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Brot und Butter © ahmetkayhan

Diabetes: Kohlenhydrate und Fette

Bei Diabetes ist es besonders wichtig, geeignete Kohlenhydrate aufzunehmen: Vollkornprodukte (insbesondere Ganzkornprodukte) lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen als Produkte mit raffiniertem oder isoliertem Zucker.

Da Fett der energiereichste Nährstoff ist, sollten vor allem übergewichtige Menschen mit Diabetes auf die tägliche Fettmenge achten. Bei der Auswahl von geeigneten Koch- und Streichfetten ist vor allem eine gute Fettqualität entscheidend. 

Was sind geeignete Kohlenhydrate?

Die tägliche geeignete Kohlenhydratmenge richtig sich nach dem Ausmaß der körperlichen Bewegung. Kohlenhydrate sind „Muskelbenzin“, d.h. sie können nur richtig verwertet werden, wenn Bewegung bzw. Sport gemacht wird. Neben der Menge sollte man auch auf die Qualität achten, denn Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate. Beispiele für günstige Lebensmittel sind Vollkornprodukte (bevorzugt grobkörnige), Obst und Hülsenfrüchte; insbesondere für Diabetiker sollten sie die Basis der Kohlenhydratquellen darstellen.  

Hinweis Neuere Studien zeigen, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht von einer Kohlenhydratreduzierung profitieren können. Es sollte hierbei aber zu keiner einseitigen Ernährung kommen, bei der gänzlich auf Kohlenhydrate verzichtet wird.

Vollkornbrot und -getreide, Naturreis, Hülsenfrüchte und Wasser sind also Weißbrot, Süßspeisen, Kuchen, Konditoreiwaren oder Limonaden vorzuziehen. Doch Vorsicht: Nicht alles, was dunkel ist, muss unbedingt auch Vollkorn bedeuten. Häufig werden z.B. Brot und Gebäck mit Malzzucker braun gefärbt. Derartige Produkte unterscheiden sich allerdings nicht von konventionellen. Mehr dazu erfahren Sie unter FAQ Brot und Vollkornbrot.

Welchen Einfluss haben Kohlenhydrate auf den Blutzucker?

Der Einfluss kohlenhydrathaltiger Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel hängt nicht nur von der Menge und der Art des Kohlenhydrats ab, sondern auch von der Zusammensetzung der Nahrung: Werden die Kohlenhydrate in Kombination mit Ballaststoffen, Protein oder Fett verzehrt, steigt der Blutzuckerspiegel dadurch weniger schnell und stark. Schnell verfügbare Kohlenhydrate sollten also nicht alleine, sondern zusammen mit proteinreichen Lebensmitteln gegessen werden (z.B. Marmelade mit Topfen).

Diabetikerinnen und Diabetikern wird eine im Vergleich zu Stoffwechselgesunden leicht erhöhte Aufnahme an Ballaststoffen empfohlen, da diese den Blutzucker günstig beeinflussen (40 Gramm/Tag statt 30 Gramm/Tag). 

Hinweis Diabetikerinnen und Diabetiker sollten die Menge und die Verteilung der Kohlenhydrate so wählen, dass es zu optimalen Blutzuckerwerten kommt. Dies hängt eng mit der bestehenden Medikation oder Insulintherapie zusammen. Besonders bei Insulintherapie kann die Berechnung der Kohlenhydrate in Broteinheiten eine Unterstützung sein, um optimale und stabile Blutzuckerwerte im Alltag zu erreichen. Mehr dazu hier.

Welche Kohlenhydratquellen sollten Diabetikerinnen und Diabetiker meiden?

Nicht geeignet sind:

  • Zucker und -waren wie Haushaltszucker, Schokolade, Bonbons, Marmelade, Honig etc.,
  • Zuckerhaltige Milchprodukte wie Fruchtjoghurt, Topfencremespeisen, Eis etc.,
  • Backwaren wie Mehlspeisen, Kekse, Krapfen etc.,
  • Getränke wie Limonaden mit Zucker, Fruchtsäfte, Liköre etc. sowie
  • Dörrobst, gezuckertes Dosenobst etc.

Als Orientierung für die Beeinflussung des Blutzuckerspiegels können auch Maßzahlen wie der glykämische Index (GI) bzw. die glykämische Last eines Lebensmittels hilfreich sein. 

Was sollte bei Fetten beachtet werden?

Da Fett der energiereichste Nährstoff ist, sollte die Fettaufnahme bei übergewichtigen Menschen mit Diabetes im Auge behalten werden. Vor allem versteckte Fette aus Wurstwaren, Fertigprodukten und Fast Food wirken sich negativ auf Gewicht und Blutfettwerte aus. Natürlich vorkommende Fette wie beispielsweise aus Milchprodukten und Eiern sind im Vergleich dazu nach neuester Studienlage in Maßen genossen nicht ungünstig. Bei der Auswahl von geeigneten Koch- und Streichfetten sollte daher auf eine gute Qualität geachtet und die Aufnahme von Fetten aus mehrfach verarbeitetem, sogenanntem „processed food“ vermieden werden.

Da bei Diabetes ein erhöhtes Risiko einer Arteriosklerose besteht und Begleiterkrankungen wie Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck (metabolisches Syndrom) häufig auftreten, sind auf Qualität und Herkunft der Fette ganz besonders zu achten:

Ein wesentlicher Bestandteil der Fette sind die Fettsäuren; nach ihrer chemischen Struktur unterscheidet man gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren sind v.a. in tierischen Nahrungsmitteln wie z.B. Butter, Fleisch, Käse enthalten, zudem werden sie auch vom Körper selbst produziert (z.B. beim Abbau von Glukose). Ungesättigte Fettsäuren sind v.a. in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, wie etwa in Oliven oder Nüssen. Ausnahme sind die Omega-3-Fettsäuren, die man auch in Fischen wie Lachs oder Makrele findet.

Gesättigte Fettsäuren wirken sich teilweise ungünstig auf die Blutfettwerte aus, ungesättigte Fettsäuren haben hingegen einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel. Auch der Blutzuckerspiegel wird unterschiedlich beeinflusst: Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren verbessern die Insulin-Sensitivität, während sich ein hoher Anteil an gesättigten und trans-Fettsäuren ungünstig auf die Blutfette auswirkt.

Nicht nur, aber ganz besonders für Diabetikerinnen und Diabetiker gilt daher: gesättigte Fettsäuren sollten maximal ein Drittel der Nahrungsfette ausmachen. Bevorzugen Sie bei Fleisch, Wurst, Käse und Milchprodukten die fettarmen Varianten, und achten Sie auf die Portionsgrößen. Geben Sie pflanzlichen Ölen wie z.B. Oliven- oder Rapsöl beim Zubereiten der Speisen den Vorzug – diese enthalten für Ihre Gesundheit wertvolle einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Achten Sie insgesamt auf die Menge von Koch- und Streichfett, da ein Gramm Fett ca. neun kcal enthält (im Vergleich dazu: ein Gramm Kohlenhydrate und ein Gramm Eiweiß enthalten jeweils ca. vier kcal).

Omega-3-Fettsäuren, die in fettreichem Fisch wie Lachs, Makrele oder Thunfisch sowie in Rapsöl und Nüssen enthalten sind, bieten auch der Gesundheit der Diabetikerin/des Diabetikers viele Vorteile.

Weitere Informationen finden Sie unter Fette und erhöhte Blutfettwerte und Basis-Info zu Fetten.

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