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Gesundes Frühstück © Carmen Steiner

Diabetes: Lebensstil & Therapie

Für Diabetikerinnen und Diabetiker spielt der Lebensstil in der Behandlung der Erkrankung eine entscheidende Rolle. Besonders wichtig ist für die Betroffenen, ihre Ernährung und ihr Bewegungsverhalten nach der Diagnose grundlegend zu ändern. Diese Änderungen stellen zwar oft eine große persönliche Herausforderung dar, aber sie helfen entscheidend, Folgeerkrankungen und Spätschäden zu vermeiden.   

Worauf bei der Ernährung zu achten ist

Gezielte Ernährung hilft Diabetikerinnen und Diabetikern, die Blutzucker-Werte richtig einzustellen. Dabei spielt der Anteil der Kohlenhydrate eine wichtige Rolle. Expertinnen und Experten empfehlen für Diabetikerinnen und Diabetiker sowie für die Allgemeinbevölkerung eine gesunde, ausgewogene und vollwertige Kost mit ausreichend Früchten, Gemüse sowie ballaststoffhaltigen und fettarmen Nahrungsmitteln. Die Nahrungszusammenstellung wird dem individuellen Bedarf der Patientinnen und Patienten angepasst.

Übergewichtige Diabetikerinnen und Diabetiker sollten eine Normalisierung ihres Gewichts anstreben. Dadurch wird das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt. Zudem können ein moderater Gewichtsverlust und kalorienreduzierte Ernährung bei Typ-2-Diabetes zu einer Verbesserung der Blutzuckereinstellung führen. Auch andere Risikofaktoren – wie erhöhte Blutfette oder erhöhter Blutdruck – können mithilfe einer Ernährungstherapie behandelt werden.

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) gibt in ihren Leitlinien folgende Ernährungsempfehlungen: 

  • Kohlenhydrate: Typ-2- und Typ-1-Diabetikerinnen und -Diabetiker sollten zwischen 45 bis 60 Prozent der täglichen Nahrung in Form von Kohlenhydraten aufnehmen. Kohlenhydrate sind die Energielieferanten Nummer eins für den Körper. Sie sind relativ schnell verwertbar – etwa in Form von Glukose – und beeinflussen den Blutzuckerspiegel direkt. Kohlenhydratreiche Lebensmittel sind u.a. Getreideprodukte, wie Brot oder Nudeln, aber auch Kartoffeln, Erbsen und Bohnen weisen einen hohen Kohlenhydratanteil auf.
  • Fette: Liegt kein Übergewicht vor, wird ein Fettanteil von 20 bis höchstens 35 Prozent empfohlen. Die Fettzufuhr sollte vor allem einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren beinhalten, die in Pflanzen und Fisch enthalten sind. Magere Milchprodukte und magere Wurst- und Fleischsorten bzw. eine Einschränkung des Fettanteils in der Nahrung können dabei helfen, Übergewicht abzubauen.
  • Eiweiß: Der Anteil an Eiweiß (Protein) sollte zwischen zehn und 20 Prozent ausmachen. Die Aufnahme von Eiweißen ist bei Diabetikerinnen und Diabetikern abhängig von eventuellen Begleiterkrankungen, z.B. einer diabetischen Nephropathie. Weitere Informationen finden Sie unter Folgeerkrankungen von Diabetes.

So haben Sie Ihre Blutzucker-Werte im Griff

Was Diabetikerinnen und Diabetiker essen und trinken, beeinflusst den Blutzuckerspiegel. Für Patientinnen und Patienten mit Diabetes ist es wichtig, zu wissen, welche Kohlenhydrate bzw. Lebensmittel wie auf den Blutzucker wirken und wie viel davon gegessen oder getrunken werden kann.

Glykämischer Index

Mithilfe des glykämischen Index können Diabetikerinnen und Diabetiker den Anstieg des Blutzuckers nach der Aufnahme einer bestimmten Menge eines Nahrungsmittels abschätzen. Lebensmittel, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen und nicht so stark erhöhen (z.B. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Gemüse), haben einen niedrigen glykämischen Index. Sie sind daher für Diabetikerinnen und Diabetiker günstig. Weniger gut geeignet sind Nahrungsmittel mit hohem glykämischem Index, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lassen, wie z.B. Weißmehlprodukte oder Trockenfrüchte.

