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Salat mit Hühnerstreifen © timolina

Diabetes: Ernährung

Die richtige Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität sind wichtige Säulen der Diabetestherapie. Auch bei bestehender Einnahme von Medikamenten dürfen diese beiden Faktoren nicht vernachlässigt werden.

Durch eine Veränderung des Essverhaltens soll das Körpergewicht insbesondere bei Übergewicht bzw. Adipositas um ca. zehn Prozent reduziert und somit die Blutzuckereinstellung verbessert werden (Vermeidung von zu hohen bzw. zu niedrigen Blutzuckerwerten). Beides sind wichtige Voraussetzungen, um das Risiko für Spätfolgen, wie z.B. Schäden an den großen und kleinen Blutgefäßen, zu senken. 

Wie sieht der optimale Speiseplan aus?

Für Diabetikerinnen und Diabetiker gilt: vorrangig Gemüse und Salate, Getreideprodukte (möglichst nur grob geschrotet oder aus dem ganzem Korn), Hülsenfrüchte, Nüsse sowie Obst, Milchprodukte (naturbelassen), Fisch, mageres Fleisch, Geflügel und hochwertige pflanzliche Öle sollten die Grundlage der gesunden Ernährung bilden.

Für die „Herzgesundheit“ sollte der Fettzusammensetzung (Qualität der Fettsäuren) besondere Bedeutung beigemessen werden. Oliven- und Rapsöl schneiden hierbei sehr gut ab. Butter wird heute als „neutral“ eingestuft, da Nahrungscholesterin nicht mehr als bedenklicher Nährstoff gilt.

Lesen Sie: Diabetes: Was ist das?

Sind Kohlenhydrate tabu?

Für Diabetikerinnen und Diabetiker gilt: Kohlenhydrate sind nicht tabu – die Auswahl sollte jedoch im Auge behalten werden. Früher übliche, teils sehr strenge Diätpläne sind veraltet. Statt einer stark beschränkten Kohlenhydrataufnahme bis hin zu einem Zuckerverbot oder der Verwendung von Spezialprodukten für Diabetikerinnen und Diabetiker sollte man sich heute an einer ausgewogenen Mischkost orientieren. 

Kohlenhydrate sind Muskelbenzin

Je mehr Kohlenhydrate gegessen werden, umso höher ist der anschließende Blutzuckeranstieg. In der Folge ist auch eine größere Dosis bei der Verabreichung blutzuckersenkender Medikamente nötig. Dies ist jedoch nicht sinnvoll und kann u.a. zu einer weiteren Gewichtszunahme führen.

Um dies zu vermeiden, ist es empfehlenswert, die Kohlenhydratmenge an das Bewegungsverhalten anzupassen. Kohlenhydrate sind „Muskelbenzin“, das bedeutet: Je mehr Kohlenhydrate gegessen werden, umso mehr Bewegung sollte erfolgen. Hierdurch kann verhindert werden, dass die Leber überschüssige Kohlenhydrate in Fett umwandelt. 

Individuelle Empfehlungen einer ausgewogenen Ernährung werden in der Regel zusammen mit einer Ärztin/einem Arzt und/oder einer Diätologin/einem Diätologen an das Stoffwechselziel und die Essgewohnheiten der Patientinnen und Patienten angepasst.

Mehr zum Thema: Kohlenhydrate und Fette

Wie lässt sich Übergewicht abbauen?

Ein Großteil der Typ-2-Diabetikerinnen und -Diabetiker ist übergewichtig bzw. adipös. In den meisten Fällen hat das Übergewicht auch in erheblichem Ausmaß zur Entstehung der Krankheit beigetragen. Mehr zum Thema: Diabetes Vorbeugung.

Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion von zehn Prozent des Ausgangsgewichts ein wichtiges Therapieziel. Nur bei hochbetagten Seniorinnen und Senioren sollte von einer Gewichtsreduktion eher Abstand genommen werden, da diese mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden sein kann. 

