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Symbolfoto Gebärmutter © magicmine

Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs ist ein bösartiger Tumor im Gebärmutterkörper, der in den meisten Fällen von der inneren Schleimhautschicht der Gebärmutter ausgeht. Betroffen sind überwiegend Frauen in und nach der Menopause.

Blutungen nach den Wechseljahren sind häufig das erste Symptom und sollten möglichst rasch ärztlich abgeklärt werden. Bei frühzeitiger Diagnose und Therapie bestehen sehr gute Heilungschancen.

Der Gebärmutterkörperkrebs ist nach Brust-, Darm- und Lungenkrebs der vierthäufigste bösartige Tumor der Frau. Betroffen sind überwiegend Frauen in bzw. nach den Wechseljahren. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 68 Jahren, am häufigsten erkranken Frauen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Aber auch jüngere Frauen können betroffen sein. So betreffen rund 20 Prozent der Fälle Frauen im gebärfähigen Alter. Etwa fünf Prozent erkranken vor dem 40. Lebensjahr.

Die Gebärmutter besteht aus drei Schichten: der Schleimhaut (Endometrium), mit der sie innen ausgekleidet ist, der Muskelschicht (Myometrium) und der obersten Schicht (Perimetrium). Krebserkrankungen der Gebärmutter (Korpuskarzinom) betreffen den Gebärmutterkörper und hier besonders die Schleimhaut. Sie sollten nicht mit Gebärmutterhalskrebs verwechselt werden.

Ursachen

Mehr als 75 Prozent der Tumore im Gebärmutterkörper nehmen von den drüsenbildenden Zellen der Schleimhaut ihren Ausgang und werden daher auch als Endometriumkarzinome bezeichnet. Ein sehr seltener maligner Tumor ist das Uterussarkom, das entweder von den Zellen der Muskelwand (Myometrium) oder den Bindegewebszellen unter der Schleimhaut (endometriales Stromasarkom) ausgeht. Selten sind besonders aggressive undifferenzierte Sarkome. Unterschieden werden zwei Typen von Endometriumkarzinomen. Der Typ 1 wird  v.a. durch ein Ungleichgewicht der weiblichen Hormone verursacht. Als Risikofaktoren gelten v.a.:

  • Alter (über 50 Jahre),
  • Kinderlosigkeit,
  • frühe erste Regelblutung,
  • spät einsetzende Menopause (Wechsel) erst nach dem Alter von 55 Jahren,
  • langfristige Einnahme östrogenhaltiger Medikamente ohne Gestagenzusatz während der Wechseljahre („Hormonersatztherapie“),
  • hormonelle Störungen,
  • genetische Faktoren,
  • Diabetes,
  • Übergewicht und Fettleibigkeit.

Das Risiko für die Entwicklung eines Endometriumkarzinoms scheint durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille, (mehrere) Schwangerschaften und Stillen zu sinken.

Symptome

Folgende Beschwerden können auf Gebärmutterkrebs hinweisen:

  • Veränderungen und Abweichungen der gewohnten Blutungsdauer und -stärke, Zwischenblutungen (vor und nach der Regelblutung) bei prämenopausalen Frauen,
  • Blutungen bei Frauen nach der Menopause (postmenopausale Blutung),
  • blutiger oder blutig-eitriger Ausfluss,
  • Schmerzen im Unterbauch,
  • unklare Gewichtsabnahme,
  • Blut im Harn,
  • Harnwegsinfekte,
  • Rückenschmerzen

Diagnose

Bei möglichst frühzeitiger Diagnose und Therapie ist Gebärmutterkrebs in vielen Fällen heilbar. Therapie der Wahl ist eine operative Entfernung von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken und je nach Risikoeinschätzung auch der regionären Lymphknoten. Für das Endometriumkarzinom gibt es keine Methode zur Früherkennung bei beschwerdefreien Frauen. Deshalb ist es besonders wichtig, außerhalb der Regel oder nach der Menopause auftretende Blutungen von der Frauenärztin/dem Frauenarzt abklären zu lassen.

Die Gebärmutter kann mittels Spekulum oder Ultraschall über die Scheide untersucht werden. Letzteres wird jedoch nur in bestimmten Fällen empfohlen. Häufig erfolgt im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung die Entnahme einer Gewebeprobe mit anschließender histologischer Untersuchung. Gegebenenfalls ist eine Abklärung mittels Hysteroskopie und Curretage notwendig. Bei gesicherter Diagnose kann mittels weiterführenden Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen, Computertomografie bzw. Magnetfeldresonanztomografie festgestellt werden, wie groß der Tumor ist und ob er sich bereits in der Bauchhöhle ausgebreitet hat.

Therapie

Die Therapie der Wahl ist die Totaloperation der Gebärmutter mit Entfernung der Eileiter und Eierstöcke, da sie wachstumsfördernde Hormone (Östrogene) bilden. Gegebenenfalls werden auch die Beckenlymphknoten und die Lymphknoten neben der Hauptschlagader mitentfernt. Bei einer Operation im Frühstadium besteht eine sehr hohe Heilungschance. Nach der Operation wird manchmal eine Strahlentherapie empfohlen. Bei Ausdehnung der Erkrankung über die Gebärmutter hinaus bzw. bei hohem Operationsrisiko wird eine Strahlentherapie alleine oder in Kombination mit einer Chemotherapie  durchgeführt. In bestimmten Situationen kann auch eine Hormon- oder eine Antikörpertherapie sinnvoll sein.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Auftreten von Beschwerden im Unterleib, insbesondere bei Blutungen, die außerhalb der Regel oder nach der Menopause auftreten, sollten Sie sich an eine Gynäkologin/einen Gynäkologen wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).
Nur bei Inanspruchnahme einer Wahlärztin/eines Wahlarztes (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder eines Privatambulatoriums werden die Kosten nicht direkt verrechnet. In diesem Fall bezahlen Sie den anfallenden Betrag direkt an die Ärztin/den Arzt und reichen die Rechnung bei Ihrem zuständigen Krankenversicherungsträger ein. Es werden Ihnen maximal 80 Prozent des Tarifs, den eine Vertragsärztin/ein Vertragsarzt bzw. ein Vertragsambulatorium mit dem Krankenversicherungsträger verrechnet, rückvergütet.

Ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?


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