Berechnungseinheit (BE)

Ist eine Insulintherapie notwendig, müssen die Betroffenen die Kohlenhydrate mit Berechnungseinheiten (BE = Berechnungseinheit, früher Broteinheit) genau berechnen und mit der Insulingabe abstimmen. Eine BE entspricht 10 bis 12 Gramm an Kohlenhydraten. Sie gibt die Menge eines Nahrungsmittels an, in der 10 bis 12 Gramm verfügbare Kohlenhydrate enthalten sind. Spezielle Tabellen zeigen auf, wie viel Mengen eines Nahrungsmittels eine BE ergeben. Die genaue Aufteilung und Menge der BE legt die Ärztin/der Arzt mit der Patientin/dem Patienten fest.

Zucker

Grundsätzlich können Diabetikerinnen und Diabetiker bei guter Blutzuckereinstellung auch sogenannte freie Zucker in der Nahrung zu sich nehmen. Dazu zählt insbesondere der normale Haushaltszucker (Saccharose). Aber auch andere Monosaccharide (z.B. Traubenzucker, Fruchtzucker) und Disaccharide (z.B. Milch- oder Malzzucker) fallen darunter. Die eingenommene Zuckermenge sollte 50 Gramm pro Tag nicht überschreiten. Eine Senkung der Zuckermenge erleichtert Diabetikerinnen und Diabetikern, ihr Gewicht zu stabilisieren bzw. zu reduzieren. Ob, wie viel und welchen Zucker Sie zu sich nehmen können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

Warum Bewegung wichtig ist

Regelmäßige körperliche Betätigung hat eine ganze Reihe positiver Effekte auf den gesamten Körper. Der Stoffwechsel der Muskulatur wird angekurbelt und so Glukose verbraucht. Während und nach dem Sport sinkt der Blutzuckerspiegel ab, die Insulinempfindlichkeit verbessert sich. Zusätzlich trägt die sportliche Betätigung zu einem Gewichtsverlust bei übergewichtigen Diabetikerinnen und Diabetikern bei.

Wichtig ist es auch, dass die Betroffenen lernen, wie sich die Blutzuckerwerte durch Bewegung ändern und wie sie eine Hypoglykämie oder Hyperglykämie vermeiden. Eventuell müssen Sie vor der Bewegung mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen oder die Insulingaben anpassen.

In diesem Zusammenhang empfiehlt die ADA (American Diabetes Association) pro Woche 150 Minuten körperliche Belastung im aeroben Bereich (z.B. in Form von Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen), verteilt auf mindestens drei Tage. Typ-2-Diabetikerinnen und Typ-2-Diabetikern wird auch Krafttraining empfohlen. Wie viel Sport, welche körperliche Betätigung und welche Vorsichtsmaßnahmen in Ihrem Fall notwendig sind, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Das Bewegungsprogramm hängt vom Diabetes-Typ, von der Schwere der Erkrankung und von eventuellen Begleit- und Folgeerkrankungen ab.

Hinweis Die Bewegungsbox der Österreichischen Diabetes Gesellschaft unterstützt Sie auf Ihrem Weg zu einem aktiverem Lebensstil und zu mehr Lebensqualität.

Auf Zigaretten und Alkohol verzichten

Um Folgeschäden zu vermeiden, ist es empfehlenswert, auf Zigaretten zu verzichten. Das Risiko für Komplikationen bei Diabetes verdoppelt bis verdreifacht sich durch das Rauchen. Bei sollten Diabetikerinnen und Diabetiker vorsichtig sein. Alkohol kann eine Hypoglykämie begünstigen, da durch den Alkohol die Neubildung von Glukose in der Leber gehemmt wird. Über entsprechende Verhaltensweisen und Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit Alkohol informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. 

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