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Nordic Walking © Picture-Factory

Diabetes und Bewegung

Die Entstehung von Typ-2-Diabetes wird durch Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt. Beide Risikofaktoren tragen zur typischen Insulinresistenz bei. Eine gezielte Bewegungstherapie ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung bei Typ-2-Diabetes. Ziel ist, Kalorienüberschüsse zu vermeiden, Gewicht abzubauen sowie den Energiestoffwechsel und die Insulinwirkung langfristig zu verbessern. Dies ist oft nur durch Veränderungen des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens möglich. 

Bewegungsmangel und Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes ist eine typische Zivilisationskrankheit. Waren früher besonders ältere Menschen betroffen, so zeigen die vergangenen Jahre, dass immer öfter jüngere Menschen von Typ-2-Diabetes betroffen sind. Eine der Hauptursachen ist das Ungleichgewicht zwischen Kalorienzufuhr und -verbrauch. Vor allem der deutliche Rückgang des Bewegungsumfangs in den letzten Jahrzehnten in Verbindung mit Überernährung dürfte bei vielen Menschen dafür verantwortlich sein. Mehr Informationen finden Sie unter Ernährung und Diabetes.

Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, die sich langsam über Jahre hinweg und zunächst unauffällig entwickelt. Ein über längere Zeit erhöhter Blutzuckerspiegel weist darauf hin. Vorstufen sind eine gestörte Glukosetoleranz und das Metabolische Syndrom.

Wie Bewegung gegen Typ-2-Diabetes wirkt

Die körperlichen Wirkungen einer Bewegungstherapie sind für Typ-2-Diabetes und seine Vorstufen sehr gut erforscht. Bewegung setzt direkt an den Ursachen an. Regelmäßiges Ausdauertraining bewirkt zahlreiche Anpassungen in den Muskeln, die sich positiv auf den Stoffwechsel der Muskelzellen auswirken.

Krafttraining hat einen blutzuckersenkenden Effekt, der mit dem des Ausdauertrainings vergleichbar ist. Bewegung verbessert u.a. die Insulinwirkung und verringert überschüssige Fetteinlagerungen in den Zellen. Zudem erhöht sich durch regelmäßiges Training der Anteil der Muskelmasse – ein positiver Effekt: Mehr Muskelmasse bedeutet mehr Energieumsatz. Dabei kann das Köpergewicht zunächst durchaus gleichbleiben. Mehr Informationen unter Bewegung und Körpergewicht.

Nutzen von Bewegung bei Typ-2-Diabetes

Regelmäßige Bewegung

Regelmäßige Bewegung als wichtige Therapiesäule

Regelmäßige Bewegung hilft, die Risikofaktoren für die Entwicklung bzw. Verschlechterung von Typ-2-Diabetes positiv zu beeinflussen und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Betroffenen profitieren zusätzlich von den vielen anderen positiven Wirkungen der Bewegung auf den Körper. Bewegung ist – neben Ernährung und einer eventuellen medikamentösen Therapie – eine wichtige Therapiesäule für Typ-2-Diabetes.

Bewegungsempfehlungen

Personen mit erhöhtem Diabetes-Risiko und mit bestehendem Typ-2-Diabetes sollten ihr Bewegungsprogramm mit der betreuenden Ärztin/dem betreuenden Arzt abstimmen. Grundsätzlich gelten folgende Empfehlungen:

