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Hämorrhoiden: operative und nicht-operative Behandlungsverfahren

Die Behandlung eines Hämorrhoidalleidens richtet sich nach dem Schweregrad. Bei einem starken Hämorrhoidalleiden können die Beschwerden so ausgeprägt sein, dass eine reine Behandlung der Symptome nicht mehr ausreicht. In diesem Fall kommen nicht-operative sowie operative Verfahren infrage, um die vergrößerten Hämorrhoiden zu verkleinern oder zu entfernen.

Welche nicht-operativen Verfahren gibt es?

Zu den nicht-operativen Verfahren bei einem Hämorrhoidalleiden Grad I oder II zählen die Sklerosierung – auch Verödung oder Injektionstherapie genannt - die Gummibandligatur und die Infrarot-Therapie.

Sklerosierung (Verödung, Injektionstherapie)

Das Ziel der Sklerosierung ist es, die Durchblutung der Hämorrhoiden zu verringern und sie dadurch zum Schrumpfen zu bringen. Dazu injiziert die Ärztin oder der Arzt einen Wirkstoff - meist Polidocanol - unter die Mastdarmschleimhaut der vergrößerten Hämorrhoiden.

Die Verödungstherapie wird v.a. beim Hämorrhoidalleiden Grad I–II eingesetzt.

In den meisten Fällen sind mehrere Behandlungen erforderlich, um alle vergrößerten Hämorrhoiden vollständig zu therapieren. Die Eingriffe erfolgen üblicherweise im Abstand von einigen Wochen. Nach jeder Behandlung kann die Patientin oder der Patient den gewohnten Alltag ohne Einschränkungen fortsetzen.

Nach einer Sklerosierung können manchmal Blutungen, leichte Schmerzen oder ein Druckgefühl auftreten. Selten kommt es zu Schwellungen, Infektionen oder einem schmerzhaften Blutgerinnsel am After – einer sog. Analthrombose. Bei vielen Menschen vergrößern sich die Hämorrhoiden nach zwei bis drei Jahren erneut, sodass eine weitere Behandlung nötig ist.

Gummibandligatur (GBL)

Die Gummibandligatur ist die am häufigsten angewendete endoskopische Therapie. Dabei führt die Ärztin oder der Arzt zunächst ein Proktoskop in den After ein. Darauf befindet sich der Saugnapf eines speziellen Instruments. Die Ärztin oder der Arzt saugt die vergrößerten Hämorrhoiden an und bindet sie anschließend mit Gummibändern ab. Die Gummibänder schnüren die Durchblutung ab, wodurch das Gewebe innerhalb weniger Tage abstirbt. Das abgestorbene Gewebe wird samt dem Gummiband unbemerkt mit dem Stuhl ausgeschieden.

Die Gummibandligatur kann man mehreren Stellen durchgeführt werden. Eventuell wird der Eingriff nach einigen Wochen erneut durchgeführt.

Das Verfahren eignet sich zur Behandlung eines Hämorrhoidalleidens Grad II–III. Es ist komplikations- und nebenwirkungsarm und kann ambulant durchgeführt werden. Die Rückfallraten sind geringer als bei der Sklerosierung.

Nach der Therapie kann es kurzfristig zu Missempfindungen in Form von Druckgefühl und Stuhldrang kommen. Häufige Komplikationen sind leichte Blutungen und gelegentliche Schmerzen.

Infrarot-Therapie

Bei der Infrarot-Therapie bringt die Ärztin oder der Arzt eine Sonde direkt in das Hämorrhoidalgewebe ein. Die Lichtquellen werden in Wärme umgewandelt und erzeugen dort eine lokale Hitzeentwicklung. Dadurch verschorft das Gewebe oberflächlich. Die Infrarot-Therapie kann bei leichten Hämorrhoidalleiden zur Behandlung von Blutungen angewendet werden. Das Verfahren eignet sich zur Behandlung eines Hämorrhoidalleidens Grad I–II.

Wann kommt eine Operation infrage?

Eine Operation – die sogenannte Hämorrhoidektomie - kommt infrage, wenn konservative Maßnahmen die Beschwerden nicht ausreichend bessern oder der Leidensdruck der Patientin oder des Patienten groß ist.

Bei schweren Hämorrhoidalleiden bzw. bei stark vergrößerten Hämorrhoiden raten Ärztinnen und Ärzte häufig zu einer Operation.

Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, erhöhter Blutungsneigung, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder bestimmten Stoffwechselproblemen wird eine Operation  nur nach sorgfältiger Abwägung empfohlen. Liegen Abszesse oder Fisteln  vor, dann steht zunächst deren Behandlung im Vordergrund.

Welche operativen Verfahren gibt es?

Bei den operativen Verfahren gibt es zwei Arten von Methoden:

  • Nahtverfahren: Dabei setzt die Ärztin oder der Arzt Nähte, um die Blutzufuhr zu den Hämorrhoiden zu verringern. Wenn weniger Blut dorthin fließt, werden die Hämorrhoiden kleiner.
  • Schneidende Verfahren: Hier wird das vergrößerte Hämorrhoidengewebe mit Schere, Skalpell oder einem Gerät zum Versiegeln von Gewebe entfernt.