Auch der Taillenumfang gibt Aufschluss über eine zu hohe Fettmasse. Liegt der Taillenumfang bei Frauen über 80 cm bzw. bei Männern über 94 cm, besteht bereits ein erhöhtes Risiko für Komorbiditäten (gleichzeitiges Vorkommen von zwei oder mehr unterschiedlichen Krankheiten) und Komplikationen. Liegt der Taillenumfang bei Frauen über 88 cm bzw. bei Männern über 102 cm, spricht man von einer abdominalen Fettverteilung. Häufig wird dieses abdominale Fett von einer nicht alkoholischen Fettleber (NAFLD) begleitet.

Übergewichtige Diabetikerinnen und Diabetiker können durch eine angemessene Ernährungsumstellung sowie ausreichend Bewegung das Gewicht reduzieren. Eine fettarme Kost, eine Reduzierung der Kohlenhydrate bzw. eine Kombination aus beiden Maßnahmen oder auch der vorübergehende begleitende Einsatz von Formula-Diäten sowie eine Begrenzung der Alkoholaufnahme können die Gewichtsreduktion erleichtern. Bereits eine Gewichtsabnahme von drei bis fünf Kilogramm wirkt sich günstig auf den Blutzuckerspiegel aus.

Selbst geringe Gewichtsverluste bedeuten für den Körper und den Stoffwechsel eine Entlastung:

  • Das vorhandene Insulin kann besser wirken,
  • es kommt zur Verminderung der beschleunigten Zuckerproduktion in der Leber.
  • Verbesserung eventuell vorliegender Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Blutfettwerte) und Hypertonie (Bluthochdruck).

Begleitende Bewegung trägt neben der Erhöhung des Energieverbrauchs auch zu einer verbesserten Reaktion der Zellen auf Insulin bei (Insulinsensitivität). Streng kalorienarme Diäten sollten nur bei einem hohen BMI (über 35) und in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Der Body-Mass-Index und unter Gesund abnehmen.

Was sollten Sie bei Diabetes beachten?

  • Fettaufnahme: Die Fettzufuhr sollte vorrangig aus pflanzlichen Quellen oder aus Milch bzw. Fisch stammen. Es sollte nur wenig an gesättigten und Transfetten konsumiert werden (insbesondere enthalten in tierischen Produkten wie z.B. Wurst, Fleisch und industriellen Backwaren).
  • Kohlenhydrataufnahme: Die Auswahl der kohlenhydratreichen Lebensmittel sollte möglichst ballststoffreich sein und einen niedrigen glykämischen Index haben. Die Menge, Art und Verteilung der kohlenhydratreichen Lebensmittel sollte (unter Berücksichtigung der Medikamente/Insulin) so gewählt werden, dass es zu einer guten Blutzuckereinstellung kommt. Wenn es die Blutzuckerwerte erlauben, können Betroffene auch süße Lebensmittel/Zucker in „verpackter“ Form (z.B. in einem Stück Kuchen etc.) in kleinen Mengen konsumieren (max. 50 Gramm Zucker pro Tag). 
  • Die Ballaststoffzufuhr sollte idealerweise bei 30 bis 40 Gramm pro Tag liegen. Zwei Obst- und mindestens drei Salat- oder Gemüseportionen, häufig Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte (aus möglichst ganzem Korn) helfen, den Bedarf zu decken.
  • Bei Diabetikerinnen und Diabetikern mit einer Nierenschädigung ist auf eine moderate Protein(Eiweiß-)zufuhr zu achten (ca. 0,8 Gramm/Kilogramm/Tag). Diabetikerinnen und Diabetiker mit Nierenerkrankung sollten daher unbedingt von einseitigen, proteinreichen Diäten Abstand nehmen!
  • Auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind ein wesentlicher Bestandteil gesunder Ernährung; die Empfehlungen für die tägliche Aufnahme unterscheiden sich für Diabetikerinnen/Diabetiker nicht von jener für gesunde Erwachsene. Mehr dazu: Vitamine und Mineralstoffe.

