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Anatomisches Bild Gallenblase © decade3d
Anatomisches Bild Gallenblase © decade3d

Gallenblasenentzündung

Eine Entzündung der Gallenblase, genauer der Gallenblasenwand, wird auch als Cholezystitis bezeichnet. Sind die Gallenwege betroffen, spricht man von Cholangitis. Häufige Ursache dafür sind Gallensteine.

Entzündete Gallenwege sowie die entzündete Gallenblase sind Komplikationen von Gallensteinen. Sie können schwerwiegende Folgen haben und müssen umgehend medizinisch behandelt werden.

Welche Symptome können auftreten?

Eine akute Gallenblasenentzündung macht sich z.B. bemerkbar durch

  • Schmerzen: zunehmende starke Schmerzen im rechten Oberbauch, starke anhaltende Schmerzattacken, Schmerzen, die Richtung Rücken, zwischen Schulterblätter und rechter Schulter ausstrahlen können,
  • zudem kann Fieber auftreten sowie Übelkeit und Brechreiz.

Eine Entzündung der Gallenwege zeigt sich u.a. durch:

  • heftige krampfartige Schmerzen (Gallenkolik),
  • Ikterus (Gelbsucht),
  • hohes Fieber mit Schüttelfrost.

Beide, sowohl entzündete Gallenblase als auch entzündete Gallenwege, können akut sowie chronisch auftreten. Häufig sind Gallensteine Ursache für die Entzündungen. Selten kann es jedoch auch zu einer Gallenblasenentzündung aus anderen Gründen kommen, z.B. nach schweren Verletzungen, Verbrennungen, bei Sepsis, bei verschiedenen schweren Erkrankungen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Sowohl akute Gallenblasenentzündung als auch akute Entzündung der Gallenwege sind mögliche Komplikationen bei Gallensteinen. Wird nicht behandelt, kann es zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen.

  • Bei Gallenblasenentzündung entsteht dies z.B.
    • Durch Perforation („Durchbrechen“, Durchstoßen) der Gallenblase. Dadurch können sich Gallenflüssigkeit und Keime ausbreiten und zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen. Dies kann lebensbedrohliche Folgen haben. 
    • Gelangen Bakterien ins Blut, kann dies lebensgefährlich werden (Sepsis). 
    • Zudem können sich Fisteln in angrenzenden Organen (z.B. Darm) bilden. Durch diese kann ein Gallenstein in den Darm gelangen und zu einem Darmverschluss führen (Gallensteinileus), der ebenfalls zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann.
  • Eine Entzündung der Gallenwege kann unter Umständen zu schweren gesundheitlichen (lebensbedrohlichen) Problemen führen – bei einem völligen Gallengangverschluss zu einer Vergiftung bis hin zu septischem Schock

Wie wird die Diagnose gestellt?

Im Rahmen der Diagnose werden Anamnese und verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Hinweise liefern charakteristische Symptome, z.B. die Schmerzen. Vorgenommen werden z.B.:

  • Körperliche Untersuchungen (z.B. Murphy-Zeichen),
  • Laboruntersuchungen (z.B. Entzündungswerte, Leberwerte),
  • Ultraschall (Sonographie),
  • weitere Untersuchungen können unter Umständen  notwendig sein, z.B. CT, MRCT, EUS (endoskopischer Ultraschall), Choleszintigraphie/biliäre Szintigraphie (z.B. HIDA), ERC (endoskopisch retrograde Cholangiographie) bzw. ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie).

Wie erfolgt die Behandlung?

Bei Diagnose einer akuten Gallenblasenentzündung wird nach Möglichkeit meist rasch operiert. Die operative Entfernung der Gallenblase erfolgt – in Abhängigkeit vom Zustand der/des Betroffenen – oftmals innerhalb von 24 Stunden nach stationärer Aufnahme bis maximal ca. drei Tage nach Symptombeginn. Die möglichen Vorteile liegen u.a. in geringeren Komplikationen, kürzerer Aufenthaltsdauer im Spital und Durchführung einer minimal-invasiven Operation („Schlüssellochchirurgie“). Zusätzlich werden Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht.

Bei einer Entzündung der Gallengänge werden die Steine unmittelbar entfernt, um eine Ausbreitung der Entzündung im Körper zu vermeiden. Dafür kann die endoskopische retrograde Cholangiographie (ERC) eingesetzt werden. Mehr zu ERC erfahren Sie unter Gallensteine: Diagnose.

Unter Umständen kann es auch notwendig sein, eine Drainage der Gallenblase vorzunehmen.

Schrumpfgallenblase und Porzellangallenblase

Durch chronische Entzündungen kann es zu Veränderungen der Gallenblase kommen, beispielsweise zu einer Verkleinerung. Dies wird als „Schrumpfgallenblase“ bezeichnet. Eine chronische Entzündung oder ein Gallenblasenhydrops (Flüssigkeitsansammlung) kann außerdem zu einer Porzellangallenblase führen. Bei dieser ist die Gallenblasenwand aufgrund von Verkalkungen verdickt und verhärtet. Eine Porzellangallenblase wird operativ entfernt (Cholezystektomie), da sie in Zusammenhang mit der Entwicklung eines Gallenblasenkarzinoms stehen kann.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechstellen sind:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Gastroenterologie und Hepatologie)
  • Fachärztin/Facharzt für Chirurgie

Hinweis Symptome sind für die Betroffenen teils schwer einzuordnen. Bei Symptomen (z.B. Schmerzen, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Fieber, Blut im Stuhl) sollte rasch ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Bei (zunehmend) starken Schmerzen, rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Atemnot, beschleunigter Atmung, Blutdruckabfall etc. muss sofort ärztliche Hilfe gerufen werden (Notruf 144!).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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