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Symbolfoto chronische Pankreatitis © joshya

Chronische Pankreatitis

Unter den zahlreichen möglichen Ursachen gilt Alkoholkonsum als häufigster Auslöser der chronischen Bauchspeicheldrüse. Typische Beschwerden sind Oberbauchschmerzen und Verdauungsstörungen. Die häufigste Ursache ist hoher Alkoholkonsum über lange Zeit. Weiters sind u.a. Rauchen, angeborene Fehlbildungen sowie genetische und autoimmune Ursachen für die Erkrankung verantwortlich. In manchen Fällen kommt es aus ungeklärten Ursachen zur allmählichen Zerstörung der Bauchspeicheldrüse. Zur Diagnose werden u.a. Pankreasfunktionstests und Stuhluntersuchungen herangezogen. Die Therapie reicht von der Behebung der Ursachen bis hin zum Ersatz fehlender Verdauungsenzyme . . .

Symptome

Typisch ist ein wiederkehrender, selten auch andauernder Oberbauchschmerz, der in den Rücken ausstrahlen kann. Die Schmerzen treten oft während oder nach dem Essen auf. Begleitend kommt es zu einer gestörten Verdauung (Maldigestion) mit Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen. In fortgeschrittenen Fällen können als Folge der unzureichenden Pankreasfunktion v.a. folgende Symptome auftreten:

  •  Gewichtsverlust,
  • teils sehr heller, übelriechender, voluminöser Stuhl (sogenannter Fettstuhl),
  • Diabetes mellitus,
  • Gelbsucht.

Mögliche Komplikationen

  • Pseudozysten: Dabei bilden sich in oder an der Bauchspeicheldrüse kleine, mit Sekret gefüllte Bläschen, die leichte Beschwerden wie z.B. Magenschmerzen auslösen, aber auch unbemerkt bleiben können. In vielen Fällen bilden sie sich von selbst zurück. Platzen sie jedoch auf, kann es zu einer Infektion oder Blutungen kommen.
  • Verengungen des Zwölffingerdarms oder des Gallenganges.
  • Thrombose der Milzvene mit Vergrößerung der Milz.
  • Pankreaskarzinome scheinen bei Menschen mit chronischer Pankreatitis etwas häufiger vorzukommen.

Diagnose

Nach einem Anamnesegespräch folgen eine körperliche Untersuchung durch die Ärztin/den Arzt sowie Pankreasfunktionstests (z.B. Elastase-1-Konzentration, Fluorescein-Dilaurat-Test, Sekretin-Pankreozymin-Test) und Stuhluntersuchungen . . .Gegebenenfalls kommen bildgebende Verfahren wie die endoskopische Untersuchung der Gallen- und Pankreasgänge (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie, ERCP), Röntgen der Gallengänge (Cholangiogramm), Ultraschall, Magnetresonanztomographie und Computertomographie zum Einsatz.

Therapie

Zu Behandlung der chronischen Pankreasentzündung werden folgende Maßnahmen eingesetzt:

  • Schmerzmittel,
  • Ersatz von Verdauungsenzymen zu jeder Mahlzeit (ausgewogene Mischkost),
  • Insulin bei Diabetes mellitus,
  • Beseitigung von Abflussbehinderungen durch Gallengangsteine oder Verengungen (Stenosen),
  • Operative Entfernung oder Punktion von Pseudozysten,
  • Bei Komplikationen oder anhaltenden Schmerzen können Teile des Pankreas entfernt oder zusätzliche Abflüsse für das Pankreassekret in den Darm angelegt werden.
    Wichtig ist der lebenslängliche Verzicht auf Alkohol sowie die Vermeidung pankreastoxischer Medikamente (z.B. Diuretika, Steroidhormone etc.).

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Abklärung von Beschwerden an der Bauchspeicheldrüse wenden Sie sich als erste Anlaufstelle an:

  • eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin.
    Zur weiterführenden Abklärung und Therapie kann ein Besuch bei folgenden Ärztinnen/Ärzten erforderlich sein:
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Gastroenterologie und Hepatologie),
  • Fachärztin/Facharzt für Chirurgie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Manchmal ist bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse ein Krankenhausaufenthalt erforderlich. Hierbei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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