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Symbolbild Darmpolypen © Alex

Darmpolypen

Darmpolypen sind Schleimhautvorwölbungen, die in den Darm ragen. Diese treten in Dünn- und Dickdarm auf. Es gibt verschiedene Typen, die je nach Form, Größe und Ursprung unterschieden werden. Polypen können vereinzelt auftreten, aber auch zahlreich. Sie sind gutartige Geschwülste bzw. Schleimhautvorwölbungen. Im Lauf der Zeit besteht allerdings die Möglichkeit, dass es zu einer bösartigen Veränderung von Polypen und zur Entwicklung von Darmkrebs kommt.

Vor allem bestimmte Polypen, die Adenome, sind mit einer höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, bösartig zu entarten (Kolorektalkarzinom). Adenome sind Polypen, die sich aus Drüsengewebe bilden oder Drüsengewebe ähneln. Diese an und für sich gutartigen Wucherungen wachsen sehr langsam und können daher z.B. im Rahmen regelmäßiger Koloskopien frühzeitig erkannt und entfernt werden.

Welche Ursachen haben Darmpolypen?

Man nimmt an, dass das zunehmende Alter eine Rolle spielt sowie die Ernährung. So könnte etwa ballaststoffarme und fettreiche Ernährung die Entstehung von Darmpolypen begünstigen. Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel erhöhen die Wahrscheinlichkeit an Darm- bzw. Dickdarmkrebs zu erkranken. Erbliche Faktoren stehen ebenfalls in Zusammenhang mit Darmpolypen.

Weitere Infos zu Darmkrebs: Risikofaktoren & Symptome.

Welche Symptome können auftreten?

Polypen, insbesondere kleine, ­sind oft beschwerdefrei. Große Polypen hingegen können ein mechanisches Hindernis für die Verdauung darstellen. Es kann zu Verstopfung, Durchfall und/oder Bauchschmerzen kommen. Polypen bluten in der Regel häufiger als normales Darmgewebe. Deswegen ist ein Eckpfeiler der Früherkennung die Untersuchung des Stuhls hinsichtlich dem Vorliegen von Blut. Gleiches gilt für die Symptome von Darmkrebs. Auch hier kommt es in der Regel erst ab einer gewissen Größe zu der Entwicklung von Symptomen. 

Weitere Infos zu Darmkrebs finden Sie unter


Erbliche Formen

Treten Polypen in großer Zahl auf, spricht man von Polyposis. Bei bestimmten seltenen, erblichen Krankheiten bzw. Syndromen treten Tausende adenomatöse Polypen im Darm auf, wie bei familiärer adenomatöser Polyposis im Dickdarm, Gardner-Syndrom, Cowden-Syndrom, Turcot-Syndrom. 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Für die Diagnostik von Darmpolypen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Polypen können beispielsweise im Zuge einer Vorsorgeuntersuchung  entdeckt werden (Endoskopie, Proktoskopie, Sigmoidoskopie, Koloskopie). Ein Tumor oder seine Vorstufen sowie Adenome können ebenfalls beispielsweise im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung rechtzeitig erkannt und entfernt werden. Wesentlich sind die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und die Frage nach eventuell familiär gehäuft auftretenden Darmpolypen.

Durchgeführt werden u.a.:

  • Tastbefund (Rektale Untersuchung),
  • Hämoccult-Test, Fäkal occulter Bluttest (FOBT),
  • endoskopische Darmspiegelung (Koloskopie, Sigmoidoskopie, Rektoskopie, Proktoskopie): Während der Untersuchung ist die Entnahme von verdächtigem Gewebe (Biopsie) oder von Polypen möglich. Diese werden anschließend unter dem Mikroskop (histologisch) untersucht und beurteilt,
  • CT-/MR-Kolonographie,
  • Kapselendoskopie,
  • diverse genetische Stuhltests.

In der Regel wird die Diagnose im Zuge einer endoskopischen Untersuchung gestellt (meist Koloskopie). Eine Stuhluntersuchung hinsichtlich Blutauflagerungen (FOBT), die z.B. im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung durchgeführt wird, gibt erste Hinweise auf das Vorliegen von Polypen. Eventuelle weitere Untersuchungen können in bestimmten Fällen notwendig sein (z.B. CT/MR, Kapselendoskopie etc.).

Da Darmpolypen oft keine für Betroffene merkbaren Beschwerden verursachen, können sie auch lange unbemerkt bleiben. Weitere Infos zur Früherkennung von Darmkrebs

Wie erfolgt die Behandlung?

Polypen können im Zuge der endoskopischen Untersuchung (Koloskopie) entfernt werden (Zange oder Schlinge). Dies erfolgt bei kleineren und/oder sogenannten gestielten Polypen. Bei größeren Polypen (Durchmesser ab drei Zentimeter) kann ein weiterer operativer Eingriff notwendig werden.

Polypen können wiederholt auftreten. Erneute Koloskopien werden daher – unter anderem abhängig von Anzahl und Größe der Adenome und den weiteren Befunden – vorgenommen.

Die frühzeitige Entfernung von Darmpolypen (Polypektomie) kann das Entstehen von Darmkrebs verhindern. Da sich Darmkrebs meist über lange Zeit aus Darmpolypen entwickelt und erst spät typische Beschwerden verursacht, kommt der Vorsorgeuntersuchung eine wesentliche Bedeutung zu. Durch eine Vorsorgeuntersuchung können der Tumor oder seine Vorstufen rechtzeitig erkannt und entfernt werden.  

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Erkrankungen und Beschweren im Magen-Darm-Bereich können Sie an folgende Ärztinnen/Ärzte wenden:

  • Hausärztin/Hausarzt
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Gastroenterologie und Hepatologie)
  • Fachärztin/Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Vorsorgeuntersuchungen werden von der Hausärztin/dem Hausarzt durchgeführt. Die Dickdarmspiegelung kann ambulant bei Fachärztinnen/Fachärzten für Innere Medizin oder Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie in Krankenhäusern mit Abteilungen für Innere Medizin/Gastroenterologie oder Chirurgie durchgeführt werden. Zur Qualitätssicherung der Darmkrebsvorsorge wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) das „Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge“ ins Leben gerufen. Unter www.oeggh.at kann die Liste der zertifizierten Institutionen und niedergelassenen Ärztinnen/Ärzte abgerufen werden.

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