Praktische Tipps bei Diabetes

  • Konsumieren Sie viel an ballaststoff-, vitamin- und mineralstoffreichen Lebensmitteln.
  • Greifen Sie täglich zu Obst (zweimal pro Tag eine kleine Portion), Gemüse oder Salat (dreimal pro Tag eine große Portion), und essen Sie häufig Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte (möglichst aus dem ganzen Korn).
  • Essen Sie zwei bis drei Portionen Fisch pro Woche (bevorzugt fetter Fisch wie Hering, Lachs, Makrele, Heilbutt oder Thunfisch).
  • Bevorzugen Sie kalten Braten statt stark verarbeiteten Wurstwaren.
  • Trinken Sie Wasser und ungesüßte Tees/Kaffee.
  • Bevorzugen Sie Milchprodukte und Käsesorten mit ca. 30–40 % Fett in der Trockenmasse.
  • Verwenden Sie zum Kochen Öle, die reich an einfach ungesättigten Fettsäuren sind (z.B. Oliven- oder Rapsöl). Pflanzliche Margarinen eignen sich als Streichfett genauso wie Butter. Tierische Fette (Butterschmalz, Schmalz etc.) sowie Kokosfett und Frittierfette sollten vermieden werden.
  • Schokolade (ca. 70 % Kakaoanteil), Kuchen, Mehlspeisen und Süßigkeiten sind nicht verboten. Genießen Sie kleine Mengen, und messen Sie den Blutzuckerspiegel 90 Minuten nach dem Essen! Danach richtet sich die Mengenauswahl.
  • Besser würzen als salzen! Vermeiden Sie stark Gesalzenes wie Gebäck, Wurstwaren und Fertigprodukte. Verwenden Sie reichlich Gewürze und Kräuter, so sparen Sie an Salz. Näheres erfahren Sie unter Kräuter & Gewürze.

Vorsicht bei Alkohol

Für Diabetikerinnen und Diabetiker ist wichtig zu wissen, dass Alkohol eine blutzuckersenkende Wirkung hat (zuerst steigt der Blutzucker allerdings an, vor allem bei Bier). Besonders vorsichtig sollte man bei der Kombination Alkohol und Sport sein: Die Gefahr einer Unterzuckerung ist groß!

Wie für Stoffwechselgesunde gilt auch bei Diabetes eine moderate Alkoholzufuhr als akzeptabel (Frauen zehn Gramm pro Tag, Männer 20 Gramm pro Tag). Dies entspricht einem Achtel Wein ODER einem Seidel Bier für die Frau. Männliche Diabetiker sollten nicht mehr als ein Viertel Wein ODER ein Krügel Bier pro Tag trinken – dies gilt als Obergrenze. Es ist wichtig, die Reaktion des Körpers zu beobachten (häufig Blutzucker messen) und die Alkoholzufuhr eher gering zu halten.

Alkohol wirkt viele Stunden blutzuckersenkend! Nicht geeignet sind für Diabetikerinnen und Diabetiker alkoholische Getränke, die hohe Mengen an Zucker enthalten. Vorsicht daher bei Likör, Süß- oder Dessertwein, Alkopops etc., aber auch bei alkoholfreiem Bier, da es mehr Malzzucker enthält als normales Bier.

Diabetikerinnen und Diabetiker, die Insulin spritzen oder blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, sollten alkoholische Getränke niemals in die Broteinheiten einrechnen und Insulin dafür verabreichen. Darüber hinaus sollten sie Alkohol immer gemeinsam mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit zu sich nehmen. Übergewichtige Diabetikerinnen und Diabetiker mit erhöhten Blutfettwerten (v.a. bei Hypertriglyzeridämie) und Bluthochdruck profitieren, wenn sie die Alkoholaufnahme in jedem Fall begrenzen.

Zudem ist Alkohol sehr energiereich und kann somit die Entstehung von Übergewicht begünstigen.

Hinweis Die hier angeführten Empfehlungen zur Prävention bestimmter Krankheiten bzw. für die Ernährung bei bestimmten Krankheiten sind als Basis für individuell abgestimmte Maßnahmen zu verstehen. Sie können eine persönliche Beratung oder Diagnose durch eine Ärztin/einen Arzt oder eine Diätologin/einen Diätologen nicht ersetzen.

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