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Lächelnde Frau © Krakenimages.com
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Wechseljahre: Körperliche und hormonelle Veränderungen

In den Wechseljahren (Klimakterium) einer Frau kommt es zu einer Änderung im Zusammenspiel der Hormone. Dies führt zu Verschiebungen der Menstruation (Monatsblutung) bis zum vollständigen Aufhören (Menopause). Dabei können unterschiedliche Beschwerden auftreten, wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Gleichzeitig entfallen Beschwerden der Menstruation oder Verhütungssorgen. Die Wechseljahre werden von Frauen oft unterschiedlich wahrgenommen. Dabei gilt die „Drittel Regel“: Ein Drittel der Frauen hat starke, ein Drittel mittlere und ein Drittel fast keine Beschwerden.

Wann treten die Wechseljahre ein?

Im Durchschnitt tritt die Menopause bei Frauen mit 51 Jahren ein. Bei einigen Frauen kann sie allerdings auch deutlich früher bzw. auch später einsetzen. Ein Beginn der Menopause vor dem 40. Lebensjahr wird als „vorzeitig“ bezeichnet. Wahrscheinlich ist das Alter, in dem eine Frau ihre letzte Regelblutung hat, erblich bedingt. Das bedeutet, dass die Menopause bei Müttern und Töchtern ungefähr im selben Alter eintritt. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die Wechseljahre bei Frauen mit vielen Kindern sowie bei starken Raucherinnen früher eintreten. Über- und Untergewicht sowie die Zykluslänge könnten den Beginn ebenfalls beeinflussen.

Welche Ursachen haben die Wechseljahre?

Die Wechseljahre haben hormonelle Ursachen. Die Eierstöcke (Ovarien) produzieren in der fruchtbaren Phase im Leben einer Frau (Einsetzen der Menstruation bis zum Eintritt der Menopause) die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Beide Geschlechtshormone haben die Aufgabe, den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten.

Welche Rolle haben Östrogen und Progesteron?

Östrogen ist wichtig für die Fruchtbarkeit (Fertilität) und Geschlechtsentwicklung der Frau. Progesteron bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Bleibt die Einnistung aus, fällt die Konzentration des Progesterons und auch des Östrogens wieder ab. Dadurch kommt es zur Regelblutung (Menstruation, Periode). Mit dem Beginn der Wechseljahre verringern die Eierstöcke allmählich ihre Hormonproduktion. Dadurch kommt es zu Hormonschwankungen und der Eisprung wird seltener. Nach dem letzten Eisprung tritt die Menopause ein, die Monatsblutung bleibt aus und es können keine Eizellen mehr heranreifen.

Was passiert in der Menopause?

Altersbedingt verändert sich der Hormonspiegel der Frau. Mit etwa 40 Jahren beginnt die Funktion der Eierstöcke nachzulassen, sodass sie nach und nach weniger Progesteron und Östrogene (weibliche Sexualhormone) bilden.

Bereits bei der Geburt enthalten die beiden Eierstöcke mehrere Millionen Eibläschen (Follikel). Diese Zahl verringert sich während der Pubertät auf ca. 100.000 bis 250.000 und nimmt danach ständig mit jedem Eisprung ab. Obwohl bei jedem monatlichen Eisprung nur eine einzige Eizelle die Eierstöcke verlässt, reifen jeden Monat mehrere Follikel mit und gehen nach dem erfolgten Eisprung verloren.

Nach durchschnittlich 50 Lebensjahren sind in den Eierstöcken einer Frau keine Follikel mehr vorhanden, die zu einem eisprungfähigen Follikel heranwachsen können. Da die Follikel für die Bildung von Östrogenen verantwortlich sind, nimmt auch die Östrogenbildung immer mehr ab. Als Folge kommt es schließlich zur letzten von den Eierstöcken gesteuerten Menstruationsblutung: der sogenannten Menopause.

Mit der Menopause verändert sich auch die Hormonproduktion im Gehirn. Da die Eierstöcke während der Wechseljahre immer weniger Östrogene bilden, schüttet das Gehirn vermehrt Hormone aus der Gruppe der Gonadotropine aus. Dabei handelt es sich um Geschlechtshormone, welche die Eierstöcke zur Hormonproduktion anregen sollen. Vor allem das sogenannte follikelstimulierende Hormon (FSH) wird ausgeschüttet. Durch dieses verschobene Hormongleichgewicht kann es während der Wechseljahre zu verschiedenen Symptomen wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen kommen.

Die genaue Ursache der Hitzewallungen ist noch nicht vollständig geklärt. Eine Vermutung ist, dass der sinkende Östrogenspiegel zu Schwankungen im Wärmehaushalt des Körpers führt.

Hinweis Bei jüngeren Frauen können die Wechseljahre als Nebenwirkung einer Behandlung einsetzen (z.B. nach Entfernung oder Bestrahlung beider Eierstöcke im Rahmen einer Krebstherapie). Dies wird als „indizierte“ oder „künstliche“ Menopause bezeichnet. Sie löst meist ähnliche Beschwerden aus wie die natürliche Menopause.

Wie verläuft die Menopause?

Der Beginn der Wechseljahre ist von Frau zu Frau verschieden. Bei einigen Frauen kündigen sich diese sehr unauffällig an, sodass der Beginn kaum oder gar nicht bemerkt wird. Andere Frauen bekommen den Beginn deutlich durch körperliche Symptome zu spüren. In Summe erstreckt sich der Übergang über mehrere Jahre.

Die Wechseljahre lassen sich medizinisch in drei verschiedene Phasen untergliedern:

  • Prämenopause: Darunter versteht man den Zeitraum zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Sie beginnt im Durchschnitt vier Jahre vor der letzten Regelblutung. In dieser Zeit verlangsamen die Eierstöcke (Ovarien) ihre Arbeit, und die Hormonproduktion beginnt abzunehmen. Es kann zu Zyklusstörungen, die sich durch unregelmäßige und/oder starke (oder schwache) bzw. langanhaltende (oder sehr kurze) Blutungen bemerkbar machen, kommen.
  • Perimenopause: Diese Phase liegt ca. um das 50. Lebensjahr. Es kommt meist zu deutlichen Zyklusunregelmäßigkeiten bis hin zum völligen Ausbleiben der Menstruation. Im Durchschnitt sind Frauen bei ihrer letzten Regelblutung 51 Jahre alt. Der genaue Zeitpunkt der Menopause lässt sich erst rückwirkend definieren, wenn ein Jahr lang keine weitere Monatsblutung erfolgt ist. In all diesen Phasen können typische klimakterische Symptome, wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche etc., in unterschiedlicher Intensität auftreten.
  • Postmenopause: Diese Phase beginnt ein Jahr nach der letzten Periode. In diesem Zeitraum stellt sich der Körper auf ein neues hormonelles Gleichgewicht ein, und die klimakterischen Beschwerden lassen allmählich nach. Das Ende der Postmenopause und damit das Ende der Wechseljahre ist von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt neben den hormonellen Veränderungen vom subjektiven Erleben der Beschwerden ab.

Hinweis Bis zum Eintritt der Menopause besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Auf Verhütung kann erst verzichtet werden, wenn die letzte Regelblutung länger als ein Jahr zurückliegt.

Wechseljahre als Chance

Die Wechseljahre werden oft mit dem Älterwerden in Verbindung gebracht. Doch sie können auch als Beginn eines neuen Lebensabschnitts gesehen werden, welcher nicht zwangsläufig bedeutet, dass Beschwerden und andere Probleme auftreten. Viele Frauen entdecken in dieser Lebensphase neue Freiheiten und Möglichkeiten.

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