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Symbolfoto für Kopf © adimas
Symbolfoto für Kopf © adimas

Schädel-Hirn-Trauma

Als Schädel-Hirn-Trauma bezeichnet man Verletzungen des Schädelknochens, die mit einer Funktionsstörung des Gehirnes einhergehen. Häufige Ursachen sind Stürze, Verkehrsunfälle sowie Sportverletzungen. Je nach Schwere des Traumas treten unterschiedliche Symptome auf.

Ein Schädel-Hirn-Trauma kann schnell lebensbedrohlich werden oder schwere Folgen nach sich ziehen. Eine rasche Abklärung und Behandlung ist wichtig. 

Nicht jede Kopfverletzung führt automatisch zu einem Schädel-Hirn-Trauma: Selbst nach mehrfachen Schädelbrüchen kann das Gehirngewebe (weitgehend) unverletzt sein. Umgekehrt können schwere Hirnverletzungen auch ohne Brüche der Schädelknochen eintreten. Eine Unterscheidung zwischen reinen Frakturen der Schädelknochen und Gehirnverletzungen ist nur im Krankenhaus möglich. 

Welche Formen von Schädelfrakturen unterscheidet man?

Je nachdem, welcher Schädelknochen von der Verletzung betroffen ist, unterscheidet man die Gesichtsschädelfraktur (z.B. Nasenbeinbruch oder Kieferknochenbruch), die Kalottenfraktur (Bruch des knöchernen Schädeldaches) und die Schädelbasisfraktur. Bei schweren Verletzungen sind mehrere Strukturen betroffen. Weiters werden Schädelfrakturen in geschlossene und offene Brüche eingeteilt:

  • Geschlossene (gedeckte) Schädelbrüche: Die Haut im Bereich der Fraktur ist intakt, von außen sind keine Knochenteile sichtbar. Verschieben sich die Bruchstücke gegeneinander, kann es zu Formveränderungen des Schädels sowie zu einer Verletzung von Hirngewebe kommen. Auch Absplitterungen von Knochenteilen an der Innenseite des Schädeldaches können in das Gehirn eindringen. Ein Sonderfall sind Schädelbasisbrüche, bei denen eine Verbindung zwischen dem sterilen Schädelinneren und den unsterilen Höhlen des Gesichtsschädels oder dem Gehörgang und damit ein erhöhtes Infektionsrisiko entsteht. Da alle Blutgefäße und Nervenverbindungen des Körpers mit dem Gehirn durch die Schädelbasis laufen, ist bei einem Schädelbasisbruch mit deren Verletzung und damit mit Störungen der lebenswichtigen Funktionen zu rechnen.
  • Offene Schädelbrüche: Über dem Knochenbruch entsteht eine Wunde, sodass Hirnhäute oder das Gehirn selbst freiliegen können. Neben der Gefahr einer Hirnverletzung besteht auch hier ein hohes Infektionsrisiko.

Mehr zum Thema: Knochenbrüche

Welche Formen von Gehirnverletzungen unterscheidet man?

Zu den Gehirnverletzungen, die durch äußere Gewalt (z.B. durch Sturz oder Schlag) verursacht werden, zählen:

  • Gehirnerschütterung (Commotio cerebri): Vorübergehende (reversible) Funktionsstörung, bei der kein organischer Schaden am Gehirn nachweisbar ist (z.B. durch Computertomographie oder Magnetresonanztomographie). Die Patientin/der Patient ist nicht oder nur kurzzeitig bewusstlos. Meistens besteht eine Gedächtnisstörung bzw. Erinnerungslücke (Amnesie) über einen gewissen Zeitraum vor und/oder nach dem Unfall, oft kommen auch Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen vor.
  • Gehirnprellung oder Gehirnkontusion (Contusio cerebri): Dabei stößt das Gehirngewebe durch eine Gewalteinwirkung an den Knochen, organische Schäden sind nachweisbar (z.B. ein Bluterguss). Die Beschwerden sind meistens ausgeprägter als bei einer Gehirnerschütterung, mit längerer Bewusstlosigkeit und unter Umständen Ausfallserscheinungen wie z.B. Bewegungs- oder Gefühlsstörungen.
  • Gehirnquetschung oder Gehirnkompression (Compressio cerebri): Da das Gehirn praktisch vollständig von Knochen umgeben ist, kann es bei einer Blutung bzw. einer Hirndrucksteigerung nicht „ausweichen“. Der erhöhte Druck kann das gesamte Gehirn oder Teile davon schädigen. Dies bedeutet für die Verletzte/den Verletzten Lebensgefahr bzw. die Möglichkeit bleibender Schäden.

Welche Ursachen hat ein Schädel-HirnTrauma?