Je nach Ausprägung des Hämorrhoidalleidens stehen dafür unterschiedliche Verfahren zur Verfügung:

Die Hämorrhoidektomie

Bei dieser Operation entfernt die Ärztin oder der Arzt die vergrößerten Hämorrhoiden mithilfe von Schere, Skalpell oder Versiegelungsgerät. Dafür ist ein stationärer Krankenhausaufenthalt erforderlich. Je nach Methode bleibt die Wunde nach dem Eingriff offen oder wird teilweise bzw. vollständig vernäht. Welche Methode im Einzelfall geeignet ist, erklärt die Ärztin oder der Arzt vor dem Eingriff. Offene und halboffene Techniken haben den Vorteil, dass weniger Probleme mit Nähten und Blutergüssen auftreten. Allerdings dauert die Heilung einer offenen Wunde länger.

Unabhängig vom Verfahren haben die meisten Patientinnen und Patienten in den ersten Tagen nach der Operation Schmerzen im Analbereich. In der Regel lassen sich diese Beschwerden mit Schmerzmittel gut behandeln. Es kann zu Nachblutungen, Wundinfektionen, Problemen beim Wasserlassen kommen.

Die HAL/RAR-Methode

Diese Methode eignet sich besonders für Hämorrhoiden im Stadium II oder III. Das bedeutet: Die Hämorrhoiden treten nach außen, können aber noch zurückgeschoben werden. Die Ärztin oder der Arzt benutzt dabei ein spezielles Untersuchungsgerät mit Ultraschall. Durch den Ultraschall kann man den Puls der Blutgefäße hören. So findet man die Arterien, die die Hämorrhoiden mit Blut versorgen, und kann sie gezielt abbinden. Nach einigen Wochen bekommen die Hämorrhoiden weniger Blut, sie werden kleiner und Blutungen hören auf.

Oft werden diese Nähte (HAL) noch mit zusätzlichen Raffnähten (RAR) kombiniert. Diese ziehen die Hämorrhoiden wieder nach innen, ohne dass offene Wunden entstehen.
Die Behandlung ist meist kaum schmerzhaft.

Die Stapler-Operation

Bei der Stapler-Methode nimmt die Ärztin oder der Arzt mit einem speziellen Gerät, dem Stapler, eine schmale Gewebeschicht im Mastdarm knapp über den Hämorrhoiden weg. Dieses Gerät schneidet das Gewebe heraus und verschließt es sofort wieder mit kleinen Titanklammern. Dadurch kommt weniger Blut zu den Hämorrhoiden. Das Hämorrhoidengewebe selbst wird dabei nicht entfernt.

Die Methode ist schmerzarm. Allerdings können selten schwere Komplikationen wie Blutung, Fisteln oder Abszesse auftreten.

Wohin kann ich mich wenden?

Anlaufstellen für die Abklärung eines möglichen Hämorrhoidalleidens bzw. zur Behandlung sind:

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

  • AMBOSS (2024): Hämorrhoiden und Hämorrhoidalleiden. Online abgerufen im November 2025 unter www.amboss.com (Registrierung erforderlich)
  • Bleday, R. (2024): Patientenaufklärung: Hämorrhoiden (Beyond the Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im November 2025 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Bleday, R. et al. (2025): Home and Office Treatment of symptomatic hemorrhoids. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im November 2025 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (Hg.) (2025): Vergrößerte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden). Welche Eingriffe kommen infrage? Online abgerufen im November 2025 unter www.gesundheitsinformation.de
  • Internisten im Netz (2022): Hämorrhoiden: Behandlung. Online abgerufen im November 2025 unter www.internisten-im-netz.de 
  • Messmann, H. et al. (2020): Hämorrhoiden. Anorektale Erkrankungen. Klinische Gastroenterologie. 2. Auflage. Georg Thieme Verlag; S.591-592.
  • Rivadeneira, DE. et al. (2024): Surgical Treatment of hemorrhoidal disease.UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im November 2025 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Rosien, U. et al. (2021): Hämorrhoiden. Proktologische Erkrankungen. In: Facharztwissen. Gastroenterologie und Hepatologie. 2. Auflage. Urban & Fischer. (S.274)
  • Schiller, LR. et al. (2025): Hemorrhoids. DynaMed. Ipswich, MA: EBSCO Information Services. Online abgerufen im November 2025 unter www.dynamed.com (Registrierung erforderlich)
  • UpToDate: Patientenaufklärung: Hämorrhoiden (Die Grundlagen). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate. Online abgerufen im November 2025 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • UpToDate: Patientenaufklärung Hämorrhoidenentfernung (Die Grundlagen). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im November 2025 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Ebm-Guidelines: Hämorrhoiden. Online abgerufen im November 2025 unter www.ebm-guidelines.com (Registrierung erforderlich)

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Letzte Aktualisierung: 24. März 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Dr.in Ingrid Haunold, Ärztin für Allgemeinmedizin, Fachärztin für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie, Zusatzfach Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie (Viszeralchirurgie)

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