  • Personen mit erhöhtem Typ-2-Diabetes-Risiko sollten laut Empfehlungen von Expertinnen/Experten regelmäßig Bewegung mittlerer Intensität betreiben – und zwar mindestens 2½ Stunden bzw. 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche. Beispiele für geeignete Aktivitäten sind zügiges Gehen, Nordic Walking oder Wandern. Auch mit Alltagsaktivitäten können positive Wirkungen erzielt werden. Mittlere Intensität bedeutet, dass während der Bewegung noch gesprochen, aber nicht mehr gesungen werden kann. In dieser Intensität steht dem Organismus genügend Sauerstoff für Glukose- und Fettverbrennung zur Verfügung (siehe So verbrauchen die Muskeln Energie). Zusätzlich zur Ausdauerbewegung sollten mindestens zweimal pro Woche muskelkräftigende Übungen durchgeführt werden. Weitere Informationen finden Sie in den Bewegungsempfehlungen.
  • Dieses Bewegungspensum gilt auch für Personen, bei denen eine Diabetes-Vorstufe (z.B. gestörte Glukosetoleranz, Metabolisches Syndrom) diagnostiziert wurde.
  • Auch Personen mit Typ-2-Diabetes wird grundsätzlich dieses Bewegungspensum empfohlen. Die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt kann ein individuelles Trainingsprogramm verordnen, das auf den Gesundheitszustand und die Fitness der Patientin/des Patienten zugeschnitten ist.

Medikamente & Bewegung

Auch Diabetikerinnen und Diabetiker, die Diabetes-Medikamente einnehmen oder Insulin spritzen müssen, können prinzipiell jede Form von körperlicher Aktivität und Sport durchführen. Vorsicht ist bei Risikosportarten wegen der Gefahr der Hypoglykämie angebracht, um Selbst- und Fremdgefährdungen zu vermeiden.

Achten Sie besonders auf Ihre Blutzuckerwerte und passen Sie die Medikamenten- und Insulindosen entsprechend an, um eine Über- oder Unterzuckerung zu vermeiden. Die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt wird Sie darüber entsprechend informieren.

Bei körperlicher Anstrengung verbrauchen die Muskeln mehr Zucker und benötigen dafür weniger Insulin. Deshalb besteht die Möglichkeit einer Unterzuckerung – vor allem wenn Sie Insulin spritzen. Spritzen Sie deshalb – in Absprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt – vorher entsprechend weniger Insulin oder reduzieren Sie gegebenenfalls die Medikamentendosis. Oder Sie essen vorher zusätzlich Kohlenhydrate.

Hinweis Nach längerer körperlicher Belastung, wie einer ausgedehnten Wanderung, hält die blutzuckersenkende Wirkung noch Stunden an. Daher ist die Blutzuckerkontrolle vor dem Schlafengehen wichtig.

Therapie aktiv – Diabetes im Griff

Bewegung ist ein wichtiger Teil des qualitätsgesicherten Behandlungsprogramms „Therapie aktiv – Diabetes im Griff“ der Sozialversicherung. Im Zuge der Betreuung vereinbart die Patientin/der Patient gemeinsam mit der Ärztin/dem Arzt individuelle Behandlungsziele und Maßnahmen, die regelmäßig auf ihre Wirkung überprüft werden. Dabei bespricht die Ärztin/der Arzt auch, welches Bewegungsprogramm für die Patientin/den Patienten sinnvoll und machbar ist. Tipps und Empfehlungen zu Bewegung und Ernährung bei Diabetes sind auch im Patientenhandbuch des „Therapie aktiv“-Programms enthalten.

Hinweis Die Bewegungsbox der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) hilft Menschen mit Diabetes, mehr Bewegung in ihr Leben zu integrieren. Sie kann unter www.bewegungsbox.at bestellt werden.

Wohin kann ich mich wenden?

  • Ärztliche Betreuung: Bewegung ist ein Teil der Basistherapie für Typ-2-Diabetes. Die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt berät die Patientinnen und Patienten bei der Gestaltung des Bewegungsprogramms und hilft, die Wirksamkeit und den Erfolg der körperlichen Aktivitäten zu kontrollieren. Wissen über körperliche Aktivität wird auch in den wichtigen Patientenschulungen vermittelt, damit die Betroffenen selbstständig Bewegung betreiben können. Die Kosten für die medikamentöse Diabetes-Behandlung und unter bestimmten Voraussetzungen für begleitende Behandlungsmaßnahmen sind über die Sozialversicherungträger abgedeckt.
  • Gesunde Bewegungsangebote finden Sie unter www.fitsportaustria.at.
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