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Frau mit Brandverletzung an der Hand © Arfica Studio

Verbrennung oder Verbrühung

Eine Verbrennung oder Verbrühung ist eine Verletzung der Haut oder tiefer liegender Gewebe durch übermäßige Hitzeeinwirkung. Eine Verbrennung entsteht durch trockene Hitze, z.B. Feuer, heiße  Gegenstände, Strom oder Strahlung. Eine Verbrühung wird z.B. durch heiße Flüssigkeiten oder Dämpfe verursacht. 

Kleine, oberflächliche Verbrennungen heilen in der Regel in kurzer Zeit wieder ab. Großflächige und tief gehende Verbrennungen oder Verbrühungen sind schwere Verletzungen, die mit einem hohen Verlust an Flüssigkeit verbunden sind. Diese können zu einem Kreislaufschock und in der Folge zu lebensbedrohlichen Störungen verschiedener Organe führen. 

Mit zunehmender Temperatur und Einwirkungsdauer der Hitze werden die Gewebeschäden an der Haut immer stärker und betreffen immer tiefere Hautschichten. Je nachdem sind die Oberhaut (Epidermis), die Lederhaut (Dermis) und die Unterhaut (Subcutis) betroffen.

Symptome

Anzeichen einer Verbrennung oder Verbrühung sind:

  • Gerötete, sich abschälende Haut,
  • Blasen,
  • Schwellung sowie
  • weiße oder verkohlte Haut

Leichte Verbrennungen können schmerzhaft sein. Bei schweren Verbrennungen ist das Schmerzempfinden aufgrund der zerstörten Nervenendigungen gestört, die Patientin/der Patient empfindet meist kaum oder keine akuten Schmerzen.

Erste Hilfe

Erste Hilfe und eine rasche Erstversorgung ist für den Verlauf einer Verbrennung oder Verbrühung entscheidend. Frühzeitige Maßnahmen verhindern eine weitere Hautschädigung und erhöhen bei einer schweren Verbrennung die Überlebenschancen.

Ausführliche Informationen zu Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie unter Notfall: Verbrennung.

Verbrennung und Verbrühung bei Kindern

Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter. Informationen zu Erste Hilfe und wichtige Tipps zur Vermeidung von folgenschweren Unfällen finden Sie unter: Notfall bei Kindern: Verbrennung und Verbrühung

Selbstbehandlung leichter Verbrennungen

Kleine, leichte Verbrennungen oder Verbrühungen heilen von selbst ab. Typisch sind Rötungen und Schwellungen der Haut. Wichtig ist, die Verletzung sauber zu halten und Blasen nicht aufzustechen. Kleine Brandwunden werden mit einem sterilen Verband, günstiger Weise mit Metallbeschichtung (Silber), locker abgedeckt. Bei offenen und nässenden Wunden sollte keine Salbe auftragen werden. Erst wenn sich nach einigen Tagen eine Kruste oder Schorf gebildet hat, kann eine panthenolhaltige Wund- und Heilsalbe die weitere Abheilung der Wunde unterstützen.

Auch Sonnenbrand kann Symptome einer Verbrennung auf der Haut verursachen und einen Hitzschlag auslösen.

Akutbehandlung im Spital

Bei tieferen, großflächigere Verbrennungen oder Verbrühungen wird eine rasche ärztliche Versorgung im Spital notwendig. Dies gilt zum Beispiel für

  • Brandverletzungen mit weißer oder verkohlter Haut,
  • Verbrennungen durch elektrischen Strom oder einen chemischen Stoff und Unfälle, bei denen heiße Luft oder Gase eingeatmet wurden,
  • Kinder, bei ihnen ist eine rasche ärztliche Versorgung besonders wichtig.

Die Ärztin/der Arzt reinigt und versorgt die Verletzung – meist mit einem sterilen Spezialverband –und kontrolliert den Impfschutz gegen Tetanus. Ev. erhält die Patientin/der Patient ein Schmerzmittel. Schwere Verbrennungen erfordern eine intensivmedizinische Behandlung in einer Spezialabteilung für Brandverletzungen.

Beurteilung der Verbrennung

Die Beurteilung der Tiefe und Ausdehnung des Gewebeschadens durch die Ärztin/den Arzt ist entscheidend für die weitere Behandlung der Verbrennung oder Verbrühung.

Der Verbrennungsgrad beschreibt, wie tief eine Verbrennung ist.

  • Verbrennung ersten Grades: Rötung, Schwellung, Schmerzen, nur die Epidermis betroffen, heilt narbenlos ab.
  • Verbrennung zweiten Grades: Hautrötung, Blasenbildung, starke Schmerzen.
    • 2a-Verbrennung: Epidermis und Dermis betroffen, vollständige Heilung.
    • 2b-Verbrennung: tiefe Dermisbeteiligung und tiefere Hautschichten betroffen, heilt nicht narbenlos ab, Operation notwendig.
  • Verbrennung dritten Grades: Dermis und Subkutis betroffen schwarz-weiße Gewebeschäden, keine Schmerzen, da Zerstörung der Nervenendigungen, irreversible Hautschäden, Operation notwendig.

Die Ausdehnung der Verbrennung wird von der Ärztin/vom Arzt anhand der erkennbaren Gewebeschäden beurteilt. Zum Beispiel entspricht eine Verbrennung des Arms etwa neun Prozent der Körperfläche eines Erwachsenen, der Brust und des Bauches oder eines Beines rund 18 Prozent (9er-Regel). Eine Handfläche entspricht ein Prozent der Körperfläche (Handflächenregel).

Komplikationen

Schon eine Verbrennung zweiten Grades bei einer Verbrennungsfläche von mehr als 20 Prozent kann zu einer lebensbedrohlichen Verbrennungskrankheit führen. Dabei kommt es in der Folge zu einem Kreislaufschock und einer entzündlichen Allgemeinreaktion des Körpers, im schlimmsten Fall mit Funktionsverlust anfangs völlig unbeteiligter Organe (z.B. akutes Nierenversagen). Bei Kindern und Säuglingen ist die Gefahr schon bei einer Ausdehnung von zehn bzw. fünf Prozent gegeben.

Schwere Verbrennungen haben eine Schwächung der Immunsystems zur Folge. Deshalb ist das Risiko einer Infektion der Wunde erhöht.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Behandlung einer leichten Verbrennung oder Verbrühung können Sie sich unter anderem an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder eine Fachärztin/einen Facharzt für Hautkrankheiten wenden.

Im Notfall einer schweren Verbrennung/Verbrühung rufen Sie die Rettung unter 144. Schwere Verbrennungen werden stationär in einem Spital behandelt.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (z.B. BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Bei bestimmten Untersuchungen (z.B.MRT) kann eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein. Bei bestimmten nicht medikamentösen Behandlungen (z.B. physikalische Therapie) kann – in manchen Fällen erst beim Erreichen eines bestimmten Ausmaßes – eine Bewilligung der Krankenversicherungsträger erforderlich sein. Bei bestimmten Leistungen (z.B. stationäre Aufenthalte, Hilfsmittel und Heilbehelfe) sind – je nach Krankenversicherungsträger – Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen.

Weitere Informationen finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt. Heilbehelfe müssen zuerst von der Ärztin/vom Arzt verordnet werden. Die meisten Krankenversicherungsträger sehen – teilweise abhängig von der Art des Heilbehelfs – eine Bewilligung vor. Für Medikamente auf „Kassenrezept“ ist die Rezeptgebühr zu entrichten. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Webseite der Sozialversicherung finden.


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