Übelkeit zeigen bzw. im schlimmsten und sehr seltenen Fall zum lebensgefährlichen allergischen Schock führen. Allergische Reaktionen müssen daher in der Patientenakte sowie in einem Allergieausweis vermerkt werden.

Besteht eine eingeschränkte Nierenfunktion, kann durch i.v. Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels eine sogenannte kontrastmittel-induzierte Nephropathie resultieren. Daher ist es notwendig, Anamnesedaten und eventuell auch Nierenfunktionslaborwerte im Voraus zu erheben.

Besteht eine klinisch eindeutige Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder die Gefahr einer Schilddrüsenüberfunktion durch autonomes Schilddrüsengewebe (latente Hyperthyreose), werden jodhaltige Röntgenkontrastmittel möglichst nicht verwendet. Dadurch kann die Gefahr einer thyreotoxischen Krise vermieden werden. Durch eine medikamentöse Blockade der Schilddrüse vor der Untersuchung kann eine Jodaufnahme in die Schilddrüse verhindert werden.

Wo wird ein Röntgen mit Kontrastmittel durchgeführt?

Kontrastmittel werden in der Radiologie bei Röntgenuntersuchungen und der Computertomographie eingesetzt, um Gewebe und Organe mit geringen Dichteunterschieden besser sichtbar zu machen. Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel werden in folgenden Institutionen durchgeführt:

  • Fachärztinnen und Fachärzte für Radiologie. Adressen in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche
  • Krankenhäuser (mit radiologischer Abteilung). Adressen in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Spitalssuche

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für ein Kontrastmittelröntgen benötigen Sie eine ärztliche Zuweisung. Diese Zuweisung ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Die Kosten einer Szintigraphie werden von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen.

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