Ein Schädel-Hirn-Trauma entsteht durch Gewalteinwirkung auf den Kopf und geht mit einer Hirnfunktionsstörung unterschiedlicher Schwere einher. Zu den häufigsten Ursachen eines Schädelhirntraumas zählen:

  • Verkehrsunfälle, insbesondere mit Motorrädern
  • Stürze: von schweren Stürzen mit Kopfverletzungen sind in erster Linie ältere Personen und Kinder betroffen. Oft handelt es sich um einen Sturz aus dem Bett, von der Leiter, über die Treppe etc.
  • Sportverletzungen: Der Kopf wird bei etwa zehn Prozent (Frauen) bis 15 Prozent (Männer) der Sportverletzungen in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem Kontaktsportarten (z.B. Fußball, Eishockey oder Kampfsport) sowie Sportarten, die mit hohen Geschwindigkeiten verbunden sind (z.B. SkifahrenSnowboarden, Motorsport), gehen mit einem erhöhten Risiko einher. Auch im Reitsport kommt es häufig zu Kopfverletzungen, nicht nur bei Stürzen, sondern auch durch Hochschlagen des Pferdekopfs beim Reiten oder durch Ausschlagen des Tieres. Durch die Summierung wiederholter kleiner Schädel-Hirn-Traumen, in erster Linie im Boxsport und American Football, aber auch beim Fußball durch das Kopfballspiel, kann es in weiterer Folge zu chronischen Gehirnschäden (chronisch traumatische Enzephalopathie) mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit kommen (z.B. Depression, Demenz). Durch das Tragen eines Schutzhelms wird bei Sportarten wie Radfahren und Moutainbiken, Skifahren, Rennrodeln, Skeleton, Football, Eishockey, Baseball oder Reiten das Risiko einer schweren Kopf- bzw. Gesichtsschädelverletzung signifikant verringert.

Welche Symptome können auftreten?

Typische Symptome bei Kopfverletzungen sind unter anderem:

  • (starke) Kopfschmerzen,
  • äußere Verletzungsanzeichen, z.B. Bluterguss, Beule,
  • Blutungen,  
  • Schwellungen und Fehlstellungen (z.B. der Nase bei Nasenbeinbruch),
  • Asymmetrie des Gesichtes (bei Gesichtsschädelbrüchen) sowie
  • offene Brüche.

Folgende Anzeichen deuten darauf hin, dass das Gehirn mitbeteiligt ist (z.B. Gehirnerschütterung, Schädelprellung):

  • Schwindel,
  • mehrmaliges Erbrechen unmittelbar nach dem Ereignis bzw. bis zu sechs Stunden danach,
  • Orientierungslosigkeit, Erinnerungslücken,
  • Ausfallserscheinungen wie z.B. Bewegungsstörungen,
  • verwaschene Sprache, plötzliche Wesensänderung, Gangunsicherheit,
  • Pupillendifferenz (unterschiedlich große Pupillen des rechten und linken Auges),
  • klare Flüssigkeit (Gehirnflüssigkeit) tritt aus Ohren, Nase oder Mund aus,
  • plötzliche Schläfrigkeit, schwere Erweckbarkeit, Bewusstlosigkeit,
  • Krampfanfälle.

Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma kann unmittelbar zum Tod durch Atem- oder Kreislaufstillstand führen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Neben einer Befragung der/des Verletzten (bzw. bei deren/dessen von Zeuginnen/Zeugen wahrgenommenen Bewusstlosigkeit) wird eine sorgfältige ärztliche Untersuchung des Kopfes, der Hirnfunktionen, der Halswirbelsäule und nötigenfalls des gesamten Körpers durchgeführt. Tritt Blut oder relativ klare Flüssigkeit (Hirnwasser, Liquor cerebrospinalis) aus der Nase oder den Ohren aus, liegt eventuell ein Schädelbasisbruch vor. Je nach Befund werden zur Sicherung der Diagnose eine Röntgenuntersuchung, eine Computertomographie oder eine Magnetresonztomographie durchgeführt. Gegebenenfalls erfolgen zusätzlich Spezialuntersuchungen, z.B. die Aufzeichnung der Gehirnströme (Elektroenzephalographie, EEG).

Wie wird ein Schädel-Hirn-Trauma behandelt?

Grundsätzlich gelten für die Erstbehandlung beim Schädel-Hirn-Trauma durch medizinische Laien die Erste-Hilfe-Richtlinien. Bei schweren Schädel-Hirn-Traumen und bewusstlosen Personen steht am Unfallort die Sicherung der lebenswichtigen Funktionen im Vordergrund.

Für die Erste Hilfe gilt zudem: Ist die verletzte Person eine Motorradfahrerin/ein Motorradfahrer, muss der Helm in jedem Fall abgenommen werden! Nur so ist es möglich, bis zum Eintreffen der Rettung die Atmung regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls lebensrettende Erste-Hilfe- Maßnahmen durchzuführen. Mehr zum Thema richtige Helmabnahme: Notfall: Kopfverletzung

Die weitere Abklärung und Behandlung muss so rasch wie möglich erfolgen. Verletzungen des Gehirnes können innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden oder schwere Folgen nach sich ziehen. Gehirnblutungen sowie Schädelbrüche werden - je nach Lokalisation und Ausdehnung – meist operativ versorgt.

Hinweis Auch bei einer vermeintlich harmlosen Gehirnerschütterung wird eine Beobachtung im Krankenhaus von 24 bis 48 Stunden empfohlen.

Schwerwiegende Symptome können auch zeitlich verzögert auftreten, z.B. verstärkte Müdigkeit, zunehmende Verwirrung und Benommenheit, ungewohntes Verhalten, Unruhe, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Bewegungsstörungen, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit.  

Hinweis Nach einem Schädel-Hirn-Trauma kann ein Bluterguss manchmal auch erst einige Wochen oder Monate später Beschwerden verursachen, da es zu einer Druckentwicklung auf das Gehirn kommt. Beim Auftreten von zunehmenden Kopfschmerzen, Verhaltensänderungen, Gangstörungen oder Lähmungserscheinungen sollte umgehend eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma wählen Sie den Notruf 144, oder suchen Sie umgehend die nächste Notfallambulanz auf.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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